Windkraft von der „Steinbacher Höhe“

06.09.10

Neckar-Odenwald-Kreis als absoluter Vorreiter

Unser Bild zeigt Bernd Brunner und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Theo Schaadt (Vors. des Bauernverbandes), Landrat Dr. Achim Brötel, Ortsvorsteher Georg Moser, Fam. Uwe Steiff, Elke Herkert und MdB Alois Gerig. (Foto: Birgit Schäfer)

Steinbach. (lm) Zuerst Altheim, dann Hettingen, schließlich die Ravensteiner Höhe und jetzt auf Mudauer Gemarkung in Steinbach. Die Rede ist von Windkraftanlagen zur Energiegewinnung, wobei nun auch in Steinbach die ,,sanften Riesen“ für die Umsetzung und Realisierung des „Erneuerbaren Energie Gesetzes“ Mitverantwortung tragen sollen.

Im Rahmen eines Windmühlenfestes wurde im Beisein zahlreicher Gäste der Windpark ,,Steinbacher Höhe GmbH und Co. KG mit Geschäftssitz in Buchen offiziell eingeweiht und der Bevölkerung vorgestellt. Insgesamt zehn Jahre sind seit der Planung, Vorbereitung und schließlich der Realisierung ins Land gezogen, ehe nun Windpark-Geschäftsführer Uwe Steiff zur offiziellen Inbetriebnahme einladen konnte. Sein besonderer Willkommensgruß galt neben der interessierten Bevölkerung, Kommunalvertretern, Geschäftspartnern und Vertretern von Banken, Landrat Dr. Achim Brötel, MdB Alois Gerig, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Ortsvorsteher Georg Moser.

Nach einem Gottesdienst mit Segnung der Anlage durch Pfarrer Werner Bier unter Mitwirkung des Steinbacher Kirchenchors mit Dirigent Gerd Münch, ging Uwe Steiff kurz auf die Entstehungsgeschichte der Windkraftanlage in Steinbach ein. ,, Zusammen mit anderen Projekten, wie der Bio-Energie Mudau oder den zahlreichen Photovoltaikanlagen dürfte die Gemeinde Mudau nun einen sehr hohen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung haben“, sagte der Geschäftsführer. Während er den Nutzen und die damit verbundenen CO2-Einsparungen hervorhob, ließ er aber auch das optische Bild der Windräder für eine allgemeine Diskussion zu.

Bereits 2004 habe man den Entschluss gefasst, zu untersuchen, ob Windenergie im Neckar-Odenwald-Kreis möglich sei und zur Messung der Windgeschwindigkeit wurde gegenüber in Hornbach ein Messgerät aufgestellt und im Jahr 2000 erstmalig bei der Ortschaftsverwaltung in Steinbach vorgesprochen. Es folgten zahlreiche Informationen, Aussprachen und Diskussionen mit ,,Rücken- und Gegenwind“, wobei der Geschäftsführer das faire Miteinander und die tatkräftige Mitwirkung an der Realisierung des Projektes durch Bernd Brunner, Elke Herkert, Corinna Schwing und Bernd Scheuermann hervorhob.

Als weiteren Beitrag auf einem gemeinsamen Weg in eine klimafreundlichere Zukunft bezeichnete Landrat Dr. Achim Brötel die Steinbacher Windkraftanlage. Anfangs noch belächelt, habe man im Neckar-Odenwald-Kreis bereits Ende 2008 mit 165 Prozent das Ziel, den gesamten Stromverbrauch aller privaten Haushalte aus erneuerbaren Energien abzudecken, erreicht. Somit sei man energieautark und könne sogar noch sauberen Strom an Andere exportieren. 288,5 Mio. kWh Strom seien im Landkreis auf diese Weise bereits 2008 aus Erneuerbaren Energien produziert und somit zudem pro Jahr 150.000 Tonnen CO2 eingespart worden. Strom aus Regenerativen Energien im Landkreis würde sich derzeit aufteilen in 39,4 % Biomasse, 29,1 % Wasserkraft, 15,7 % Windenergie und der Rest durch Photovoltaik und Andere. Mit sichtlichem Stolz betonte der Landrat, dass man im Neckar-Odenwald-Kreis als absoluter Vorreiter im Bereich der klimafreundlichen Bioenergie gelte und dadurch landesweite Beachtung fände. Sein Dank galt dabei auch Uwe Steiff und Bernd Brunner für ihren unternehmerischen Mut und allen Beteiligten für ihre kooperative und konstruktive Begleitung des gesamten Vorhabens.

Als weiteres wertvolles Projekt in Richtung regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien bezeichnete MdB Alois Gerig die neue Windkraftanlage und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger betonte, dass man nach anfänglicher Skepsis und Aufarbeitung der Argumente, den Bebauungsplan für die drei Windkraftanlagen beschlossen habe. Sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich liefere man in der Gesamtgemeinde weit mehr Energie als hier verbraucht werde.

Nachdem die globale Energieerzeugung in einer Sackgasse stecke, habe Steinbach seinen Beitrag für neue Wege hierzu geleistet, sagte Ortsvorsteher Georg Moser und Windpark-Geschäftsführer Uwe Steiff betonte abschließend: ,,Wir freuen uns, dass die Gemeinde Mudau und die Ortschaft Steinbach eine Entscheidung für die Umwelt getroffen haben und dass das ökologische und soziale Verantwortungsbewusstsein die Oberhand behielten“.

Dem offiziellen Teil schloss sich ein gemeinsames Mittagessen im Festzelt und ein bunter Nachmittag für Groß und Klein mit Tag der offenen Windmühlentür, Luftballonwettbewerb, Hüpfburg, Ballonmodellierer, Kinderschminken und Unterhaltung an.

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