Patenschaft für attraktiven Bahnhof

Neckar-Odenwald-Kreis/Seckach. Der Bahnhof in Seckach ist einer von insgesamt 18 Bahnhöfen kreisweit, die nach einem gelungenen Pilotprojekt auch künftig von der Digeno, der Dienstleistungsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises, mitbetreut werden. „Bahnhofspatenschaft“ nennt sich das und eines von mehreren Zielen ist die „Steigerung der Attraktivität der Bahnhofsgelände“.

Tatsächlich ist die Deutsche Bundesbahn AG dafür zuständig, die Bahnhöfe sauber und funktionsfähig zu halten. Starre Dienstpläne und finanzielle Zwänge lassen da aber hin und wieder „Lücken“ entstehen, vor allem nach den Wochenenden. Hier greifen die Bahnhofspatenschaften: Die Leute von der Digeno machen Kontrollfahrten, um Beschädigungen und Vandalismus festzustellen und an die zuständige DB Station&Service AG bei der Bahn zu melden. Darüber hinaus werden zusätzliche Müllsammel- oder Reinigungsaktionen gestartet, auch abseits des eigentlichen Bahnhofsgeländes. Pflanzbeete und –kübel werden nach Absprache mit der zuständigen Gemeinde aufgestellt, bepflanzt und gepflegt.

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und Städte begrüßen diese Patenschaften, die nun auch offiziell besiegelt worden sind, ausdrücklich. Etliche waren allein aus diesem Anlass auf den Seckacher Bahnhof gekommen, wo sie von Landrat Dr. Achim Brötel und Seckachs Bürgermeister Thomas Ludwig begrüßt wurden. Der konnte sich über das ganz ausdrückliche Lob des Landrats freuen, der dem Bürgermeister und Sprecher der S-Bahn-Gemeinden für dessen „wirklich außerordentliches Engagement auf diesem Gebiet“ dankte. Natürlich mit der S-Bahn waren Hans-Jürgen Vogt, Leiter Bahnhofsmanagement Mannheim, und Christian Wühl vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar angereist. Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“ Patenschaft für attraktiven Bahnhof“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8064″] „Wichtige Infrastruktureinrichtungen wie unsere Bahnhöfe müssen ansprechend und sauber sein, wenn wir unsere Fahrgastzahlen steigern wollen“, betonte Bürgermeister Ludwig und der Landrat ergänzte, dass tatsächlich nicht jeder Bahnhof einladend aussehe: „Weil aber Mobilität schlichtweg das Thema der Zukunft ist und die Schiene dabei eine ganz wichtige Rolle spielt, müssen wir auch auf das Erscheinungsbild der Bahnhöfe Wert legen.“ Hans-Jürgen Vogt freute sich über das „gute Miteinander“: „Wir von der DB können nicht überall in der Fläche gleichzeitig präsent sein und wir sind deshalb auf Partner wie die Digeno angewiesen.“ Und Christan Wühl ergänzte, dass dem Fahrgast egal sei, wessen Zuständigkeitsgrenzen wo enden: „Der Fahrgast sieht nur, ob es irgendwo schmuddelig ist. Oder eben nicht.“

Marco Eckl, Geschäftsführer der Digeno, erklärte die Hintergründe, die die Digeno zur Übernahme der Patenschaften bewegt haben: „Für die Neckar-Odenwald-Arbeitsgemeinschaft (NOA) führen wir im Rahmen unserer Qualifizierungsangebote das sogenannte „Arbeits- und Sozialtraining“ durch. Hier werden langzeitarbeitslose Jugendliche sozialpädagogisch begleitet und durch verschiedene Module wie Bewerbungstraining, Einzelcoaching, Betriebspraktika und eben auch praktische Arbeitserfahrung, wie hier auf den Bahnhöfen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.“ Die Arbeit dient also nicht nur dem Erscheinungsbild der Bahnhöfe, sondern auch den jungen Leuten, die dadurch Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen erlernen, um irgendwann auf eigenen Füßen stehen zu können.

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In Seckach war die erste Bahnhofspatenschaft ein großer Erfolg. (Foto: LRA)

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