„Audianer“ spenden über 90.000 Euro

10.12.09

Vorweihnachtsfreude bei den Johannes-Anstalten Mosbach

Spendenübergabe in den Mosbacher Werkstätten: (v. li. n. re.): Michael Christ (Betriebrat Audi), Sebastian Stadtmüller (Leiter Mosbacher Werkstätten), Heinz Eyer (Betriebsrat Audi), Reinhard Adler (Geschäftsführer Johannes-Anstalten Mosbach), Rolf Klotz (stellv. Betriebsratsvorsitzender Audi), Norbert Rank (Betriebsratsvorsitzender Audi), Melanie Forche (Mosbacher Werkstätten). Im Hintergrund einige Beschäftigte der Mosbacher Werkstätten. Hier arbeiten ca. 500 Menschen mit Behinderungen. (Foto: Annette Peters)

Mosbach/Neckarsulm. Von Krise keine Spur. Die Spendenfreudigkeit der Audi-Belegschaft in den Werken Neckarsulm bleibt ungebrochen. Einen Scheck in beinahe schwindelerregender Höhe von 90.390 Euro überreichte heute eine Delegation des Audi-Betriebsrats an die Johannes-Anstalten Mosbach. Diese wollen das Geld in Beschäftigungsprojekte für Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten investieren.

Auf diese Spendenhistorie können die Neckarsulmer „Audianer“ stolz sein: Seit 1977 haben sie rund 3,7 Millionen Euro ihrer Weihnachtsgratifikationen gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt. Allein 696.000 Euro flossen in dieser Zeit an die Johannes-Anstalten Mosbach. „Eine Mannschaft, die sich sicher fühlt, gibt auch gerne“, umriss Betriebsratsvorsitzender Norbert Rank die aktuelle Situation bei Audi, die entgegen dem Trend – noch – von stabilen Beschäftigungszahlen gekennzeichnet ist.

Aktuell zählen die Neckarsulmer Audi-Werke 13.700 Beschäftigte. Traditionell ist eine überwältigende Mehrheit von ihnen bereit, einen Teil ihres Weihnachtsgeldes zu spenden. Auch die Azubis seien von Anfang an dabei und lernten so bereits in jungen Jahren, wie man sich in die Solidargemeinschaft einbringen und mit wenig viel erreichen könne, sagte Rank. Diese und andere von den Betriebsräten initiierten Spenden-Aktionen sind bei Audi fester Bestandteil der Unternehmenskultur.

Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, zeigte sich von dieser in der Region einmaligen Leistung tief beeindruckt. Er kündigte an, dass die Spende für den Ausbau weiterer Beschäftigungsprojekte für Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten verwendet werde. Hier seien die Fallzahlen steigend. Für diese Beschäftigungsformen außerhalb der Werkstätten gebe es vom Kostenträger kein Geld. Dank der Audi-Spende sei man nun in der Lage, z.B. die Farm-Projekte der Johannes-Anstalten in Mosbach und auf dem Schwarzacher Hof auszubauen oder neue zu verwirklichen. Dies sei „genau in unserem Sinne“, stimmte Norbert Rank zu.

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