Dielbacher feierte ein Sommermärchen

27.06.10


Odenwälder Brauchtumsfest mit Freunden zum 650-jährigen Jubiläum

Der Heimat- und Verkehrsverein Mudau zeigt das Ende der Hölzerlips-Bande, die zuvor im Felsenhaus bei Mülben einen Raub ausbaldowerte. (Video: Hofherr)

Dielbach. Mit einem Odenwälder Brauchtumsfest feierte der Waldbrunner Ortsteil Oberdielbach gestern und heute sein 650-jähriges Jubiläum. Aus Nah und Fern waren viele Besucher der Einladung gefolgt und in das einzigartige Winterhauchdorf gekommen. Die FFW der Ortsteile, die sorgten für den reibungslosen Verkehrsfluss.

Nachdem die Wandergruppen aus allen Himmelsrichtungen angekommen waren, zeichnete SWR 4 Kurpfalz Radio eine Sendung auf, die am Sonntag gesendet wurde (wir berichteten).

Anschließend wurden im und um das Wiesental herum sechs Jahrhunderte Winterhauch lebendig. Im Kindergarten hatten sich die Eulenspiegel niedergelassen und erfreuten mit ihren Aufführungen das Publikum. Gleich neben dem Festzelt zeigten die Akteure des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau das Ende der Hölzerlipsbande, deren Mitglieder nach einem Raubmord bei Hemsbach in Heidelberg hingerichtet wurden (siehe Videoclip). Eine Odenwälder Hochzeitsgesellschaft zog durch das Festgelände und ließ dabei alte Heiratstraditionen aufleben. Im Klosterhof der evangelischen Kirchengemeinde stritten Martin Luther Johann Tetzel über den richtigen Weg in den Himmel, während die Waschweiber des SV Dielbach am alten Brunnen zeigten, wie mühselig das Leben früher war. Die Geschichte des Schwimm-, Tennis- und Schießsports wurde von der DLRG Waldbrunn, dem TC Waldbrunn und dem SSV Dielbach dargestellt und gehörten ebenso zum Markt, wie die Weisbacher Schnapsbrennerei, der Strümpfelbrunner Hufschmied und der Besen- und Rechenmacher. Der Eberbacher Spinnzirkel bereicherte das Brauchtumsfest mit seiner Anwesenheit, genauso wie das DRK Waldbrunn, eine Ausstellung über die Geschichte der Medizin der Familie Jakobsen, historische Traktoren, Fotos des Dielbacher Fotografen Peter Schreck und der Malerin Edith Cellarius. Im Wiesental ermöglichte Imker Herbert Klahn einen Blick hinter die Kulissen der Honiggewinnung, während der SV Neptun Waldbrunn Kräuterhexen zum Fest entsandt hatte. Die Gemeindeverwaltung hatte ihr Domizil im Bürgersaal aufgeschlagen, wo die Sanierung des Kurzentrums gezeigt und die Gemeinde Waldbrunn vorgestellt wurde. Am Stand des SV Schollbrunn konnten die Besucher einen Eindruck vom Mostpressen gewinnen, während Mülben die schwere Arbeit in Wald- und Forstwirtschaft aufzeigte.

Das Motto „Wir feiern mit Freunden“ wurde auch dadurch umgesetzt, dass alle Waldbrunner Ortsteile aktiv an der Gestaltung der Feierlichkeiten teilnahmen. Auch der Weckruf des Fanfarenzugs Eberbach passte zu diesem Anliegen des Festausschusses um Ortsvorsteher Herbert Bachert.

Verschiedene Volkstanzeinlagen und Musikaufführungen der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach, des JBO Waldbrunn, des Kirchenchors und des MGV Dielbach rundeten das Odenwälder Brauchtumsfest ab. Bei dem sehr gut besuchten Generationentreffen konnten ehemalige und heutige Dielbacher viele Erinnerungen und Anekdoten austauschen.

Im Rahmen des Gerümpelsingens (Bericht folgt) dankte Bürgermeister Klaus Schölch allen, die aktiv an der Gestaltung der 650-Jahrfeier mitgewirkt hatten. Mit dem Brillantfeuerwerk gehe das „Dielbacher Sommermärchen“ zu Ende. Dank großartigen Engagements habe man eines der schönsten Feste gefeiert, so das Gemeindeoberhaupt in seiner kurzen Ansprache.

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Der Festausschuss um Ortsvorsteher Herbert Bachert (re.) macht begleitet von Bürgermeister Klaus Schölch (3.v.re.) einen Rundgang durch das historische Treiben in und um das Wiesental. (Foto: Hofherr)

Weitere Fotos und Videos folgen am Montag.

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