Retrospektive – Blick zurück und nach vorne

(Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) „Retrospektive – Blick zurück und nach vorne“ hatte die Mudauer Künstlerin Jarmila Manko die Ausstellung in ihrem großzügigen Atelier in der Mudauer Industriestrasse 9 tituliert, mit der sie seit 18. Juli diesen Jahres ihr Comeback in der Odenwaldgemeinde bekannt gab.

Nach über zwei Monaten beendete die überaus gastfreundliche Glaskünstlerin diese spezielle Ausstellung mit einer offiziellen Finissage am vergangenen Sonntag unter dem einen ansprechenden musikalischen Rahmen von Jascha Link aus Waldauerbach und seinem E-Piano. Die Künstlerin selbst erläuterte einzelne ihrer bisherigen Lebensabschnitte anhand der ausgestellten Exponate und mittels einer Fotoshow ihrer Auftragsarbeiten. „Da sich in den letzten Jahren viel bei mir geändert hat – sowohl privat als auch beruflich – hielt ich es für angebracht, den Blick mit dieser Ausstellung auch öffentlich zurück und nach vorne zu richten“.

Ihre streng geometrisch gestalteten Objekte, die sie noch immer liebt, seien in Bewegung gekommen in dem Maß, wie sie in dem neuen Land mit der neuen Sprache Fuß gefasst habe. Mit der sich festigenden Selbstsicherheit sei sie in ihrer Kunst freier geworden. Doch habe sie sich auch in ihren gestalterischen Techniken weiter entwickelt. Die Philosophie des Feng Shui  habe ihre Ausdrucksformen bereichert.

Und aus der reinen Glaskünstlerin spricht heute auch die Architektin, die Möbel- und Accesoiresdesignerin und die Malerin, deren Gefühle und Spontanität mit Farben auf die Leinwand fließen, und deren Emotionen in dreidimensionalen Spachteltechniken zum Ausdruck kommen. Nichts desto trotz liebt sie noch immer auch die reine Auftragsarbeit, bei der sie die Freude der Auftraggeber genießen kann, wenn es ihr gelungen ist, deren Wünsche in die Tat umzusetzen. „Wenn mein Exponat sie berührt, dann habe ich sie berührt“ – und das seit das Ziel der Künstlerin. ,

,Wundersam und geheimnisvoll ist der Stoff Glas schon, aus dem Jarmila Manko ihre Phantasien schafft“, betonte Dr. Wolfgang Schäfer in seinen Ausführungen zu den Inhalten der Ausstellung und über die Künstlerin selbst. So auch der künstlerische Werdegang von Jarmila, die vor ihrer Übersiedlung nach Deutschland von der Glasfachschule in der ehemaligen Tschechoslowakei und der Kunsthochschule in Prag zu ihren ersten Auftragsarbeiten kam. Eine recht aufwendige Vorgehensweise seien die Glasbilder in einer kombinierten Relieftechnik, die mit Asphaltlack auf Glas übertragen werden. Mit verschiedenen Pinseln, Schwämmen oder Schleifstein werden dabei Strukturen auf und in die Oberfläche des Glases angefertigt und danach poliert. Anschließend mit Kaltfarben koloriert und ev. mattiert, sandgestrahlt oder geschliffen.

Je nach dem, welche Seite nach vorne, also dem Betrachter zugewandt ist, sagte Dr. Schäfer, der auch die unterschiedlichen Effekte erläuterte. So zieren bereits Werke von Jamila Manko Wände von Privatleuten, Firmen und kommunalen Einrichtungen verstreut in ganz Deutschland. Die Künstlerin selbst liebt ihre Auftragskunst, wobei sie sich in die Wünsche, Vorstellungen und Gedanken ihrer Kunden hineinversetzen und diese in Material umsetzen kann. Nach 25 Jahren habe sie neben der Glaskunst noch zu einer anderen Technik gefunden; der Spachteltechnik, in der sie ihr eigener Auftraggeber sei. Im Rahmen eines Rundganges durch die Ausstellung deutete die Künstlerin ihre ,,Bilder aus der Zwischenzeit“ und überlies es dem interessierten Betrachter, Ausdrücke und Darstellungen selbst zu interpretieren.

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