Grüne Frauen bei AWN und H-O-T

Nachhaltigkeitskriterien – Keine „Rosinenpickerei“ aus kommunalem Abfall

Neckar-Odenwald-Kreis. (cd) Die grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl besuchte auf Einladung von Barbara Bruhn und Simone Heitz, Landtagskandidatinnen aus Hohenlohe und Neckar-Odenwald, die Geschäftsstellen von AWN und der Bioenergieregion H-O-T in Buchen. Begleitet wurden sie von Kreisrätin Christine Denz, gleichzeitig grüne Aufsichtsrätin in beiden kommunalen Gesellschaften. Themen waren mögliche Wege zu einer ökologischen Abfallwirtschaft, zur umweltverträglichen Ausgestaltung von H.O.T. und die anstehende Novellierung des EEG.

Der Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter stellte das kreiseigene Abfallunternehmen AWN vor. Die grüne Delegation interessierte sich besonders für die “restmüllfreie Abfallwirtschaft”, die derzeit in Rosenberg im Modellversuch erprobt wird. Sylvia Kotting-Uhl hatte in der letzten Legislatur im Bundestag ein Konzept eingebracht, das sich in weiten Teilen mit dem hiesigen Modell deckt, ohne jedoch bisher praxiserprobt zu sein. Im Rosenberger Konzept spielt die vorgeschaltete Müll-Vermeidung keine Rolle, obwohl sie lt. Gesetz Priorität hat. Beim grünen Modell ist das Hauptaugenmerk zunächst auf Vermeidung und erst dann auf stoffliche Verwertung gerichtet. Dies ist ausführlich nachzulesen unter www.simone-heitz.de/. Nach Ansicht der Grünen ist der Rosenberger Modellversuch ein zukunftsweisendes Modell, in das die Abfallvermeidung aber noch eingebaut werden müsse. Jetzt gelte es, den Knoten Duales System Deutschland zu lösen. Die Grünen sehen wie die AWN die Abfallwirtschaft als kommunale Aufgabe an, inklusive dem Handel mit den Wertstoffen aus dem Müll. Hier dürfe es keine „Rosinenpickerei“ geben. Der Erlös der Wertstoffe aus dem Abfall könne helfen, die Müllgebühren zu begrenzen oder sogar zu reduzieren.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüne Frauen besuchen AWN und H.O.T.“ url=“//www.nokzeit.de“] Der Geschäftsführer von H.O.T., Sebastian Damm, erläuterte das nachträglich der Realität angepasste Regionalentwicklungskonzept der Bioenergieregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber. Man habe festgestellt, dass wichtige Themenbereiche nicht bedacht wurden. Dies bestätigten die Grünen und forderten erneut Nachhaltigkeitskriterien für die Nutzung der Bioenergie. Insbesondere professionelles Flurmanagement wurde angemahnt, das Nahrungsmittelproduktion, Bioenergiegewinnung und Naturschutz als gleichberechtigte Säulen beachte. Getreideanbau zur Energieerzeugung lehnen die Grünen ab. Ebenso wie das Umbrechen von Grünland- und Grenzertragsflächen, die Pflanzen und Tieren als Rückzugsort dienten. Wesentlich sinnvoller sei es, Energie aus landwirtschaftlichen und anderen Reststoffen zu gewinnen. Unter Beachtung der Rahmenbedingungen stehen die Grünen der Bioenergie-Nutzung grundsätzlich positiv gegenüber.

Ausführlich wurde das Potential erneuerbarer Energien besprochen und das Zusammenspannen mit der Bioenergie, wie es bei der anstehenden Novellierung des EEG ansteht. Wenn Biomassekraftwerke im Grundlastbetrieb gefahren werden, müsse auch die Wärmenutzung sichergestellt und vergütet werden. Biomassekraftwerke eignen sich auch dafür, die Spitzenlast abzudecken. Sie sollten dann hochgefahren werden, wenn die regenerativen Energien nicht zur Verfügung stünden. Zum Abschluss besichtigte die Delegation die Biogasanlage in Rosenberg.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de



Artikel empfehlen: