Kulturelle Vielfalt im Neckar-Odenwald-Kreis

von Liane Merkle

Landrat Dr. Achim Brötel stellt die kulturelle Vielfalt in Neckartal und Odenwald vom. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. „Mein Referat zur Kulturellen Vielfalt im Neckar-Odenwald-Kreis von A wie Adelsheim leuchtet bis Z wie Zwingenberger Schlossfestspiele erhebt noch nicht einmal ansatzweise den Anspruch auf Vollständigkeit“, erläuterte Landrat Dr. Achim Brötel im Mudauer Gasthaus „Zum Löwen“. Er habe zum einen sehr bewusst neugierig, aber auch deutlich machen wollen, dass man sich nicht verstecken müsse. „Von je her stellen die Menschen im Neckar-Odenwald-Kreis ihr Licht unter den Scheffel“ und dafür gäbe es wirklich keinen Grund.

Obwohl ihm als Landrat gestalterisch die Hände gebunden seien, lege er doch Wert darauf, dass auch in finanziellen Krisenzeiten wie jetzt gerade im kulturellen Bereich geldtechnisch keine Abstriche gemacht würden. Vorläufig bleibe der Landkreis bei der jährlichen Förderung kultureller Arbeit in Höhe von über 400.000 Euro, und dazu kämen noch einmal deutlich höhere Aufwendungen durch die Städte und Gemeinden.

Als größte Einzelposten nannte Dr. Brötel die Volkshochschulen Mosbach und Buchen (110.000), UNESCO-Geopark (65.000), Badische Landesbühne (51.000), Zuschuss Museumsbeauftragter des Kreises (47.000), Schlossfestspiele Zwingenberg (40.000), Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf (40.000) und Zuschuss an die Musikschulen (25.000).

Es war ihm ein Leichtes, für so gut wie jeden Buchstaben im Alphabet ein heimisches Kulturhighlight zu nennen. Und er entschuldigte, dass der „Werbeblock“ praktisch nur im Schweingalopp zu bewältigen sei, wenn man den zeitliche Rahmen nicht sprengen wolle. Allein bei Theater und Musik seien neben den großen Zwingenberger Schlossfestspielen, der Badischen Landesbühne und dem Schwarzacher Birkenhof unzählige hervorragende Laientheater und Theater- bzw. Musicalaufführungen mit teilweise auch überregional bekannten Künstlern im Landkreis angeboten.

Qualität vermittelten auch die fünf kommunalen und mehrer private Musikschulen, und zwar nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der Umrahmung kreisweiter Veranstaltungen und Konzerte. Dies würde auch deutlich in den vielen Preisträgern auf Landes- und Bundesebene im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Weiter finde man Kultur auf hohem Niveau in den knapp 40 Musikvereinen und Kapellen unter dem Dach des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland und in rd. 100 Gesangvereinen unter der Obhut des Chorverbandes Mosbach sowie der Sängerkreise Buchen und Badisch Franken.

Stolz könne man auch auf 45 Museen und Sammlungen im Kreis sein, die Heimat erleben lassen. Ob im Römermuseum Osterburken, im Freilandmuseum Gottersdorf mit den Limes Cicerones, Geopark-Themenwanderungen, auf Lehrpfaden oder durch die vielen Kleindenkmals als charakteristische Merkmale des „Madonnenländchens“. Und die Bildende Kunst präsentiere sich neben Schlachthaus Mosbach und Vis-a-Vis Buchen auf dem 77 Kilometer langen Skulpturenradweg der Baulandgemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach, in den Bankinstituten, im Krankenhaus, Skulpturenpark Seckach und vielen weiteren Ausstellungen.

Dr. Brötel machte weiter aufmerksam auf die öffentlichen Bibliotheken z. B. in Mosbach, Buchen , Walldürn, Hardheim und natürlich auf Sonderbibliotheken wie „Regionalgeschichtliche Heimatbibliothek „Zwischen Neckar und Main“ in Buchen und „Bücherei des Judentums“ im Buchener Klösterle.

Kreisweite Buchprojekte, die Neckar-Odenwald-Tage und Großveranstaltung wie Mosbacher Sommer, „Mosbach mit allen Sinnen“, Buchener Kultnacht, „Buchen in concert“ oder „Adelsheim leuchtet“ würden die heimische Kulturszene weiter bereichern. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass es sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihen in den Gemeinden gäbe wie z. B. „Mudau G’schmackvoll“. Und natürlich gehören die Brauchtumsveranstaltungen – mit der Fastnacht ganz oben angesiedelt, mit Maibaumstellen, Martinsfeiern, Sonnwendfeiern u.v. mehr zur Odenwälder Kultur. Zu den kulturellen Brauchtumsveranstaltungen zählte der Landrat auch die Walldürner Wallfahrten.

Und er meinte in dem Zusammenhang, die Chancen stünden gar nicht schlecht für einen Papstbesuch in Walldürn im Rahmen seines Deutschlandaufenthaltes.

Seinen Anfang hatte der Abend im Mudauer Rathaus genommen, wo Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger der Mosbacher Delegationen mit Dr. Karsten Bender an der Spitze zunächst die Gemeinde, dann mit Hilfe von Dr. Humperts Heimatbuch die Mudauer und ihre Eigenarten und schließlich anhand der im Rathaus ausgestellten Werke die Mudauer Künstler Arthur Grimm und Theodor Schöllig vorstellte.

Dem Abend vorausgegangen war die Bitte von Dr. Bender an den Landrat, ob es nicht möglich wäre das „Studium Generale“ von Heidelberg nach Mosbach zu importieren. Dr. Dinkelacker von der Dualen Hochschule Mosbach nahm das Thema nur zu gerne auf, denn er sah es als Verpflichtung an, seinen „Ingenieuren“ nicht nur eine exzellente Ausbildung, sondern zusätzlich Bildung näher zu bringen.

Das erste Projekt dieser Art soll unter der Überschrift „Nachhaltigkeit“ in vier Seminaren angeboten werden. Er dankte Dr. Bender für die wertvolle Anregung.

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