Grüner Salon bilanziert

„Bedrängter Naturschutz im Kreis“ – H-O-T – Landübernutzung und Wertigkeit in der Kritik

Mosbach. (cd) Der Naturschutz kommt in Baden-Württemberg und im Neckar-Odenwald-Kreis immer mehr unter die Räder. „Die CDU gibt sich heimatverbunden, aber seit über 20 Jahren passiert außer Verwaltung kaum etwas im Land“, brachte es die Grüne Landtagskandidatin und Kreisrätin Simone Heitz bei einem Fachgespräch mit „Getroffenen“ am Faschingssonntag in Mosbach auf den Punkt. Den „finalen Genickschuss“ habe die Verwaltungsreform des früheren Ministerpräsidenten Teufel gesetzt, durch die unabhängige Institutionen wie die Bezirksstelle für Naturschutz und die Landesanstalt für Umwelt zu Fall gebracht wurden. Jetzt solle Naturschutz mit ehrenamtlicher kostenloser Arbeit geleistet werden – ein Unding! Die geladenen VertreterInnen von Naturschutzverbänden und (Öko)-Landwirten forderten einmütig eine Stärkung des professionellen Naturschutzes. Beispielsweise müsse Personal für Arten- und Gebietsmonitoring eingestellt werden. Der Erhaltungsgrundsatz sei geltendes Recht. Die Naturschützer sehen ihre Rolle in der des „Impulsgebers und Antreibers“. „Es wird auch von keinem ADAC Mitglied verlangt ehrenamtlich Leitplanken zu montieren“, fand NABU-Mitglied Heinz Nickolaus den passenden Vergleich. Nur eineinhalb Personalstellen in der Verwaltung im Landratsamt seien zu wenig; andere Landkreise wie z. B. der Landkreis Heilbronn hätten vier Stellen.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüner Salon bilanziert – Bedrängter Naturschutz im Kreis“ url=“//www.nokzeit.de/?p=10011″] Vom umstrittenen Super-E10, bei dessen stümperhaften Einführung die Autofahrer die Zeche zahlten, kam das Fachgespräch auf die Bioenergieregion H.O.T. – ein weites Feld! Positiv herausgestellt wurden generell die Verdienstmöglichkeiten für die Landwirte. Bezweifelt aber wurde bei der derzeitigen Praxis die amtlicherseits behauptete Wirksamkeit für den Naturschutz und gegen den Treibhauseffekt. Dr. Michael Göring, NABU Kleiner Odenwald, dazu: „Der Landkreis hat ein Flurmanagement einzurichten, bei dem die Nahrungsmittelproduktion, die Flächen für erneuerbare Energien und der Naturschutz als gleichberechtigte Säulen nebeneinander festzuschreiben sind.“ Die Versammlung verlangte eine Änderung des EEG, das bis jetzt die Maisnutzung – und damit Monokulturen – hoch vergütet, aber die sog. Reststoffe wie Gülle, Stroh usw. ungefördert lässt. Scharf kritisiert wurde das verbotene, aber meist folgenlos bleibende Umbrechen von Grünland und von Grenzertragsflächen – eine Sünde, weil diese für bedrängte Pflanzen und Tiere Rückzugsorte bieten. Kreisrätin Christine Denz legte dar, dass im Energiekonzept der Landesregierung bis 2020 wegen des begrenzt verfügbaren Potentials lediglich 8% aus Bioenergie kommen sollten; deshalb müssten unbedingt die „echten“ erneuerbaren Energieträger wie Wind, Wasser und Sonne in den Vordergrund gerückt werden.

Amelie Pfeiffer, Landwirtin und Stadträtin aus Buchen, warb für den kürzlich gegründeten Runden Tisch „Gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis“. Wichtige Ziele seien, die Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren zu erhalten und nicht in Abhängigkeit von globalen Agrokonzernen wie Monsanto zu geraten. Das „Fachgespräch Naturschutz“ soll künftig jährlich stattfinden. „Wir brauchen für den Erhalt der Biodiversität viele Trittsteine, wir brauchen Biotopvernetzung, wir brauchen Ackerrandstreifen, Lercheninseln, Streuobstgürtel und Artenvielfalt. Wir brauchen neben Bioenergie, Geopark und Tourismus, der landwirtschaftlichen Nutzung auch den Naturschutz zu Pflege der Kulturlandschaft in Neckartal, Odenwald und Bauland. All die heute angesprochenen Dinge müssen gebündelt bearbeitet werden“, meint Simone Heitz „warum nicht in einem UNESCO-Biosphärenreservat? Unsere Heimat kann das!“

Infos im Internet:
www.simone-heitz.de

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