Infokarte Flurneuordnung Scheidental

(Foto: LRA)

Mudau-Scheidental. Flurneuordnungen sind aufwändig und manchmal langwierig, was in der Natur der Sache liegt. Schließlich müssen unterschiedlichste Interessen unter einen Hut gebracht werden, um am Ende Verhältnisse zu schaffen, die sowohl den landwirtschaftlichen und den privaten Grundstückseigentümern als auch der Natur gerecht werden und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

In Mudau-Scheidental kommt das 2006 begonnene Verfahren nicht zuletzt dank einer sehr aktiven Vorstandschaft gut voran (230 Teilnehmer, 748 Hektar, Kosten rund 3,7 Millionen Euro bei rund 2,4 Millionen Euro Zuschuss). Das Ende 2009 erreichte Etappenziel des Wege-, Gewässer- und Landschaftspflegeplans wurde nun in einer großformatigen Infokarte für alle Teilnehmer dokumentiert. Diese Infokarte konnte jetzt druckfrisch im Mudauer Rathaus vorgestellt werden. Die Karte zeigt aufgeklappt das Gebiet, das neu geordnet wird, mit allen Bau- und Pflanzplanungen sowie entsprechenden Erklärungen: Flurstücknummern, Gemarkungsbezeichnungen, das Wege- und Straßennetz, Gewässer und Rohrleitungen, Nutzungsarten im Außenbereich und Bewuchs sowie Freizeit- und Erholungsanlagen. Ergänzt wird diese detaillierte Karte durch allgemeine Infos zum Verfahren und durch Grußworte von Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Scheidentals Ortsvorsteher Klaus Schork, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft ist. Die Vorstandschaft hat sieben Mitglieder samt jeweiligem Stellvertreter, was die Dauer mancher Sitzung durchaus verlängert. „Meine anfängliche Skepsis habe ich aber verloren, denn wenn eine Entscheidung getroffen wurde, läuft der Informationsfluss besser und alle ziehen mit, was die Verfahrensdauer insgesamt verkürzen kann,“ zeigte sich auch Markus Hüblein, Leiter des Fachdienstes Flurneuordnung und Landentwicklung des Landratsamtes und bisher verantwortlich für das Scheidentaler Verfahren, überzeugt.

Bei der Vorstellung der Infokarte waren außer Landrat Dr. Brötel und Bürgermeister Dr. Rippberger auch Manfred Wiener vom Fachdienst Flurneuordnung und Landentwicklung dabei, der das Verfahren künftig betreuen wird. Auch er zeigte sich erfreut über das „gute Klima“, das in Scheidental herrsche: „Die ziehen alle an einem Strang, die Vorstandschaft mit Klaus Schork, seinem Stellvertreter Jürgen Schölch, Roland Hemberger, Konrad Brenneis, Bernhard Schäfer, Trudpert Scheuermann und Günter Baunach samt Vertretern ist hochmotiviert. Und vor Ort, bei den einzelnen Baumaßnahmen, steht uns insbesondere Helmut Scheuermann stets mit Rat und Tat zur Seite, was sehr hilfreich ist.“

Die kostenlose Infokarte, die das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung hergestellt hat, wird nun in einem ersten Schritt an alle Scheidentaler Haushalte ausgeteilt. Dann geht sie per Post an die rund 80 beteiligten, aber auswärts wohnenden Grundstücksbesitzer. Und natürlich liegt sie für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auch im Rathaus in Mudau, in der Ortschaftsverwaltung in Scheidental und beim Fachdienst Flurneuordnung und Landentwicklung in Buchen aus. Neben Landrat Dr. Brötel – „Flurneuordnung ist ein hervorragendes Mittel, um eine konsequente Weiterentwicklung de ländlichen Raums zu ermöglichen“ – zeigte sich auch Bürgermeister Dr. Rippberger absolut überzeugt von der Idee und der Notwendigkeit der Flurneuordnung: „Deshalb hat sich der Gemeinderat entschlossen, knapp 500.000 Euro als freiwilligen Beitrag zur Entlastung der Teilnehmergemeinschaft zu zahlen.“

Auch in anderen Ortsteilen Mudaus gäbe es dringenden Bedarf, so der Bürgermeister. Durch die Verteilung der Infokarte auch an die Gemeinderäte, die Ortschaftsräte und Ortsvorsteher könnten diese anhand des Scheidentaler Beispiels die Chancen einer Flurneuordnung gut erkennen – und vielleicht auch für sich nutzen.

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