Start der S-Bahn im Schwarzbachtal

14.06.10

Festprogramm an den neuen Stationen entlang der Strecke und kostenlose Pendelfahrten zwischen Meckesheim und Aglasterhausen

Vergangenheit und Zukunft der Bahn im Schwarzbachtal. (Foto: VRN)

Aglasterhausen. (pm) Am Samstag startete die S-Bahn Rhein-Neckar im Schwarzbachtal. Zunächst feierten die am Projekt beteiligten Gemeinden, die beiden Landkreise Rhein-Neckar und Neckar-Odenwald, sowie der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) neben Vertretern von Bund und Land im Rahmen einer offiziellen Sonderfahrt die Inbetriebnahme der S 51 auf der neuen S-Bahnstrecke.

Dazu begrüßte der Verbandsvorsitzende und Erste Bürgermeister der Stadt Mannheim, Christian Specht, die Gäste im Heidelberger Hauptbahnhof zum Start der S 51. „Nach dem langen Winter können wir nun rechtzeitig zum Fahrplanwechsel den elektrischen Betrieb mit der S-Bahn aufnehmen“, freute sich Specht und ergänzte „Die neue S-Bahn verbindet weitere ländliche Regionen im Neckar-Odenwald-Kreis und dem Rhein-Neckar-Kreis komfortabel und schnell mit den Zentren der Metropolregion. Das bietet den Menschen hier neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und den Unternehmen die Chance auf neue Mitarbeiter. Gleichzeitig ermöglichen wir so neue Wege der umweltfreundlichen Mobilität auch im Freizeitverkehr.“

Ab 14 Uhr präsentierte sich die neue S 51 mit kostenlosen Pendelfahrten zwischen Meckesheim und Aglasterhausen der Bevölkerung. Daneben gab es rund um die modernisierten Stationen in Meckesheim, Neidenstein, Waibstadt, Helmstadt und Aglasterhausen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm.

Bei der zentralen Veranstaltung in Waibstadt hob der neue Landrat des Rhein-Neckar-Kreises Stefan Dallinger, wie auch schon beim ersten offiziellen Halt in Meckesheim, den Simultannutzen hervor, den die neue S-Bahn-Linie 51 von Meckesheim nach Aglasterhausen, aber auch die im Dezember 2009 in Betrieb gegangene S 5 über Sinsheim nach Heilbronn bringt: „Sie ersetzt einen wesentlichen Umfang des Individualverkehrs, bringt Menschen von den Straßen auf die Schiene, reduziert so die Umweltbelastung durch CO 2-Ausstoß oder Feinstaub, steigert künftig noch mehr die Attraktivität des ländlichen Raums und ist zusammen mit der Krebsbachtalbahn auch gut für die Tourismusförderung.“

Er erinnerte aber auch daran, dass der Erhalt der Strecke im Schwarzbachtal gar nicht so selbstverständlich war und wohl eine Stilllegung gedroht hätte, wenn sich der Rhein-Neckar-Kreis nicht schon lange vor dem Projekt der eigentlichen Elektrifizierung für den Erhalt eingesetzt hätte. Er dankte den Kommunen an der Strecke, auch Bund und Land für die zusammen mit dem Kreis geschulterte Finanzierung für die Elsenz- und Schwarzbachtalbahn.

„Aglasterhausen feiert am 12. Juni 2010 nicht nur die S-Bahn, sondern auch den neuen Ringbusverkehr zwischen Neunkirchen, Schwarzach und Aglasterhausen mit Anschluss an die S-Bahn“, so Landrat Dr. Achim Brötel vom Neckar-Odenwald-Kreis. Die BRN Busverkehr Rhein-Neckar GmbH hat in Abstimmung mit dem Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis ab dem Fahrplanwechsel (13.06.2010) die neue Buslinie 824 in Betrieb genommen. Die neue Buslinie wird die Gemeinden Aglasterhausen, Schwarzach und Neunkirchen zur S-Bahn in Aglasterhausen anbinden. Zusätzlich werden der Wildpark in Schwarzach, die Seniorenheime in Neunkirchen und Michelbach und die Johannes-Diakonie in Schwarzach mit einbezogen.

Die Inbetriebnahme der neuen S-Bahnlinien S 5 im Elsenztal am 13. Dezember 2009 und die Inbetriebnahme der neuen S 51 am 12. Juni 2010 im Schwarzbachtal hat einen Einzugsbereich von insgesamt 18 Gemeinden mit rund 160.000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis, im Landkreis Heilbronn und im Neckar-Odenwald-Kreis.

Die Gesamtlänge beträgt rund 80 Kilometer. 20 Kilometer fährt die S-Bahn davon künftig im Schwarzbachtal. 19 Stationen, davon 6 Stationen im Schwarzbachtal, wurden S-Bahn gerecht modernisiert.

Die Gesamtkosten für die Inbetriebnahme der S-Bahn Rhein-Neckar im Elsenz- und Schwarzbachtal in Höhe von rund 94 Millionen Euro werden durch den Bund und das Land Baden-Württemberg und nicht zuletzt durch die kommunale Seite getragen. 38 Millionen Euro wurden dabei für die Modernisierung der Strecke im Schwarzbachtal verwendet.

„Das Zugangebot wurde im Elsenztal deutlich erhöht und neue Direktverbindungen geschaffen, wovon nun auch die Bewohner im Schwarzbachtal durch die Anbindung der S 51 in Meckesheim profitieren“, sagte Werner W. Klingberg, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Baden-Württemberg. Alleine auf dem Streckenabschnitt zwischen Sinsheim und Heidelberg verkehren ca. 43 Prozent mehr Züge“. Der Betrieb wird mit wenigen Ausnahmen ausschließlich mit modernen, leistungsfähigen und kundenfreundlichen Elektrotriebwagen (ET 425) gefahren. Das Platzangebot wird um 77 Prozent erheblich ausgeweitet.

Festprogramm und kostenlose Pendelfahrten

Zur Streckeneröffnung hatten die Gemeinden Meckesheim, Neidenstein, Waibstadt, Helmstadt und Aglasterhausen am Samstag Nachmittag zu einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm eingeladen. An den Stationen gab es neben Musik, Essen und Trinken viele Informationen rund um die neue S 51 und die Region. Dabei wurden auch die neuen Fahrkartenautomaten vorgestellt, erklärt und von DB Mitarbeitern Fragen dazu beantwortet.

Mit den kostenlosen Pendelfahrten ab Meckesheim Richtung Aglasterhausen kam man bequem zu jedem Fest. Die Pendelfahrten starteten stündlich in Meckesheim ab 14:02 Uhr immer zur Minute 02. Die letzten Fahrten waren um 22:02 Uhr und 23:32 Uhr. In Aglasterhausen fuhr die S 51 zurück ab 14:32 Uhr stündlich zur Minute 32. Die letzten Fahrten Richtung Meckesheim waren um 21:32 Uhr bzw. 23:02 Uhr.

Ausflugsverkehr im Krebsbachtal

Wenn die S-Bahnlinie S 51 im Schwarzbachtal den regelmäßigen Betrieb aufnimmt, wird die zuletzt nur im Schülerverkehr bediente Bahnstrecke von Neckarbischofsheim Nord nach Hüffenhardt ebenfalls eine Renaissance erfahren.

„Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Juni 2010 wird an Sonn- und Feiertagen mit einem Uerdinger Schienenbus der Pfalzbahn ein Ausflugsverkehr durchgeführt“, so Werner Schreiner, Geschäftsführer der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH.

Der bis zum 17. Oktober 2010 an Sonn- und Feiertagen zwischen Neckarbischofsheim Nord und Hüffenhardt im Krebsbachtal vorgesehene Verkehr soll nicht nur Eisenbahnfreaks, sondern auch Touristen in die Region locken. Von daher ist sichergestellt, das der Ausflugsverkehr mit dem Uerdinger Schienenbus auch überregional gut „eingebunden“ ist.

Jeweils um 10.22 Uhr, 12.22 Uhr, 14.22 Uhr und 16.22 Uhr startet – nach Anschlussaufnahme aus Richtung Heidelberg/Meckesheim (S 51) – der Schienenbus am Nebengleis im Bahnhof Neckarbischofsheim – Nord. Die Endstation in Hüffenhardt wird alle zwei Stunden zur Minute 53 erreicht.

Der Uerdinger Schienenbus stand bereits am Samstag in Waibstadt zur Besichtigung und hielt Informationen zum Ausflugsverkehr im Krebsbachtal bereit.

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