Kräuterwelt des Katzenbuckels erkundet

23.06.10

Waldbrunn. Trotz Schafskälte waren am Sonntag zahlreiche Teilnehmer der Einladung des NABU und der NAJU Waldbrunn gefolgt, um unter Anleitung von Christel Schnetter die Kräuterwelt am Katzenbuckel zu erkunden. Der NABU-Vorsitzende Gerhard Neureither war erfreut, dass einige Kinder mit ihren Eltern gekommen waren, um an der Exkursion teilzunehmen.

Im Rahmen der informativen Spaziergangs  erläuterte Christel Schnetter einerseits die Bedeutung der Kräuter im Rahmen der Ernährung und zeigte andererseits die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im medizinischen Kontext. Auch Tipps zum Sammeln von Kräutern fehlten nicht. So wies Christel Schnetter darauf hin, dass man die Pflanzen nicht zerstören soll, sondern nur Teile davon ernten darf. Daneben ist auch der Standort der Kräuter von Bedeutung. Gerade an Straßen und Wegen sollte man die Pflanzen nicht entnehmen, vielmehr sollte man sich Plätze suchen, die etwas abseits liegen, sodass Verunreinigungen durch Straßenverkehr und Passanten ausgeschlossen werden können.
Zu den Pflanzen, die Christel Schnetter vorstellte, gehörten der Girsch, aus dem man einen leckeren Spinat bereiten kann, die Brombeere, als Grundlage jedes Haustees und die Brennnessel, als Königin der Wildkräuter, mit vielfältigsten Anwendungsgebieten und Zubereitungsmöglichkeiten. So stärkt die regelmäßige Anwendung des besonders wertvollen Samens der Pflanze in Salaten, Suppen und anderen Speisen das Immunsystem und wirkt damit vorbeugend. Bei Bluthochdruck sollte man allerdings auf eine regelmäßige Einnahme der Brennnessel verzichten so die Referentin.
Weitere Pflanzen und deren Teile die im Rahmen der Kräuterwanderung vorgestellt wurden waren Fichtenspitzen, aus denen sich ein Sirup herstellen lässt, der Rotklee, der als Tee bei Husten und Rheuma wirke, aber auch Verdauungsprobleme lindern kann und der Spitzwegerich, der sich als Salat und Gemüse verzehrt sehr gut eignet, um Husten und Bronchitis zu bekämpfen. Nach der Vorstellung des Wiesenbärenklaus (blutdrucksenkend), des Löwenzahns, des Breitwegerichs (gegen Insektenstiche) und des Holunders (Fieber, Stärkung des Immunsystems), erläuterte Christel Schnetter den Teilnehmern anhand der Vogelmiere, dass Wildkräuter neben ätherischen Ölen, Aromastoffen und Bitterstoffen, die für Magen, Darm und Galle sehr wichtig sind, den Vitamingehalt der Wildkräuter im Vergleich zum Kopfsalat. So enthalten 100g Vogelmiere bis zu 400mg Vitamin C, während ein handelsüblicher Kopfsalat aus dem Supermarkt nur 13mg des wichtigen Vitamins enthält. Auch der Löwenzahn (150mg) und die Brennnessel (333mg) sind wahre Vitaminspeicher. Bei einem Tagesbedarf des Menschen in Höhe von 75mg zeige, dass man sich mit den Wildkräutern sehr bewusst ernähren kann.

Da Wildkräuter sehr viele Inhaltsstoffe in hoher Konzentration enthalten, wie der Vergleich des Vitamin-C-Gehalts gezeigt habe, brauche man von den Wildkräutern und Wildgemüsen keine Riesenberge verzehren. Kleine Mengen, vieler verschiedener Pflanzen reichen, um eine vielfältige und ausgewogene Ernährung zu garantieren.

Am Königstuhlblick angekommen, durften die Teilnehmer verschiedene Kreationen kosten. Christel Schnetter servierte nicht nur Marmeladen und süße Brotaufstriche aus Wildbeeren, sondern auch Kräuter- bzw. Bärlauchbutter.

Am Ende dankte der 1. Vorsitzende des NABU Waldbrunn, Gerhard Neureither, der Referentin Christel Schnetter für die interessanten und sehr informativen Ausführungen.

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Christel Schnetter erläutert den Teilnehmern an der NABU-Kräuterwanderung auf einer Wiese am Katzenbuckel verschiedene Wildkräuter. (Foto: Hofherr)

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