Familienpolitischer Brunch im „Bio-Hirsch“

Grüner Talk quer durch die politische Speisekarte

Unser Bild zeigt von links: Kirsten Baumbusch, Landtagskandidatin Simone Heitz, MdB Franziska Brantner, Landtagskandidatin Charlotte Schneidewind Hartnagel. (Foto:Klaus Brauch-Dylla)

Waldbrunn. (bd) “Kinder-Karriere-Partnerschaft – wie kann das klappen?” lautete die Eingangsfrage von Moderatorin Kirsten Baumbusch beim Grünen Familien-Lunch im gut gefüllten Saal des Schollbrunner „Hirschen“. Adressatinnen ihrer Fragen waren die Grünen-Poltikerinnen Simone Heitz (Aglasterhausen) und Charlotte Schneidewind (Eberbach) sowie die regionale Europaabgeordnete Franziska Brantner, die gerade mit Tübingens OB Boris Palmer eine Familie gegründet hat. Die Gäste von Hirsch-Wirt Frank Nuscheler mussten sich jedoch nicht auf leeren Magen in die Themenfelder der Politik begeben, zuvor hatten das Duo „Zwickschu“ mit lässigem Lounge-Jazz und das exzellente Vollwert-Büffet aus der Hirsch-Küche für eine genussvolle Grundlage gesorgt. Und während die Jüngeren sich einer geführten Naturerlebnis-Wanderung der Grünen Jugend anschlossen gab es für die Erwachsenen zum Dessert (nicht nur) Politik aus erster Hand.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Familienpolitischer Brunch im „Bio-Hirsch““ url=“//www.nokzeit.de/?p=9853″] Charlotte Schneidewind- Hartnagel, Landtagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Sinsheim, Simone Heitz, Landtagskandidatin im Wahlkreis Neckar-Odenwald und die junge MdEP Franziska Brantner stellten sich vor und erläuterten ihre derzeitige Lebenssituation. Die drei Talk-Partnerinnen eint nicht nur die politische Farbe, alle haben sich neben Familie und Beruf politisches und gesellschaftliches Engagement aufgeladen. Und keine der Grünen Frauen verschwieg, dass man bzw. frau oft eine Gratwanderung mache, bei der nicht selten ein Bereich oder man selbst etwas kurz komme. So bekannte Simone Heitz, dass Mann und Töchter sie derzeit mitunter häufiger auf Wahlplakaten als von Angesicht zu Angesicht sähen. Franziska Brantner hatte sich gegen Ende ihrer Schwangerschaft mit einem T-Shirt mit der Aufschrift ”Dads are parents too” fotografieren lassen. „Ich wollte das Anliegen transportieren, dass sich Väter selbstverständlich ihrer Verantwortung für die Kindererziehung stellen sollen. Aber gleichzeitig dafür demonstrieren, dass Männern dies auch ermöglicht wird, indem ihnen z.B. auch ein Anspruch auf Erziehungsurlaub eingeräumt wird!“ erläuterte sie den Grünen Standpunkt.

Die Mittagsgäste waren von Baumbusch ausdrücklich aufgefordert worden mitzumachen, nachzuhaken, und beizusteuern – so entwickelte sich eine lebhafte Diskussion quer durch die politische Speisekarte. Was wohl anders gekommen wäre, wenn Simone, Franziska oder Charlotte als Simon, Franz oder Karl auf die Welt gekommen wären? Franziska wäre sicher nicht als Praktikantin eines Europaabgeordneten angesprochen worden und Charlotte hätte Papas Auto ebenso schnell bekommen wie ihr Bruder lauteten die Vermutungen. Das Leben im ländlichen Raum sei für die jugendlichen und erwachsenen Töchter von Schneidewind-Hartnagel und Heitz kein Problem, dank S-Bahn Anschluss seien sie mobil und schnell auch in den Rhein-Neckar-Metropolen. Für ihre Freunde auf den Dörfern, die nicht ÖPNV angebunden seien, sei dies erheblich schwieriger. Zum Studium zögen viele weg, aber um Kinder groß ziehen, gäbe es aus ihrer Sicht nichts schöneres als das Land, erläuterte Simone Heitz aus eigener Erfahrung und wurde von Anwesenden bestätigt. Eine Rückkehr der Jugendlichen nach dem Studium scheine nur möglich, wenn es Arbeitsplätze gebe, bei denen das tägliche Pendeln nicht erforderlich wäre. Deshalb seien leistungsfähige Internetverbindungen elementar wichtig. Auch Krippenplätze, von den Grünen schon früh gefordert, fehlten mancherorts noch, aber hier hole das Land auf. Das Thema Schule, eigentlich nur als Randthema vorgesehen, entwickelte sich zum Hauptthema. Das G-8-Diktat der Landesregierung, Werkrealschule, Verknüpfung Schule und Studium, Anforderungen an die Lehrerausbildung und das europäische Erfolgsrezept langes gemeinsames Lernen waren die Stichpunkte, doch auch die Frage „Was ist Bildungsziel?“ wurde kritisch diskutiert.

Konkret dann der Ausblick auf den 27. März: „Wenn die Grünen an die Macht kommen, was ändert sich?“ Drei konkrete Verbesserungen versprachen die Podiumsteilnehmerinnen: Transparenz von Entscheidungen, frühzeitige Einbíndung aller Betroffenen und die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 würden auf jeden Fall kommen, lautete die Zusage.

Infos im Internet:
www.simone-heitz.de

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