Die Kunst erblüht

Der Kunstverein Neckar-Odenwald erwacht aus seinem Winterschlaf

von Tim Krieger

Neckar-Odenwald. Wie in jeder Saison gönnte sich auch in diesem Winter der Kunstverein eine kurze Auszeit, die die Verantwortlichen nutzten, um Vorbereitungen für das Ausstellungsprogramm 2011 zu treffen.

Und wieder erwartet die kunstinteressierte Öffentlichkeit ein Programm, das als Ganzes ausgewogen ist, in seinen Einzelteilen aber immer unter der Prämisse „zeitgenössisch“ steht.

Natürlich, zeitgenössisch, das ist ein „weites Feld“. Aber der Kunstverein hat an seinen beiden Ausstellungsorten in Buchen und Mosbach die Gelegenheit, mit insgesamt zehn Ausstellungen ein großes Spektrum dieses weiten Feldes zu präsentieren.

In Mosbach wird am 3. April eine Schau mit Holzskulpturen von Joseph Stephan Wurmer den Reigen eröffnen – das Alte Schlachthaus in Mosbach muss seine fantastische Eignung für Arbeiten dieser Art nicht mehr unter Beweis stellen. Hier werden Begegnungen mit abstrakter Holzplastik möglich sein, deren Sprache sich im Spannungsfeld zwischen strengster Formensprache und ursprünglicher Archaik artikuliert.

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In Buchen wird uns in der Auftaktausstellung hingegen Kunst aus einer im Vergleich dazu „modernen“ Technik, der Fotografie gezeigt. Andrej Pirrwitz, ein Shooting-Star der deutschen Fotokunstszene wird in dieser von Werner Zeh, dem Vereins-Vorsitzenden kuratierten Schau, mit einer Großbildkamera geschaffene Bilder präsentieren, in denen rätselhafte verlassene Orte zum Leben erweckt werden.

Im Buchener Kulturforum Vis-à-Vis wird sich unter dem Titel „DUO“ bis zum Juli eine Schau von „Arbeiten mit Papier“ anschließen, in denen sich Andrzej Urbanski und Bara Lehmann-Schulz mit unterschiedlichen Collagetechniken präsentieren werden.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Die Kunst erblüht “ url=“//www.nokzeit.de/?p=10372„] In Mosbach folgt im Mai auf die archaisch-abstrakte Sprache der Werke Joseph Stephan Wurmers eine Ausstellung von Regine E., die sich „Nebaren, Feengift, Labyrinthe“ nennt und als eine Gesamtinstallation zu verstehen ist. Märchen, Mythen, versunkene Kulturen, Magie und Volkskunst sind Stichworte zum Werk der Stuttgarterin.

Im Juni eröffnet im schönen Alten Schlachthaus dann eine Malereischau: Himmel, Hölle, 1, 2, 3. Der im Odenwald und in Berlin arbeitende Hans Sieverding wird Beispiele seines ausgereiften Schaffens zeigen, das dem Menschen und der Landschaft gewidmet ist.

Die große Mosbacher Sommerausstellung wird der Heidelberger Malerin Petra Lindenmeyer Raum geben. „Spitze!“ ist sie betitelt – und das ist ganz wörtlich zu nehmen, denn Stoffe, Spitzenarbeiten, Fäden, Gewebe und Ähnliches bilden das Rohmaterial, aus dem die Künstlerin ihre Arbeiten aufbaut, collagiert, bemalt, arrangiert.

Während im Buchener Kulturforum während des Sommers eine Sonderausstellung der Stadt Buchen mit Biografien von im KZ Dachau Inhaftierten zu sehen sein wird, präsentieren sich im Herbst dort Künstler des Kunstvereins selbst, in einer von Ingolf Jännsch kuratierten Schau unter dem Titel: Kunstgeschehen – Zeitgeschehen.

Der Abschluss des Jahresprogramms in Buchen wird dann „Vielfalt“ bringen: Malereien von CLAPEKO van der Heide, ein farbmutiger Klassiker des Abstrakten, der noch bei Emil Schumacher studierte.

Der Kunstverein lädt alle Kunstinteressierten zu seinen Ausstellungs-Vernissagen ein, den Anfang wird die Eröffnung der Schau mit Fotografien von Andrej Pirrwitz am Sonntag, dem 27. März um 11 Uhr machen.

Info im Internet:
www.kunstverein-neckar-odenwald.de

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