Azubi-Austausch der Partnerkreise

Zum obligatorischen Besichtigungsprogramm der „Austausch-Azubis“ aus dem Neckar-Odenwald-Kreis gehörte Bad Muskau  – Schloss und Landschaftspark gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe – im Landkreis Görlitz. Eine genetisch identische Tochterpflanze der dortigen berühmten Blutbuche wird ihre neue Heimat im Neckar-Odenwald-Kreis finden.  (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis/Görlitz. Rund 20 Jahre ist es her, dass erfahrene Verwaltungsleute aus dem Neckar-Odenwald-Kreis in den damaligen Landkreis Löbau-Zittau reisten, um ihren dortigen Kollegen beim Aufbau ihrer Verwaltung zu helfen. Der damals begründeten Partnerschaft konnte auch eine Kreisrefom in Sachsen – mittlerweile ist Löbau-Zittau im Großkreis Görlitz aufgegangen – nichts anhaben, die Partnerschaft hat Bestand und ihr neuestes Projekt ist erneut ein verwaltungsinterner Austausch. Allerdings unter anderen Vorzeichen wie 1991: Keine erfahrenen Verwaltungsleute, sondern Azubis reisen nach Osten bzw. nach Westen.

Nils Hagendorn, Sabrina Schultz, Nadine Schoder und Verena Thumm, Auszubildende der Ausbildungsberufe Verwaltungsfachangestellte, mittleren Dienst und Bürokaufleute im Landratsamt in Mosbach, waren gleich begeistert von der Idee, fünf Tage im Partnerkreis zu verbringen, um dort Land, Leute und Verwaltung kennen zu lernen.  Um es vorweg zu nehmen: Sie haben es nicht bereut. „Die Azubis dort haben charaktermäßig super zu uns gepasst und unsere „Paten“ haben sich auch gut um uns gekümmert“, versichert Nadine Schoder. Der Landkreis Görlitz steht nach der Kreisreform vor dem Problem, dass die einzelnen Ämter derzeit noch im sehr großen Landkreisgebiet verteilt sind. So verbrachten die Azubis die meiste Zeit in Zittau im südöstlichen Teil. Dort erhielten sie Einblick in die Verwaltung und in die Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen. „Bei denen ist es aber üblich, die Azubis nur Übungsfälle bearbeiten zu lassen. Am wirklichen Geschehen sind die irgendwie gar nicht beteiligt. Das läuft bei uns besser“, fassten die vier aus dem Neckar-Odenwald-Kreis ihre Eindrücke zusammen. Außerdem findet dort die Berufsschule als Blockunterricht statt, ein weiterer Unterschied zur Ausbildung im Neckar-Odenwald-Kreis, bei der dieser dienstzeitbegleitend erfolgt.

Besonders beeindruckt waren die jungen Leute aus dem Neckar-Odenwald-Kreis von Oybin im Zittauer Gebirge, vom gleichnamigen Berg samt Klosterkirche und Burgruine, die sie im Rahmen ihres Besuchsprogramms ebenso besuchten wie das Schloss und den Park des Fürsten Pückler in Bad Muskau – von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet – und natürlich die wunderschön renovierte Stadt Görlitz. Aber auch die Probleme der gesamten Region, die hohe Arbeitslosenquote, eine vergleichsweise hohe Kriminalitätsrate und die massive Abwanderung vor allem der jungen Generation waren ein Thema. Auf der Heimreise wurde schließlich noch Dresden besichtigt. Die vier Azubis freuen sich schon heute auf den Gegenbesuch der Görlitzer, der für Oktober geplant ist. Bis dahin soll ein tolles Programm auf die Beine gestellt werden, das den Gästen, die ebenso wie die Neckar-Odenwälder in einer Jugendherberge übernachten werden, Land und Leute im Partnerkreis näher bringen soll.

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