Strukturen stärken und überdenken

Die SPD-Kreistagsfraktion hat die „mageren Jahre“ ins Blickfeld gerückt

Neckar-Odenwald-Kreis. (ds) Die Antwort des Landratsamts zur gestellten Anfrage nach der Unterstützung des Artenschutzes im Kreis, war das erste Thema, das die SPD-Kreistagsfraktion in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause beschäftigte. Die Vorsitzende Heide Lochmann stellte zusammenfassend fest, dass sich in Sachen Artenschutz vieles im Kreis bewegt (!) und auch deutliche Erfolge aufzuweisen sind, wie man an der intensiven Presseberichterstattung auch über HOT feststellen konnte. Zwei Wermutstropfen seien dennoch genannt: Die Feldwege und Feldränder sind wichtige Kleinbiotope und Freiräume für viele Tierarten und sollten als solche natürlich belassen und nicht umgepflügt, gezackert oder betoniert werden. Größer werdende Felder, die dichter bepflanzt sind, bieten zu wenig Raum für Tiere und Pflanzen. Zudem ist darauf zu achten, dass es zu keiner großflächigen Monokultur kommt. Dies zu bedenken geht Kommunen, Landwirte und Naturschützer ebenso an wie Entscheidungsträger auf Bundes-, Landes- und Kreisebene.

„Die Bahn als allgegenwärtiges Sommerthema geht“, so Karlheinz Graner, „auch uns im ländlichen Raum sehr viel an“. Stuttgart und Ulm sind nicht so weit weg, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass mit dem Bahngroßprojekt bereits in den vergangenen Jahren gleichzeitig die Stärkung der ÖPNV im ländlichen Raum einhergegangen ist. Genannt seien hier u.a. die Elsenz- oder die Frankenlandbahn. „Je differenzierter man dieses seit über 15 Jahren diskutierte, geplante und in vielen Gremien demokratisch mehrheitlich befürwortete Projekt betrachtet, desto wichtiger ist es, konstruktiv kritisch weiterzudenken. Denn der Erhalt und der Ausbau des Schienenverkehrs ist für unser Land insgesamt ein wichtiger Standortfaktor“, so Georg Nelius.

Neben den Kinderbetreuungsangeboten wurde über die Schülerbeförderung diskutiert. Letztere ist auch Bestandteil der anstehenden Haushaltberatungen. „Jeder erwartet vom Staat Sparsamkeit im Allgemeinen und Freigebigkeit im Besonderen“, zitiert Dr. Dorothee Schlegel den britischen Außen- und Premierminister Anthony Eden (1897-1977). Sie bringt auf den Punkt, dass alle wissen, es muss gespart werden, sich aber wünschen, es möge sie selbst nicht treffen. Der Spargedanke, von der sich auch die SPD-Fraktion leiten ließ, verfolgt das Ziel, die Infrastruktur vor allem im sozialen Bereich zu erhalten und zu stärken. Dafür müssen wir aber vielleicht auf manch liebgewordene meist freiwillige Leistungen verzichten. Und gute Projekte müssen, mit einem langen Atem versehen, wenige Jahre nach hinten verschoben oder überdacht werden. Die Menschen im Kreis, vor allem Kinder, Jugendliche und Familien, so war sich die SPD-Fraktion einig, sind auf die Hilfe des Staates in vielfältiger Weise angewiesen, genauso wie die zunehmende Anzahl derjenigen, die im Alter auf Grundsicherungszahlungen und auf ambulante bwz. stationäre Hilfen angewiesen sind.
Neben der sozialen Komponente ist es überaus wichtig, zukunftsgerichtete Aufgaben wie den Erhalt und den Ausbau der Kliniken, die positive Weiterentwicklung auf der Basis des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) zu unterstützen und zu fördern. „Dabei werden wir die Initiatoren der kreiseigenen AWN, der HOT und die privaten Inverstitionen weiterhin unterstützen“, so die zuständigen Kreisräte Graner, Kilian und Dr. Schlegel. „In der Verzahnung von Sparen, Überdenken und Fördern werden wir die „mageren“ Jahre im Kreis meistern und einen guten Weg bei den weiteren Beratungen finden“, betont Heide Lochmann am Ende der Sitzung.

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