Wo die Burgen boomen

Unterwegs im Neckartal

Neckar-Odenwald-Kreis/Landkreis Heilbronn/Rhein-Neckar-Kreis. Einmal mehr ist eine Gegend, die teilweise zur hiesigen Touristikgemeinschaft  Odenwald (TGO) gehört, Thema einer Fernsehsendung: das Neckartal. „Fahr mal hin“ heißt die Sendereihe im SWR, die sich einer Landschaft widmet, in der man „alle zweieinhalb Kilometer über eine Burg stolpert“. Sendetermin ist Dienstag, 19. Oktober, 22 bis 22.30 Uhr.

Tatsächlich sind viele der 25 Burgen zwischen Bad Wimpfen und Heidelberg malerische Ruinen und wecken durch ihren morbiden Charme romantische Gefühle – obwohl es dafür überhaupt keinen Grund gibt. Denn sie sind Überbleibsel aus einer Zeit, in der am laufenden Band die Fetzen flogen, weil kein Provinzritter dem anderen seine Burg gönnte.

Deren Nachfahren allerdings, die heute noch in ihren Burgen wohnen, halten zusammen. Weil sich bei ihnen alles darum dreht, das Geld für die Erhaltung ihrer altersschwachen Mauern zusammen zu bekommen, haben sie ihre Burgen für Touristen geöffnet. So hofieren adelige Burgherren und –damen  Bürgerliche mit Greifvogelschauen, zeigen  Schätze in ihren Museen, laden zur Rittermahlzeit oder zur Weinprobe ein. Dieses Gesamtpaket hat das Untere Neckartal zu einem ganz speziellen Ausflugsziel gemacht.
„Fahr mal hin“ macht sich auf die Reise durch diese „lieblich“ genannte Flusslandschaft, immer am Neckar und an den Burgen entlang, und erzählt Geschichten von Menschen, die sich ein Leben ohne Schießscharten und Bergfriede nicht vorstellen können: Da gibt es die Türmerin Blanca Knodel in Bad Wimpfen, die in den Blauen Turm verliebt ist. Den Burgenforscher Nicolai Knauer, der tagaus tagein in alten Steinen wühlt. Die Baronin Gabriele von Gemmingen-Guttenberg, die mit ihren 75 Jahren mehrmals täglich durch ihr Burgmuseum führt. Und ein gänzlich unadeliges Ehepaar, dessen ganzer Lebenstraum ein alter Turm, die Burg Dauchstein ist.
Auch Neckar-Geschichte(n) erzählt der Film. Der schmale und kurvenreiche Fluss war immer schon die größte Herausforderung für die Menschen an seinen Ufern. Mit Floß-,Treidel- und Kettenschifffahrt hat man ihn früher bezwungen und schiffbar gemacht, heute ist er durch unzählige Schleusen und Stauwehre endgültig gezähmt. Die sind es auch, die dem zum Teil unwirklich schönen Neckartal einen realistisch neuzeitlichen Touch geben.

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