Nobelpreisträger warnt vor Gentechnik

Louise und Percy Schmeiser berichten in Waldbrunn von ihrem Kampf „David Schmeiser gegen Goliath Monsanto”. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Mit Luise und Percy Schmeiser konnte der NABU Waldbrunn heute die Träger des Alternativen Nobelpreises 2007 in Waldbrunn begrüßen. Im Rahmen einer Vortragsreise durch Deutschland machten die beiden kanadischen Gentechnikgegner auf dem Winterhauch Station, um im Beisein des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Nelius sowie Kreisvorsitzenden Christine Denz und Charlotte Schneidewind-Hartnagel von Bündnis90/Grüne über seinen langjährigen und letztendlich erfolgreichen Kampf gegen den Chemiekonzern Monsanto zu berichten. Außerdem warnte Percy Schmeiser vor dem leichtfertigen Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen und deren Ausbringung.

Die Auseinandersetzung mit dem Konzern begann 1998, als Monsanto die kanadische Farmersfamilie Schmeiser beschuldigte, gentechnisch verändertes Raps-Saatgut  zu verwenden, ohne entsprechende Lizenzgebühren zu zahlen. Schmeisers hingegen hatten nie Monsanto-Raps gesät, vielmehr seien ihre Felder durch Pollenflug von Nachbarfeldern verunreinigt worden. Nach jahrelangem juristischem Tauziehen, das die Familie Schmeiser insgesamt 500.000 kanadische Dollar kostete, fällte das oberste kanadische Gericht im Jahr 2004 die Entscheidung, dass Monsanto keine Lizenzzahlungen von Schmeisers fordern könne, da die patentierte Rapssorte nicht wissentlich angebaut worden war.

Im Jahr 2005 wuchsen erneut Monsanto-Pflanzen auf den Felder der Schmeisers. Die Rechnung für die Entfernung dieser Pflanzen in Höhe von knapp 700 Dollar übernahm der Konzern nur wenige Stunden vor einem neuerlichen Prozess. Wichtig fand Percy Schmeiser, dass der Gentechnik-Konzern die Verantwortung für die Kontamination einräumte. Für Percy Schmeiser ein wichtiger Präzedenzfall, der Landwirten nun weltweit den Weg für Schadensersatzforderungen eröffne.

Durch den Rechtsstreit wurden Luise und Percy Schmeiser zu Symbolfiguren im Kampf für die Rechte der Landwirte und als Vorkämpfer für strengere Regelungen bei der Ausbringung gentechnisch veränderter Pflanzen.

Auch bei ihrem Besuch in Waldbrunn warnte das kanadische Landwirtspaar vor der Ausbreitung und dem Einsatz genmanipulierter Pflanzen. Bei ihrer Reise durch Deutschland hätten sie mit Schrecken festgestellt, mit welcher Leichtfertigkeit gentechnisch veränderte Organismen in Umlauf gebracht würden. Einmal ausgebracht, könne man die sei man den veränderten Pflanzen, die teilweise mit Viren und Bakterien manipuliert würden auf immer und ewig ausgeliefert, warnten die Nobelpreisträger.

Infos im Internet:
www.percyschmeiser.com

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