Extrembiker wird Zweiter im Olympia-Park

Michael Kochendörfer (Fotos: Sportograf)

Ende Juni startete der Billigheimer Michael Kochendörfer (Votec Racing Team) vom VfR Waldkatzenbach beim größten 24-Stunden- Rennen der Mountainbiker in Europa. Die Veranstaltung im Münchner Olympiapark erlebte in diesem Jahr die achte Auflage. Über 2.000 Teilnehmer aus allen europäischen Ländern gingen in den verschiedenen Disziplinen auf den Rundkurs. Kochendörfer nahm die Herausforderung als Einzelstarter unter die Stollenreifen seines neuen Bikes. In dieser Konkurrenz gingen 100 weitere Fahrer ins Rennen. Mit internationalen Fahrern aus Österreich, Italien, Tschechien, Belgien und der Schweiz, darunter auch der zweifache Weltmeister Kalivoda war die Einzelkategorie sehr stark besetzt. Die Temperaturen mit über 30°C sorgten für zusätzliche Härte. Ein abgeänderter Rundkurs führte über 11 Kilometer und 120 Höhenmeter auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Wiese und Waldboden. Steigungen und Richtungswechseln waren dafür verantwortlich, dass kein gleichmäßiges Fahren möglich war.

Vom Start weg versuchte Michael Kochendörfer ich in der Führungsgruppe mitzugehen. Nach den ersten vier Runden schien dem Billigheimer das Tempo angesichts der Hitze und der noch ausstehenden Renndauer etwas zu hoch, sodass er von nun an seinen eigenen Rhythmus fuhr. Nach sieben Stunden Renndauer mussten die ersten Fahrer dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen und das Rennen vorzeitig aufgeben. Dank der Ausfälle reihte sich der Odenwälder in dieser Rennphase auf dem vierten Platz ein. „Vom Gefühl her lief es für mich noch richtig gut, wobei ich schon etwas die Nacht herbei sehnte, um etwas Abkühlung zu bekommen“, so Kochendörfer zu diesem Rennverlauf.

[nggallery id=38] (Fotos: Sportograf)

Mit Einbruch der Nacht folgte Kochendörfer der Renntaktik, die bereits beim Saisonauftakt den Erfolg brachte. Mit Einbruch der Nacht stieg er auf sein Wechselrad um, und sparte somit wertvolle Zeit, da kein Halt für die Lichtmontage notwendig war, da die Betreuer dies bereits in Vorfeld erledigt hatten. Als weiteren Baustein der Taktik zog Kochendörfer Slicks auf, die mit mehr Luftdruck einen besseren Rollwiderstand boten und wenige Kraftaufwand bedeuteten. Am Wechselrad, mit dem der VfR-Biker nachts unterwegs war, wurden breitere Stollenreifen montiert, um bei nachlassender Konzentration und Ermüdung mehr Kontrolle und Komfort zu gewährleisten. Bei den Slicks musste der Ausdauersportler eine kurze Schrecksekunde überstehen, als ein Reifendurchschlag für Druckverlust sorgte. Mit spezieller „Dichtmilch“ ließ sich der Defekt am schlauchlosen Reifen aber schnell beheben.

So vorbereitete und mit ausgeklügelter Renntaktik arbeitete sich der Billigheimer nach Einbruch der Dunkelheit auf den dritten Platz vor. Nachdem Weltmeister In der Nacht noch konnte ich mich dann auf Platz 2 vorarbeiten, nachdem Weltmeister Michael Kalivoda aufgeben musste. Diese Platzierung nahm der Winterhauchbiker mit in den anbrechenden Morgen.  Nun war ein Höchstmaß an Konzentration erforderlich, galt es doch, die Position nach hinten zu sichern und nach vorne anzugreifen, um den Sieg zu realisieren. In den verbleibenden sechs Rennstunden gelang es aber nicht, den führenden Fahrer Tomas Kozak aus Tschechien einzuholen. Von seinen Verfolgern konnte sich Michael Kochendörfer allerdings absetzen und einen starken zweiten Platz mit an den Katzenbuckel bringen.

Der VfR-Biker fuhr insgesamt 506 km und 5.060 Höhenmeter. Lediglich beim Radwechsel war der Extrembiker kurze Zeit vom Rad gestiegen, sodass beim Kochendörfer nach dem Sieg beim Saisonauftakt in Österreich beim zweiten Start des Jahres zum zweiten Mal auf Siegertreppchen fuhr.

Möglich wurde diese Leistung durch die perfekte Betreuung am Streckenrand. In den 24 Stunden reichten die Helfer dem Sportler insgesamt  15 Liter isotonische Getränke, 3 Liter Cola sowie Flüßignahrung, Nudel, Bananen und Reißwaffeln.

„Mit dem Rennverlauf und dem Ergebnis war ich hochzufrieden. Meine Form und meine mentale Stärke sowie Material, Taktik und Betreuung funktionierten“, so Kochendörfer in seiner ersten Stellungnahme nach dem Rennen.

Für den Winterhauchbiker gilt es zu regenerieren, da in den beiden Sommermonaten Juli und August bereits die nächsten Rennen auf dem Terminplan stehen.

Auch die Vierermannschaft des Votec Racing Team durfte im Olympia-Park feiern.  Angeführt von Olympiateilnehmer Ralph Berner gelang Kochendörfers Teamkollegen der Sieg.

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