Altersdrehscheibe gegen Alkoholmissbrauch

Mehr betrunkene Jugendliche in Kliniken

Mit der „Altersdrehscheibe“, die jetzt in der zweiten Auflage an alle Getränkehändler, Einzelhandelsgeschäfte und Tankstellen im Kreisgebiet verteilt wurde, soll das Errechnen des Alters an der Kasse vereinfacht werden. Die Verteilung der Scheiben übernimmt die Polizei – wie hier PHM Josef Metzger im Neukauf Osterburken in Anwesenheit des Marktleiters Jürgen Ising und Stellvertreterin Corinna Frank. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Viele Verkäuferinnen und Verkäufer kennen das Szenario: Die Schlange vor der Kasse ist lang und direkt vor der Kassiererin steht ein junger Kunde mit einer Flasche Wodka. Auf deren Bitte hin streckt ihr der junge Mann den Ausweis entgegen und die Verkäuferin rechnet fieberhaft nach, ob der Jugendliche nun 17 Jahre und 11 Monate oder 18 Jahre und 1 Monat ist. Die Kundschaft wartet ungeduldig, die Verkäuferin ist im Stress – und hat sich schnell mal verrechnet oder winkt einfach durch, um weitere Wartezeiten oder Konflikte zu vermeiden.

Bereits 2009 hat die Kommunale Kriminalprävention Neckar-Odenwald-Kreis und der Arbeitskreis Suchtprophylaxe ein Hilfsmittel herangezogen und die so genannte „Altersdrehscheibe“ flächendeckend in den Supermärkten, Tankstellen und Getränkehandlungen des Landkreises verteilt. Jetzt, kurz vor der Faschingszeit, wurde die Aktion wiederholt. Die Nutzung der Scheibe ist einfach und praktisch: Auf der roten Drehscheibe muss nur das aktuelle Datum eingestellt werden. Nach dem Blick auf das Geburtsdatum im Ausweis kann in Sekunden abgelesen werden, in welche „Kategorie“ der Jugendliche altersmäßig fällt.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Altersdrehscheibe gegen Alkoholmissbrauch“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8942″] „Die Aktion liegt uns sehr am Herzen, denn im Rahmen von Testkäufen haben wir festgestellt, dass zwar vielfach eine Ausweiskontrolle erfolgt, das Alter aber dennoch falsch berechnet wird und der Alkohol dann doch über die Ladentheke in falsche Hände wandert“, erklärte Hans Becker, Leiter der Polizeidirektion Mosbach. „Die Sache hat zudem den positiven Nebeneffekt, dass parallel zur praktischen Hilfe die Mitarbeiter quasi nebenbei einmal mehr für die Vorschriften des Jugendschutzes sensibilisiert werden“, ist sich auch Landrat Dr. Brötel sicher.

Die Altersdrehscheibe ist einer von vielen Bausteinen im Bemühen gegen den übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen, dem die Verantwortlichen der Kommunalen Kriminalprävention im Neckar-Odenwald-Kreis bereits seit Jahren ein besonderes Augenmerk widmen. Sie erhoffen sich durch die Aktion eine genauere Kontrolle bei der Alkoholausgabe – insbesondere auch in der kommenden Faschingszeit. Dass Handeln gefragt ist, zeigt unter anderem eine Studie der DAK, die vor kurzem veröffentlicht wurde. Danach ist die Anzahl der alkoholbedingten Krankenhauseinlieferungen von Jugendlichen im Neckar-Odenwald-Kreis im vergangenen Jahr nicht unerheblich gestiegen.

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