20 Jahre Sozialpädiatrie in Mosbach

12.12.09

Feier- und Abschiedsstimmung im Frühförderzentrum Neckarelz  – Chefarzt Dr. Wolfgang Broxtermann wechselt an die Ostsee

Abschieds- und Willkommensfeier im Frühförderzentrum Neckarelz: (v.li.) Pfarrer Richard Lallathin, Geschäftsführer Reinhard Adler, Dr. Daniel Vater, Dr. Wolfgang Broxtermann, Fachbereichsleiter Dr. Joachim Kühlewein, Geschäftsbereichsleiter Dr. Alexander Vater. (Foto: Annette Peters)

Mosbach. Gleich mehrere bedeutende Ereignisse prägten das diesjährige Nikolausseminar des Frühförderzentrums Neckarelz (FFZ) der Johannes-Anstalten Mosbach. Zum einen feiert das ins FFZ integrierte Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) zwanzigjähriges Bestehen. Zum anderen gibt es an der Spitze einen Wechsel. Der langjährige ärztliche Leiter Dr. Wolfgang Broxtermann übernimmt eine neue Aufgabe an der Ostsee, sein Nachfolger ist Dr. Daniel Vater.

Informieren und Feiern standen daher beim Nikolausseminar gleichberechtigt nebeneinander. Teil 1 in der Martinskirche war dem Thema „Entwicklung der Sozialpädiatrie 1989 bis 2009“ gewidmet. Prof. Harald Bode, Ulm, stellte in seinem lebendigen Vortrag Sozialpädiatrie als Seismographen des gesellschaftlichen Wandels vor. In Deutschland existiere heute ein weitgehend flächendeckendes Netz Sozialpädiatrischer Zentren, die eine feste Größe in der medizinischen Versorgungslandschaft seien. Gleichwohl bestünden in allen SPZ – so auch in Neckarelz – Wartelisten, d. h. das diagnostische und therapeutische Angebot entspreche nicht der Nachfrage.

Hermann Mönikes, Diplom-Psychologe im FFZ und einer der Gründerväter, blickte auf die Anfangsjahre zurück und erinnerte sich gerne an den Pioniergeist, mit dem sich die Mitarbeitenden der neuen Aufgabe gewidmet hätten. Negative Erinnerungen verbindet er mit den Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Kostenträgern, die bis heute noch nicht ausgestanden seien. Er stellte fest, dass die Gründung des SPZ vor allem dem Engagement der Eltern zu verdanken gewesen sei. Bis heute steigen die Patientenzahlen stetig, trotz sinkender Kinderzahl.


Die Arbeit begann unter räumlich schlechten Bedingungen, bis 1991 das heutige Gebäude in Neckarelz errichtet wurde. Dort sind seit 1993 unter der Bezeichnung Frühförderzentrum Neckarelz neben dem SPZ die Interdisziplinäre Frühförderstelle und die Sonderpädagogische Beratungsstelle integriert. Kinder mit unterschiedlichsten Entwicklungsstörungen oder Erkrankungen werden durch ein multiprofessionelles Team gefördert und betreut.

Dr. Wolfgang Broxtermann übernahm im April 2000 die Leitung des FFZ mit einem hochgesteckten Ziel: „In Mosbach soll mindestens der gleiche Standard angeboten werden wie in den besten vergleichbaren Einrichtungen.“ Sein Weg dorthin: Vermeidung von Reibungsverlusten zwischen den Kooperationspartnern, Mitarbeiterentwicklung, Investitionen, Stellenausbau und vieles mehr. Im Einzelfall habe man das Wohl des Kindes und nicht den finanziellen Aspekt im Blick gehabt, wenngleich das FFZ insgesamt auch wirtschaftlich erfolgreich sei. Allein 2009 seien 3000 Scheine erwirtschaftet worden.

Eine gute Basis also, auf der der neue ärztliche Leiter Dr. Daniel Vater aufbauen kann. Dieser bedankte sich für die herzliche Aufnahme im FFZ. Der 34-Jährige war nach Stationen in Karlsruhe und Toronto zuletzt als Neuropädiater am Universitätskinderklinikum in Heidelberg tätig und hat bereits während des Medizinstudiums seine Begeisterung für die Kinderneurologie entdeckt.

Für den zweiten Teil nahmen die Teilnehmer den kurzen Fußmarsch von der Martinskirche in das Frühförderzentrum auf sich. Hier würdigten Dr. Alexander Vater, Leiter des Geschäftsbereichs Beschäftigung und Gesundheit, und Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach, die Leistungen des scheidenden Leiters und wünschten seinem Nachfolger alles Gute. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuerten gesungene Komplimente bei.

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