Grüne besuchen Caritas

Perspektiven für Daseinsvorsorge im Neckar-Odenwald-Kreis – Weitblickende Konzepte für wachsende Aufgabenfülle

Unser Bild zeigt von links: Landtagskandidatin Simone Heitz, MdB Sylvia Kotting-Uhl und Caritas-Geschäftsführer Meinrad Edinger. (Foto: Klaus Brauch-Dylla)

Mosbach. (bd) Eigentlich wollten sich Sylvia Kotting-Uhl, aus Sinsheim stammende Bundestagsabgeordnete der Grünen, und Landtagskandidatin Simone Heitz „nur“ den Nachbarschaftsladen der Caritas am Neckarelzer Marktplatz anschauen, doch im Gespräch mit Caritas-Geschäftsführer Meinrad Edinger wurde dann ein ganzer Cosmos von Aufgaben angesprochen.

Nachdem Neckarelz keinen Lebensmittelvollsortimenter mehr im Ortstkern hatte, betrat die Caritas vor drei Jahren Neuland und reaktivierte die schmerzlich vermisste Einkaufsmöglichkeit in eigener Regie – „Unser Laden“ am Marktplatz war geboren. Allen Einwohnern steht das Angebot offen, das neben Lebensmitteln auch Drogerieartikel, Schreibwaren- und einen Backshop mit Stehcafé bietet. Dort erläuterte Edinger die umfassende Aufgabenfülle der Caritas und die vielfältigen Lösungsideen. Gerade die Altersentwicklung mit Begleiterscheinungen wie höheren Demenz-Quoten, der Bevölkerungsverlust in den Dörfern abseits der Entwicklungsachsen, absehbarer Verlust von Infrastruktur wie Läden, Ärzten, Apotheken und Ausdünnung familiärer und nachbarschaftlicher Netzwerke sind in seiner Sicht Herausforderungen, die neue Antworten durch Kommunen, Kreis und auch Wohlfahrtsverbände erforderten. Dass der Verband nicht nur zukunftorientierte Visionen entwickelt, sondern auch konkrete Ideen erprobt, zeigte der Kreisgeschäftsführer im Laden-Cafe. So gibt es für Menschen, die durch Krankheit oder aus anderen Gründen ihre Häuslichkeit nicht verlassen können, als besonderes Angebot einen Lieferservice. War der Nachbarschaftsladen und das angrenzende Spezialgeschäft „Pflege und mehr“ Neuland für den Verband, so seien die florierenden Caritasläden ein deutlicher Beweis , dass es nach wie vor auch im Neckar-Odenwald-Kreis viele Bedürftige gäbe, denen der Caritasverband Hilfe zukommen lässt.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Grüne besuchen Caritas“ url=“//www.nokzeit.de“] Als Mitarbeiter/innen in den Caritasläden würden aber auch Arbeitslose und „1-Euro-Jobber“ zusätzlich „profitieren“, so Edinger. Denn nach oft unfreiwilligen beruflichen Auszeiten würden sie hier gute Erfahrungen mit der Arbeitswelt machen können im Sinne von Sinngbung, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und andere Qualifikationen.

Meinrad Edinger ging in seinen Ausführungen aber auch auf andere Neuentwicklungen der Caritas in Neckar-Odenwald-Kreis ein, berichtete von der zertifizierten Ausbildung nach AZWV als Familienhelfer/-in für Altersverwirrte, dem Tageszentrum fu?r Demenzerkrankte im Krone-Areal in Mudau, verbunden mit vier barrierefreien Wohnungen, oder dem in Buchen beheimateten Menüsevice.

Die Politikerinnen waren sich einig über den großen Nutzen des Vor-Ort-Termins, „so unverblümt hat bisher niemand unserer Gesprächspartner die absehbaren und gegenwärtigen Herausforderungen der Daseinsvorsorge benannt“ fasste Simone Heitz ihre Eindrücke zusammen. Sylvia Kotting-Uhl hatte sich reichlich Notizen gemacht, besonders um Edingers Bitte um Überprüfung allzu bürokratischer Auflagen für Non-Profit-Organisationen nachzugehen.

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