Neuer Chefarzt für Wirbelsäulenchirurgie

Dr. Andreas Zeugner (Mitte, bei einem Gastaufenthalt in Amerika) wurde nach einer vorbildlichen Aufbauleistung – vor gut vier Jahren kam er an die Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen, um dort eine Wirbelsäulenchirurgie aufzubauen – zum Chefarzt der ebenfalls neuen „Klinik für Wirbelsäulenchirurgie“ ernannt. (Foto: LRA)

Buchen. Ein Freund großer Worte ist er nicht. Dr. Andreas Zeugner beschränkt sich auf das für ihn Wesentliche: die operative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Das allerdings macht der seit 2007 an den Neckar-Odenwald-Klinken in Buchen tätige Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie so gut, dass er jetzt zum Chefarzt ernannt wurde und auch sein Wirbelsäulenzentrum einen noch klangvolleren Namen bekam. Ganz korrekt muss es jetzt heißen: Dr. Andreas Zeugner, Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie an den Neckar-Odenwald-Klinken.

Dass Titel allerdings Schall und Rauch sind, daran lässt gerade dieser Mediziner keinen Zweifel. Er will einfach nur gute Arbeit machen und das fortsetzen, was er vor vier Jahren begonnen hat. Als Einzelkämpfer hat er damals angefangen, das Spektrum der Orthopädie und Unfallchirurgie an den Neckar-Odenwald-Klinken zu erweitern. Zu seinem Spezialgebiet gehörte damals wie heute die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen an der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, wozu Verletzungen und Verletzungsfolgen ebenso wie Bandscheibenvorfälle, die Folge schwerer Osteoporose oder entzündliche Veränderungen bzw. Deformierungen der Wirbelsäule durch rheumatische Erkrankungen oder Verschleiß gehören. Elf Monate nach seinem Dienstantritt konnte Dr. Zeugner, der vor seiner Buchener Zeit zehn Jahre lang in großen Häusern Erfahrungen auf seinem Spezialgebiet gesammelt hatte, den Vollzug von rund 100 kleineren und größeren Operationen an der Wirbelsäule vermelden – eindruckvoller hätte der Beweis, dass es genau auf diesem Gebiet eine Lücke in der medizinischen Versorgung gegeben hat, nicht ausfallen können. Tatsächlich gab und gibt es im Umkreis von rund 70 Kilometern kein vergleichbares Wirbelsäulenzentrum, an dem Operationen aller Schwierigkeitsgrade durchgeführt werden können.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Neuer Chefarzt für Wirbelsäulenchirurgie“ url=“//www.nokzeit.de“] Folgerichtig stand 2008 der Ausbau der Abteilung zu einem „Wirbelsäulenzentrum Neckar-Odenwald“ an, regelmäßig begleitet von erheblichen Investitionen in die notwendige Medizintechnik. Zeitgleich stieß Oberarzt Ralph Ringeisen, ein Neurochirurg, zum entstehenden kleinen Team. Während Ringeisen bei Wirbelsäulenoperationen speziell das hoch empfindliche Rückenmark und die Nerven „im Auge“ behält, kümmert sich Dr. Zeugner als Orthopäde um die Wiederherstellung des Knochenapparats: Eine ideale Ergänzung bei einer Vielzahl von Erkrankungen. Denn Wirbelsäulenoperationen zählen nicht zuletzt wegen diesem heiklen weil sehr engen „Nebeneinander“ von Rückenmark, Nerven und Knochenapparat grundsätzlich zur „Hochrisikochirurgie“.

Sehr hochfliegende Erwartungen seiner Patienten dämpft Dr. Zeugner übrigens umgehend: „Eine neue Wirbelsäule können wir niemandem einbauen. Aber viele Schmerzgeplagte sind auch schon mit einer Verbesserung ihrer Situation hoch zufrieden. Und die können wir in vielen Fällen herbeiführen.“ Ohnehin grenzt der Spezialist sich ab: „Natürlich nehmen wir auch Patienten mit massiven Beschwerden stationär zur Schmerztherapie auf. Für konservative Therapien oder vorbeugenden Maßnahmen gibt es aber andere Fachärzte und Physiotherapeuten. Unser Schwerpunkt liegt eindeutig auf der operativen Behandlung. Hier haben wir allerdings alle Möglichkeiten, „weiterschicken“ wegen einer zu schwierigen Diagnose müssen wir praktisch niemanden.“

Bei ihrer Arbeit werden Dr. Zeugner und Dr. Ringeisen aktuell von Dr. Tomas Kucera unterstützt, einem weiteren Neurochirurgen. Die Interdisziplinarität – also die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen – unterstreicht und befördert die Spezialisierung. Diese Spezialisierung bzw. der daraus resultierende gute Ruf haben dafür gesorgt, dass sich die Patientenzahlen bisher jährlich praktisch verdoppelten. 2010 kamen weit über 1000 Personen mit Rückenproblemen in die Sprechstunde und in die Notfallambulanz in Buchen, rund 800 Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen wurden stationär behandelt und an die 500 Operationen wurden durchgeführt. Die Patienten kamen nicht nur aus dem engeren Umfeld: die Großräume Stuttgart, Frankfurt, Heidelberg und Würzburg waren und sind durchaus gut vertreten. Eine weitere Verdoppelung der Patientenzahlen strebt Dr. Zeugner allerdings nicht an: „Dazu fehlt es uns schlicht an Kapazitäten hier.“ Sein ganzes Augenmerk hat der Chefarzt, der persönlich übrigens „noch nie“ Rückenprobleme hatte, derzeit auf die weitere medizintechnische Ausstattung seiner Klinik gelegt: „Uns ist für diese Jahr ein modernes Neuromonitoring zugesagt worden, mit dem während einer Operation die Nervenfunktionen sehr gut überwacht werden können. Das würde eine zusätzliche Sicherheit garantieren, weshalb dieses leider sehr teure Gerät ganz oben auf unserer Wunschliste steht.“

Kontakt:
Telefon Sekretariat Wirbelsäulenchirurgie: 06281-29-224
Mail: wirbelsaeulenzentrum@neckar-odenwald-kliniken.de

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