„UN-Klimakonferenz darf nicht scheitern“

06.12.09

Alois Gerig – Entscheidungen für einen effizienten Klimaschutz aber dringend geboten

(Foto: privat)

In den kommenden Wochen entscheidet sich in Kopenhagen, ob sich die Welt auf wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz verständigen kann. In der dänischen Hauptstadt kommen Vertreter aus 192 Staaten zur UN-Klimakonferenz zusammen, um über ein neues Klimaschutzabkommen zu verhandeln. Die Koalition aus Union und FDP forderte in einer Bundestagsdebatte am Donnerstag die Staatengemeinschaft auf, sich auf eine verbindliche und nachprüfbare Verringerung des CO2-Ausstosses zu einigen.

Ob es zu einer Einigung kommt, ist ungewiss. Zusammen mit seinen Abgeordnetenkollegen aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vertritt MdB Alois Gerig aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber die Auffassung, dass in Kopenhagen Entscheidungen für einen effizienten Klimaschutz aber dringend geboten sind. Nach einer Prognose der Internationalen Energieagentur wird die globale Durchschnittstemperatur um sechs Grad Celsius steigen, wenn sich beim Ausstoß von CO2 nichts ändert. Besonderes das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes hätte dramatische Auswirkungen – durch einen Anstieg des Meeresspiegels wären viele der heute dicht besiedelten Küstenregionen der Erde nicht mehr bewohnbar.

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gehen mit dem Ziel in die Verhandlungen, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Ein Anstieg der Erderwärmung um zwei Grad Celsius würde den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen halten. Um ein solches Ziel zu erreichen, müssten für die Industrie- und Entwicklungsländer in Kopenhagen jeweils verbindliche Emissionsminderungen festgelegt werden. Emissionsminderungen würden allen Beteiligten erhebliche Anstrengungen abverlangen. So müssten beispielsweise die Industrieländer im Vergleich zum Jahr 1990 ihre Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent reduzieren. Das heißt: Unsere Energiegewinnung und -nutzung muss grundlegend geändert werden.


Die bange Frage lautet, ob sich die Staaten in Kopenhagen angesichts der derzeitigen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise auf derart weitreichende Änderungen verständigen können. „Ich denke, der Klimaschutz muss als Chance gesehen werden. Eine drastische Absenkung der CO2-Emissionen ist nur durch eine grundlegende Modernisierung der Wirtschaft hinzubekommen. Im Mittelpunkt dieser Modernisierung wird sowohl der Ausbau erneuerbarer Energien als auch die Steigerung der Energieeffizienz stehen. Dafür sind Investitionen erforderlich, die für neues Wirtschaftswachstum sorgen“, stellt Gerig seine Position klar.

Deutschland hat in diesem Modernisierungsprozess keine schlechten Karten: Wenn es um Technologien für Erneuerbare Energien und für Energieeffizienz geht, gehören deutsche Unternehmen zu den führenden Herstellern. Weltweiter Klimaschutz erhöht die Chancen auf mehr Exporte und damit auch auf mehr Arbeitsplätze in Deutschland, sieht der hiesige Bundestagsabgeordnete Chancen im Verzicht. Zudem kann die Wirtschaft von dem erheblichen Investitionsbedarf im eigenen Land profitieren.

Trotz beachtlicher Fortschritte muss Deutschland noch erhebliche eigene Anstrengungen unternehmen, um seiner Verantwortung beim Klimaschutz gerecht zu werden. Die Koalition will die Rahmenbedingungen schaffen, dass in Deutschland die CO2-Emissionen bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. „Aus meiner Sicht kommt es dabei wesentlich darauf an, das Potenzial ländlicher Regionen bei Erneuerbaren Energien zu nutzen. Der Ausbau der Bioenergie kann in unserer Region für zusätzliche Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze sorgen“, hebt Gerig hervor.

Bei der UN-Klimakonferenz wird sich zeigen, ob die Staatengemeinschaft in der Lage ist, Fortschritte beim Klimaschutz -einem zentralen Problem der Menschheit – zu erreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will persönlich nach Kopenhagen reisen, um sich für eine Einigung einzusetzen. Ziel muss es sein, verbindliche und nachprüfbare Emissionsminderungen zu vereinbaren, die wirksam das Klima schützen und so die Lebenschancen künftiger Generationen erhalten.

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