Seckach bei der Eurokommunale

Auch bei der 5. Auflage der EURKOMMUNALE war die Gemeinde Seckach wieder mit einem Infostand und regionalen Spezialitäten präsent. (Foto: GVS)

Karpacz/Seckach. (lm) Aus einem anfänglichen Pflänzchen wird langsam aber sicher ein stattlicher Baum mit zukunftweisenden Früchten. „Aktiv leben – aktiv erholen“. So lautete das Motto der 5. EUROKOMMUNALE, zu der sich dieser Tage Vertreter aus insgesamt neun europäischen Kommunen trafen, darunter auch Bürgermeister Thomas Ludwig mit einer kleinen Delegation als Vertreter der Partnergemeinde Seckach.

Zu den bereits bei den früheren Treffen vertretenen Kommunen Gazzada Schianno (Italien), Karpacz (Polen), Jestrebi, Okrouhla und Svor (alle Tschechien) sowie Buttenheim, Reichenbach (Oberlausitz) und Seckach war mit Jilemnice (ehem. Starkenbach, Tschechien) eine weitere Kommune hinzugetreten; die polnische Kommune Rewal musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Neben einem intensiv geführten kommunalen Gedankenaustausch stand die Vorstellung der Partnergemeinden sowie Diskussionen über deren unterschiedliche Probleme im Vordergrund des Treffens.

Nach dem herzlichen Willkommen der Gäste durch den Karpaczer Bürgermeister Bogdan Malinowski ging es zum Eröffnungsabend nach „Western City“. Dort war bei einer mitreißenden Rodeoshow und dem obligatorischen Banküberfall – der unmöglich fehlen durfte – genauso für echte Wildwestatmosphäre gesorgt, wie bei der sich anschließenden Eröffnungsfeier im Salon. Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der touristischen Attraktionen Karpaczs’ und des gesamtem Hirschberger Tals. Ob nun Zillerthal-Erdmannsdorf (wo typisch tirolerische Häuser auch heute noch an die Ansiedlung von mehr als 400 protestantischen Tirolern im Jahre 1837 erinnern), Buchwald, Fischbach, Lomnitz, Schildau, Bad Warmbrunn oder Stonsdorf – überall war zu spüren, wie wertvoll diese einzigartige historische Bausubstanz für all diese Orte ist. Dennoch – auch das wurde nicht verschwiegen – war und ist die Restaurierung dieser während der kommunistischen Ära arg heruntergekommenen Schlösser, Güter und Parks nur mit Hilfe hoher Zuschüsse, nicht zuletzt von der Europäischen Union, realisierbar, doch an allererster Stelle muss auch hier der Unternehmergeist der Eigentümer stehen. Die heutigen Nutzungen als Hotels, Begegnungsstätten oder Konzert-Locations locken jedenfalls jährlich viele tausend Menschen in die Region, was die hohe Bedeutung der Schlösser für den Tourismus und damit den Wohlstand der Menschen im Tal unterstreiche, betonte Bürgermeister Thomas Ludwig in seinem Resümee.

Das Freizeitangebot in Karpacz hält aber auch noch ganz andere Facetten bereit und so begeisterte am Abend die Tanzschule Friedrich ihre Gäste mit einer Vorführung der wichtigsten Standard- und Lateintänze durch ihren auch auf nationaler Ebene erfolgreichen Nachwuchs. Doch Karpacz hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten und diese galt es für die Gäste der EUROKOMMUNALE im Rahmen eines Geländespiels zu erkunden.

Die Gemeinde Seckach war hierbei mit einem „nahrhaften Infostand“ vertreten und neben den Informationsmaterialien über die touristischen Reize des Baulandes und des Odenwaldes fanden vor allem die mitgebrachten Spezialitäten wie Hausmacher Wurst, Kochkäse, Blutwurz und Apfelchips reißenden Absatz. Eine echte Premiere bei der diesjährigen EUROKOMMUNALE war das Treffen der Feuerwehren. Bei einer Wanderung zur kleinen Teichbaude kam man ins Gespräch und schloss schnell neue Freundschaften.

Nachdem am Nachmittag in der Stadtbibliothek auch noch eine Kunstausstellung mit beachtenswerten Werken einheimischer Künstler eröffnet worden war, trafen sich alle Teilnehmer zum großen Europäischen Abend in der Kunsteishalle. Die Gastgeber hatten ein abwechslungsreiches kulturelles Programm vorbereitet, welches u. a. Auftritte eines Gospelchores, einer Theatergruppe des örtlichen Gymnasiums sowie eine Hutmodenschau umfasste. Dazwischen betonte der örtliche Bürgermeister, dass seine Stadt gerade in 2010 sehr gerne Gastgeber der EUROKOMMUNALE sei, da man in diesen Tagen auch den 50. Jahrestag der Stadterhebung von Karpacz feiere.

In ihren Grußworten hoben alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hervor, wie wertvoll und alternativlos die in den letzten zwei Jahrzehnten erreichte europäische Einigung in Frieden und Freiheit für alle Kommunen und ihre Menschen sei. Anschließend war dann „Party“ angesagt: ein Frauenchor heizte die Stimmung mit osteuropäischer Folklore an und eine Rockband animierte zum Tanzen. Zur ihrer traditionellen Zusammenkunft im Rathaus der Gastgeberkommune trafen sich die Bürgermeister dann am Sonntagmorgen.

Neben dem Dank an die Stadt Karpacz für das abwechslungsreiche und hervorragend organisierte Programm stand vor allem die Unterzeichnung der Zusammenarbeitserklärung der Partnergemeinden im Rahmen der EUROKOMMUNALE im Mittelpunkt. Hierin erklärten alle Kommunen ihren Willen, „für einen aktiven Lebensstil mit informativen, kulturellen, sportlichen und proökologischen Tätigkeiten zu werben“, sowie zur weiteren Verstärkung und Festigung der Zusammenarbeit.

Prompt folgte sodann die Einladung der Bürgermeister Jiri Vosecky aus Okrouhla und Jiri Löffelmann aus Skalice zur EUROKOMMUNALE 2011 in Tschechien. Dann sollen vom 15. – 18. September traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk aus Italien, Polen, Tschechien, Deutschland und vielleicht noch weiteren europäischen Ländern präsentiert werden.

Eurokommunale-BM
Beim europäischen Abend stellten sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der teilnehmenden Kommunen zum Erinnerungsfoto auf. (Foto: GVS)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: