Vielfältige Perspektiven der Solarwirtschaft

21.06.10

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) KlimaMesse Aglasterhausen, die Klimaschutzreihe „Wege…“ in Zusammenarbeit mit dem BUND, dem NABU Mosbach und der EAN, die Vortragsreihen in Limbach und Fahrenbach zur Energieeffizienz, den Klimatag des NKG und die Veranstaltungen mit der VHS Buchen „Klimaschutz in der Region“ listete S.U.N.-Vorsitzende Christine Denz auf der Jahreshauptversammlung in Mosbach als letztjährige Aktivposten auf. Auch die Kooperation mit vielfältigen Partnern als integrativer Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit fand den Beifall der Mitglieder. Ebenso erging es der Schatzmeisterin Dorothee Roos, der die Kassenprüferin Barbara Klein eine einwandfreie Kassenführung bescheinigte. Schlussendlich wurde der gesamte S.U.N.-Vorstand einschließlich des 2. Vorsitzenden Ekkehard Völlmer und des Schriftführers Walter Simon bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig entlastet.

Der „Sonnenflüsterer“ und Gastredner Erhard Renz bestritt den zweiten Teil des Abends mit „Zukunftsperspektiven der Solarwirtschaft“. Er kritisierte die von der schwarz-gelben Regierung gewollte extreme Kürzung der Photovoltaik-Vergütung. Derzeit wird diese vom Bundesrat aufgehalten – auch durch die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg  und Bayern -, die zu Recht Verluste von Arbeitsplätzen in der hiesigen Solarwirtschaft voraussehen. Renz bestätigte diese Befürchtung; denn die Fixkosten in Höhe von ca. einem Drittel des Gesamtpreises für die Handwerker und Solarfirmen blieben gleich, auch wenn die Modulpreise sänken. Renz plädierte dafür, die Vergütung für die „kleinste Klasse bis 10 KW“ beizubehalten und den Bereich 10 bis 30 KW nicht um ruinöse 16%, sondern nur einstellig zu reduzieren.

Aktuell seien 10 Gigawatt an Photovoltaik-Stromanlagen installiert. 12 Uhr mittags werden die höchsten Werte produziert, gleichziehend mit der größten Nachfrage. Die Photovoltaik ersetzt dann teuren Spitzenlaststrom und kappt damit die Gipfelpreise. Übel und falsch sei die Behauptung der Stromkonzerne, dass die erneuerbaren Energien den Strompreis in die Höhe treiben würden. Sonne, Wind & Co machten zwar derzeit 2 ct pro Kilowattstunde mehr aus; aber die Stromunternehmen haben zwischen 2000 und 2009 die Preise um insgesamt 9 ct pro kWh erhöht.

Der „Sonnenflüsterer“ stellte des Weiteren mit der realisierten „Bürstädter Sonnenwand“ eine zündende Idee vor: Lärmschutzwände mit Photovoltaik! Diese reduzieren die Baukosten und bringen zuverlässige Erträge. Überleitend zur nächsten Zukunftsperspektive, den dringend erforderlichen Speichertechnologien, umriss Renz die Möglichkeiten der sog. „Eigenverbrauchsregelung“, die seit 2009 laut EEG bestehen. Grundlage seien die Strompreisschwankungen, die vom jeweils aktuellen Angebot abhängen. Man könne beispielsweise in Hoch-Zeiten eigen produzierten Strom in der Batterie von Elektroautos speichern, diesen entweder selber verbrauchen – oder dann ins Netz zurückgeben, wenn der Strompreis hoch sei. Interessant werde der auch Privatleuten offen stehende Handel, weil man durch die „Eigenverbrauchsregelung“ sowohl 22.76 ct. pro kWh gut geschrieben bekomme als auch den Strom an den Energieversorger zu einem guten Preis verkaufe, so der kreative Kopf Renz. Die S.U.N.-Mitglieder diskutierten über die nächste Klimaschutz-Reihe mit der Überschrift „Alternative Lebensformen“.

Infos im Internet:
www.sun-ev.de

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