Grüne besuchten Hühnerhof Pfeiffer

Simone Heitz fordert Wende in der Agrarpolitik

Bödigheim. (cd) Hühner sind keine Vegetarier von Natur aus, aber die heutigen „Hochleistungshühner“ mit dem entsprechenden Futter schon. Sie brauchen Eiweiß und Fett, das sie natürlicherweise in Würmern finden, das aber heute maschinell zugesetzt wird. Wie es mit der Dioxin-Gefahr bei Eiern aus regionaler Produktion und vor allem bei Eigenanbau und mit einer Kreislauflandwirtschaft aussieht, wollten die Neckar-Odenwälder Grünen mit ihrer Landtagskandidatin Simone Heitz wissen. Sie besuchten den Ferien- und Hühnerhof Pfeiffer in Bödigheim und führten mit den beiden Vollerwerbslandwirten Amelie und Rainer Pfeiffer ein aufschlussreiches Gespräch über die heutigen Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion und über Direktvermarktung.

Amelie und Rainer Pfeiffer sind nach eigenem Bekunden „Überzeugungstäter“. Als Folge der zahlreichen Lebensmittelskandale der letzten Jahre stellten sie auf weitgehend eigenen Futtermittelanbau unter Nutzung des Hühnerdungs um. Sie vermeiden Gentechnik. Eiweißreiche Nahrung für die Hühner gewinnen sie durch Erbsen, Raps, Triticale und Weizen. In ganz geringen Mengen wird zertifiziertes, gentechnikfreies Soja zugekauft. Das Fett kommt aus gentechnikfreiem Rapsöl eines benachbarten Betriebs. Familie Pfeiffer mischt das Futter selbst. Dioxin im Ei kann damit ausgeschlossen werden. Die 4.000 Hühner werden in Buchen-Bödigheim in Bodenhaltung gehalten. Leider handelt es sich nicht um Öko-Landwirtschaft. Doch für einen Bio-Ei-Betrieb in dieser Größe besteht wohl (noch) nicht der Markt in Buchen und Umgebung.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüne besuchten Hühnerhof Pfeiffer“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8701″] Was braucht ein Huhn zum Eierlegen? Futter, ein Legeplätzchen und Licht. Ein Huhn legt natürlicherweise nur vom Frühjahr bis zum Herbst Eier, nämlich dann, wenn das Tageslicht mindestens 14 Stunden hält. Sonst ist für das Huhn Winter, also keine gute Ausgangssituation zum Brüten. Damit Hühner “täglich” Eier legen (1 Huhn legt wöchentlich 6 Eier – „und sonntags auch mal zwei“ stimmt also nicht!), wird ihnen 14 Stunden Licht angeboten, und das übers ganze Jahr. Bei Pfeiffers können die Hühner nach einer gewissen Zeit mausern, bevor sie noch ein weiteres halbes Jahr Eier legen; in Großbetrieben legen die Hühner eineinhalb Jahre und dürfen nicht mausern. Dann endet das Hühnerleben.

Breiten Raum nahmen der Verbraucherschutz und Werte ein. Die Fragen der Kreisvorsitzenden Christine Denz und Christine Böhm nach der Sicherheit beantwortete Amelie Pfeiffer damit, dass Veterinäramt und Verbraucherschutz unangemeldet Untersuchungen vornehmen, dass das Futter dokumentiert werden muss und dass die Supermärkte, an die sie außer den Endverbrauchern auch liefern, Unbedenklichkeitserklärungen verlangen.

Simone Heitz appellierte: „Ist es nicht Zeit, sich darauf zu besinnen, dass Landwirtschaft mit Leben wirtschaftet und dass das Leben eine biologische Vielfalt und Breite aufweist? Ist es nicht Zeit dafür, mit Nahrung und mit den Nahrungslieferanten verantwortungsbewusst umzugehen?“ Diesen Fragen sollten wir als VerbraucherInnen uns stellen und einen entsprechenden Wechsel in der Agrarpolitik verlangen. So würde man den Skandalverursachern den Nährboden entziehen.

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