Kreisaltersheim Hüffenhardt hat Zukunft

Gemeinsam in ruhigere Fahrwasser

Warum auch immer das Kreisaltersheim in Hüffenhardt finanziell in Schieflage geraten ist: in spätestens drei Jahren soll eine Umstrukturierung erfolgt sein, die den erfolgreichen Fortbestand des Hauses garantiert. (Foto: LRA)

Hüffenhardt. Eine ganz wichtige Botschaft kam ganz beiläufig bei einer Mitarbeitervollversammlung im Kreisaltersheim Hüffenhardt rüber: Gleich vier Neuanmeldungen liegen bei der Verwaltung des durch hohe Defizitbeträge in die Schlagzeilen geratenen Kreisaltersheims vor. Und diese positive Botschaft passte zu dem, was die Geschäftsführung der Neckar-Odenwald-Klinken, mit Geschäftsführer Andreas Duda und dem Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe  Knut Bender zu vermitteln versuchten: Es geht weiter in Hüffenhardt – wenn alle am gleichen Strang ziehen.

Zum Hintergrund: Das Kreisaltersheim gehört mit den Krankenhäusern in Mosbach und Buchen zu den Neckar-Odenwald-Klinken. Nach vielen Jahren, in denen in Hüffenhardt schwarze Zahlen geschrieben wurden, schloss das Jahresergebnis 2009 mit einem Defizit von über 800.000 Euro. Über die Gründe für diese Schieflage wurde und wird viel spekuliert, auch über einen möglichen Verkauf des Kreisaltersheims.

Von einem Verkauf aber will Andreas Duda, der die Anwesenden begrüßte, unbedingt absehen. Und der Aufsichtsrat steht dahinter. Einmal mehr stellte Duda  Zahlen und Fakten vor, mit denen er das Defizit begründete. Unterm Strich sind es nach seiner Meinung stetig steigende Kosten gewesen bei gleichbleibenden Einnahmen, die  – nachdem auch interne Verschiebungen von Haushaltsposten “ausgereizt“ waren – unweigerlich in die roten Zahlen führen mussten.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Kreisaltersheim Hüffenhardt hat Zukunftl“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8169″] Problem erkannt, Problem gebannt: So einfach wollte und konnte sich Duda die Sache freilich nicht machen. Dennoch wurde den knapp 100 Beschäftigten – die allerdings nicht alle anwesend waren – deutlich, dass Duda und seine Kollegen schon viel Zeit und Energie in die Erarbeitung und auch schon teilweise Umsetzung eines Konzepts gesteckt haben, das über einen Zeitraum von drei Jahren eine Kehrtwende bewirken soll. Dieses Konzept stellte Knut Bender der Belegschaft vor. Es basiert auf vier Schwerpunkten: der Demenzpflege, der Palliativpflege (Pflege Schwerstkranker mit begleitender Schmerztherapie), Rehabilitative Geriatrie und Schwerstpflege. Hier sollen neue Schwerpunkte entstehen in enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen und den Ärzten der Neckar-Odenwald-Kliniken. „Die möglichst schnelle Entwicklung vom bisherigen Altenwohnheim hin zu einem Pflegezentrum ist Voraussetzung dafür, dass wir ein eigenes Profil entwickeln und in der Konkurrenz bestehen können“, erklärte Bender.

Damit das Kreisaltersheim wieder in ein wirtschaftlich ruhigeres Fahrwasser in den Neckar-Odenwald-Kliniken geführt werden kann, soll ein mehrstufiger Maßnahmenplan umgesetzt werden, der auch einen vorübergehender freiwilligen Einkommensverzicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beinhaltet. Gerd Straub, Geschäftsbereichsleiter Verwaltung stellte eine entsprechende freiwillige „Hausentgeltregelung“ vor. Für die meisten Beschäftigten würde sich der Verzicht auf rund drei Prozent minus vom Nettolohn über einen Zeitraum von längstens drei Jahren summieren. Durchgezogen werden kann diese Hausentgeltregelung aber nur, wenn jetzt wirklich alle ihre Unterschrift darunter setzen. „Wir sind guter Dinge, dass alle Beschäftigten am Kreisaltersheim Hüffenhardt mitziehen. Bei dieser Regelung genauso wie bei der Neuausrichtung des Hauses. Allen ist nämlich klar, dass wir es nur gemeinsam schaffen können“, betonte der Geschäftsführer, der nochmals die aktuelle Beschlusslage aus dem Aufsichtsrat erläuterte. „Die stehen hinter dem Konzept und damit auch hinter dem Kreisaltersheim. Jetzt liegt es an Ihnen und uns, die Kehrtwende auch tatsächlich zu schaffen und das Kreisaltersheim wieder in eine sichere Zukunft zu führen.“

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