Bidla Buh waren „Tierisch gut“

(Foto: Michael Pohl)

Osterburken. (ham) Sie waren nach Osterburken gekommen, um Frauenherzen schmelzen zu lassen. Doch neben dieser Mission ist es der Musik-Comedy-Truppe „Bidla Buh“ mit ihrem Programm „Tierisch gut“ im wahrsten Sinne des Wortes spielend gelungen, das Publikum in der Aula des Ganztagesgymnasiums Osterburken aufs Beste zu unterhalten. Die Kulturkommode hatte in bewährter Zusammenarbeit mit der SMV des GTO das Konzert mit dem Hamburger Trio organisiert und mit dieser Auswahl einmal mehr einen Riecher für hervorragende Künstler bewiesen.

„Bidla Buh“ präsentiert nostalgische Schlager und witzig-hintergründige Chansons im Frack des neuen Jahrtausends. Die drei tollkühnen, unverschämt gut aussehenden Herren bieten charmant-skurriles, erstklassiges Musik-Entertainment. Ein Augen- und Ohrenschmaus im Stile der 20er, 30er Jahre gepaart mit grotesken Einlagen und humoresker Moderation. Hans Torge Bollert, Jan-Frederick Behrend und Olaf Klindtwort geben Evergreens einen frischen, modernen Klang und mischen das Programm mit eigenen Texten auf. Vor allem aber bedienen sie sich eines Tricks: Sie aktivieren das Publikum, verteilen Instrumente, fragen Gedichte ab, lassen mitsingen und treten im nicht ganz ernst gemeinten gesanglichen Wettstreit um die Gunst der weiblichen Fans an. Die Wahl fällt schwer, denn jeder der drei Jungs hat seine Qualitäten: der etwas tollpatschige Jan-Frederick ist an Schlagzeug und Xylophon der souveräne Rhythmusgeber, Olaf sorgt mit seinen Gitarren und Mandolinen für den harmonischen Background und Hans Torge stellt als Frontmann nicht nur ein ums andere Mal sein gesangliches Talent unter Beweis, sondern auch seine Fähigkeiten als Trompeter und Kunstpfeifer.

Dennoch ist bei „Bidla Buh“ jeder ein Alleskönner. Problemlos wechselt man die Instrumente, präsentiert sich mit dreistimmigem Gesang oder als Steptanz-Formation. Überhaupt sind die Ideen des Trios, altbekannte Songs zu persiflieren beinahe grenzenlos und vor allem immer überraschend. Ob Bill Haley auf Plattdeutsch, der kleine grüne Kaktus in Hip-Hop- oder Gipsy-Kings-Version oder eine zum Schreien komische griechische Folklore-Parodie – kein Genre ist vor „Bidla-Buh“ sicher. Sie lassen Straßenbesen tanzen, entfremden Geschirr und Besteck als Percussionsinstrumente und bringen sogar ein musikalisches Handpuppenspiel auf die Bühne. Wie Max Raabe und sein Palast-Orchester im Kleinformat agierte das Trio; allerdings noch charmanter, abwechslungsreicher und stets unterhaltsam. Eine Mischung, die so ganz nach dem Geschmack des Osterburkener Publikums war: Musik von gestern mit dem Witz von heute, kurz: die Comedy von morgen.

Infos im Internet:
www.kulturkommode.de

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