„Ohne Wald wäre das Wandern doof“

Die Teilnehmer verkosten Bärlauch-Pesto. (Foto: LRA)

Neunkirchen. Diese Einschätzung von Manuel Andrack teilten etwa 200 Wald-, und Wanderfreunde, die der Einladung der Schwarzacher Förster am vergangenen Sonntag in die Wälder rund um die Minneburg gefolgt waren. „Von Bäumen, Burgen und Bärlauch“ lautete der Titel der Frühjahrswanderung, zu der Forstdirektor Dietmar Hellmann die Gäste bei herrlichem Wanderwetter beim Parkplatz der Minneburg in Neunkirchen begrüßen konnte. „2011 ist das Jahr der Forstleute und Waldbesitzer, aber auch das Jahr all derer, die den Wald lieben. Wir Förster laden Sie ein, im Internationalen Jahr der Wälder neue Einblicke in die Wälder in Ihrer Umgebung zu gewinnen, denn dazu haben die Vereinten Nationen aufgerufen, die die Menschheit neu sensibilisieren wollen für diesen vielfältigen und wichtigen Lebensraum“, so Hellmann in seiner kurzen Begrüßungsansprache.

In Begleitung mehrere Försterinnen und Förster zogen die Wanderer – darunter viele Familien mit Kindern – los, um abseits der Waldwege den verlassenen Standort des ehemaligen Leidenhardter Hofes zu suchen. Dabei erfuhren die Teilnehmer viel über die Arbeit der Förster und die Lebensgemeinschaft Wald. Über 50 Meter hohe Douglasienbäume zogen die Aufmerksamkeit der Wanderer ebenso auf sich wie die ersten zaghaften Blüten des Blausterns entlang der Wege. Die „Odenwälder Mischsaat“ aus vergangenen Jahrhunderten und die Herausforderungen, die der Klimawandel ganz aktuell an Wald und Förster stellt, fanden ebenso interessierte Zuhörer wie die Suche nach Wildfährten, an der sich vornehmlich die jüngeren Wanderer beteiligten. Herrliche Ausblicke auf das Neckartal und die Burg Zwingenberg entschädigten für die Anstrengungen. Entlang der großen Holzpolter konnte viel über Holzeinschlag, Verkauf und Nachhaltigkeit diskutiert werden. Sogenannte „Altholzinseln“, die Lebensräume für Spechte, Fledermäuse und holzbewohnende Insekten bieten, wurden gezeigt. Schließlich führte der Weg auch an einem ausgiebigen Bärlauchvorkommen im Bereich der Nunien vorbei, aus dem sich viele für die heimische Küche bedienten.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Ohne Wald wäre das Wandern doof“ url=“//www.nokzeit.de/?p=10539″] Am Ende der Wanderung erwateten die Teilnehmer gleich zwei Höhepunkte. Gundolf Belz, gelernter Koch und ehemals Forstwirtschaftsmeister in Schwarzach, bot drei verschiedene Bärlauchpesto mit Pinien, Haselnüssen und Mandeln an, die mit Spaghetti verkostet werden durften. Nach dieser Stärkung beeindruckte der Leiter des Neunkirchener Heimatmuseums, Dr. Herminghaus, die Wanderer mit seinen Kenntnissen der Minneburg und deren wechselvoller Geschichte. Wer wollte, durfte schließlich noch einen kleinen Waldbaum mit nach Hause nehmen, um ihn in den Garten zu pflanzen.

Unter dem Motto „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe“ lädt die Forstverwaltung des Landratsamtes zu weiteren Veranstaltungen, verteilt über das ganze Jahr ein. Die nächsten Wanderungen finden am 3. April in Osterburken zum Thema „Wald und Römer“ und am 22. Mai, dem internationalen Wandertag, rund um den Katzenbuckel statt.

Die Bürgerinnen und Bürger im Land werden zudem in den nächsten Wochen durch eine besondere Aktion auf das Jahr der Wälder hingewiesen: Eigens gestaltete Holzbänke, aus massivem Holz gefertigt und fünf Meter lang, werden im ganzen Land als Werbeträger für das Jahr der Wälder aufgestellt. „Rund 800 Holzbänke bringen das Holz als wichtigsten nachwachsenden Rohstoff und damit auch den Wald in viele Gemeinden des Landes. In den Städten und Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises werden 30 dieser Bänke am kommenden Montag im Beisein von Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig und Landrat Dr. Achim Brötel aufgestellt“, so der Forstmann aus Schwarzach.

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(Foto: LRA)

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