Kalenderwanderung Dezember: Winterliche Schneckenwanderung

Symbolbild - Sonstiges

17.12.09

Odenwald. (tü) Am Sonntag, 27. Dezember, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zur gemeinsamen Jahresabschlusswanderung nach Wald-Michelbach im Überwald ein.

Wald-Michelbach wurde 1238 erstmals urkundlich erwähnt. Die ersten Hütten dürften jedoch schon um 1000 gestanden haben. Zu ihrem Schutz wurde ein mächtiger Wehrturm errichtet, in dessen Nähe ein kleines Holzkirchlein entstand. Auf dieses Kirchlein bezieht sich die Ersterwähnung als „Michinbach“ in einer Urkunde, die Papst Gregor IX. am 28. Mai 1238 ausstellen ließ. Im ausgehenden Mittelalter wurden die Verteidigungsanlagen um den Wehrturm durch Mauer und Graben weiter ausgebaut. So entstand eine Wasserburg, in deren Mitte immer noch die Kirche stand. 1594 baute man das Rathaus. In diesem schmucken Fachwerkbau tagte auch das Zentgericht. Heute ist in diesem Gebäude das Heimatmuseum eingerichtet.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz vom Hotel-Restaurant Birkenhof in Wald-Michelbach, Stoewerstr. 20. Von dort führt der Wanderweg zum Ortsteil Seckenrain und weiter zum Freischärlerstein. Dieser Gedenkstein erinnert an die Revolutionsereignisse vom 12. und 13. Juni 1849 bei Wald-Michelbach am Nordhang des Kottenberges, bei dem es zwischen den Freischärlern und den angreifenden Reichstruppen zu einem Feuergefecht mit mehreren Toten kam. Vom Gedenkstein geht es dann weiter zum Zollstock. Hier verlief früher die im Lorscher Urkundenbuch beschriebene Grenze der Mark Heppenheim.

Bei späteren Grenzkorrekturen wurde sie nach Süden auf die heutige Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg verschoben. Von dort führt der Wanderweg durch das idyllische Krötenbachtal zum Kottenberg. Der Name „Kotte“ = Köhlerhütte erinnert an das einstige Köhlerhandwerk, das im Überwald eine große Bedeutung hatte. Heute nutzen Vereine die Tradition des Zündens eines Meilers als touristische Attraktion. Der Weg zurück zum Birkenhof führt an einem stillgelegten Buntsandsteinbruch vorbei. Der Abbau von Buntsandstein wurde meist von Großfamilien betrieben. Der Stein wurde an Ort und Stelle zugehauen und auf Ochsenkarren oder Pferdefuhrwerken abgefahren. Paradoxer Weise  bewirkte der größte Bauboom der deutschen Geschichte, der Wiederaufbau der Städte nach dem Zweiten Weltkrieg, das Ende des Natursteins, da Kunststeine billiger und schneller hergestellt werden konnten, und viele Betriebe den Abbau des Sandsteins wegen Unrentabilität einstellen mussten.

Zum Abschluss der etwa dreistündigen Wanderung ist eine Einkehr im Birkenhof vorgesehen. Zur Reservierung der notwendigen Plätze in dem Restaurant und zur Vorbereitung der Wandererehrung für das Wanderjahr 2009 ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.  Anmeldungen bei Rainer Türk, Tel./Fax 06207/3100 bzw. info@owk-affolterbach.de.

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