Merle Hilbk liest aus „Tschernobyl Baby“

Am 15.03. in Mosbach: „Wie wir lernten, das Atom zu lieben“ – Erlös für Tschernobyl-Opfer

Mosbach. (bd) Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Zur anstehenden Leipziger Buchmesse ist dazu ein ungewöhnliches Buch erschienen, in dem auch die „Region Obrigheim“ eine beachtliche Rolle spielt: Tschernobyl Baby: Wie wir lernten, das Atom zu lieben. Die Autorin Merle Hilbk, die als freie Journalistin unter anderem für FAZ, Spiegel und ZEIT schreibt, hat eine Mischung aus Reisereportage und Sozialstudie verfasst, die viele gängige Vorstellungen in neuem Licht erscheinen lässt.

In „Tschernobyl Baby“ geht es – natürlich – um Tschernobyl, die Reaktorkatastrophe, das Sperrgebiet, das auf weißrussischem Boden „Radioökologisches Schutzgebiet mit europaweit einzigartiger Fauna“ heißt, und in das auf ukrainischer Seite All-Inclusiv-Reisen für westliche Touristen angeboten werden. Die Realität zeigt sich mitunter so bizarr, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen möchte.

Fotostrecke zum Thema (Fotos: Merle Hilbk) [nggallery id=88]

Es geht um Menschen, die in der Sperrzone leben und arbeiten, es geht um Mutantenfische und Kinder mit Nasenbluten. Und es geht um Mascha, die im Jahr der Katastrophe geboren wurde und viele Sommer in Deutschland verbrachte, um sich zu erholen, weil die Deutschen Mitleid mit ihr hatten – wegen Tschernobyl.

Hilbk sprach mit Menschen, deren Leben in unterschiedlicher Form durch den GAU im ukrainischen Reaktor geprägt wurde, etwa mit dem letzten noch lebenden Ehepaar, das wie vier weitere am Tag des Unglücks in der Kraftwerksstadt Pripyat geheiratet hatte. Oder mit Christine Denz und anderen Aktiven aus der seinerzeit gegründeten Klägergemeinschaft „Obrigheim abschalten“ wie auch mit KWO-Ex-Pressesprecher Karlfried Theilig.

Merle Hilbks Buch beschreibt den so unterschiedlichen Alltag im Umgang mit der Katastrophe im Osten und im Westen, vom Computerspiel S.T.A.L.K.E.R, in dem Tschernobyl-Überlebende gegen Mutanten kämpfen müssen bis zum X-Tausendmal-Quer-Protest.

Eingeladen von Grünen-Landtagskandidatin Simone Heitz wird sie ihr Buch am Dienstag, 15.03. um 19.30 Uhr im Mosbacher Café Rino (Farbgasse 17) präsentieren und mit vielfältigem Bildmaterial illustrieren. Der Erlös kommt der Tschernobylopfer-Selbsthilfegruppe „Selmyaka“ in Kiew zu gute, die von Merle Hilbk unterstützt wird.

Spendenkonto: Arbeiterwohlfahrt Heidelberg, Stichwort “Semlyaki”
Konto 40 41 00 07, Volksbank Kurpfalz, BLZ 672 901 00
Bei vollständiger Anschrift des Spenders gibt es eine Spendenbescheinigung

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