„Flüchtlinge schützen statt bekämpfen“

„Bundesweiter Aktionstag für Flüchtlinge“ auch im Kreis – Grüne Jugend fordert „humane Bedingungen“ in Hardheim

Mosbach. (bd) Den bundesweiten „Aktionstag für Flüchtlinge“ nahm die GRÜNE JUGEND Neckar-Odenwald am Dienstag zum Anlass, um die Situation von Asylsuchenden in Baden-Württemberg und im Neckar-Odenwald-Kreis näher zu betrachten. Zu einen Informations- und Diskussionsabend im Mosbacher Umweltzentrum war Ulrike Duchrow aus Heidelberg, stellvertretende Vorsitzende des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg, als Referentin eingeladen worden. Die Asylproblematik im Allgemeinen sowie die rechtliche Situation von Flüchtlingen erörterte sie anschaulich an einem Fallbeispiel. Am Schicksal einer iranischen Frau schilderte sie detailliert und anschaulich den Leidensweg einer Asylsuchenden. Zunächst in ihrem Heimatland und dann in Deutschland. Nach ihren Worten sollten Asylsuchende als Opfer von Krieg, Traumatisierung und Verfolgung eine besondere Solidarität erhalten. Deutschland betreibe eine Politik der Abschreckung, nicht eine der Toleranz und Integration, machte sie deutlich.

Spürbare Betroffenheit löste sie damit bei den Jugendlichen aus. Diese bemängelten, dass im Gemeinschaftskundeunterricht das „echte Leben“, das was Politik wirklich ausmache, nicht vermittelt würde.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“„Flüchtlinge schützen statt bekämpfen““ url=“//www.nokzeit.de“] Kreisrätin Simone Heitz kam direkt im Anschluss auf die Unterbringungssituation im Hardheimer Flüchtlingsheim zu sprechen, wo Missstände dem Kreis inzwischen schlechte Schlagzeilen bis hinein in die Landesschau gebracht hätten. „Wir befinden uns im Dialog mit der Kreisverwaltung, um akute Verbesserungen für die Bewohner/innen zu erzielen. Grundsätzlich streben wir die Aufgabe dieser Anlage an. Und besonders Familien und Kinder sollten nicht in solchen Massenquartieren untergebracht werden. Außerdem fehlt jeglicher Rechtsbeistand, der im Gesetz vorgeschrieben ist.“

Lucy Nau und Anna Gonchar von der Grünen Jugend Neckar-Odenwald erläuterten die Haltung der Jugendorganisation. „Wir wollen Flüchtlinge nicht bekämpfen, sondern schützen. Die bestehenden Regelungen und Auflagen sind geprägt von Abweisung, Misstrauen und Stigmatisierung, dadurch ausgrenzend und diskriminierend“. In Baden-Württemberg würde statt einer menschenfreundlichen Asylpolitik eine menschenverachtende Abschiebepolitik verfolgt. „Wir wollen das ändern und setzen uns daher für eine humane Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik ein, indem wir die Missstände an die Öffentlichkeit bringen“, so Nau und Gonchar. Die Zwangsunterbringung in meist heruntergekommenen Gemeinschaftsunterkünften wie in Hardheim und einem per Gesetz festgelegten Wohnraum von 4,5 Quadratmetern sei psychisch wie gesundheitlich belastend, unverantwortlich und diskriminierend. Zudem verhindere sie Integration und fördere Ghettobildung. Stattdessen fordere die GJ dezentrale Wohnungsvergabe mit Betreuungs- und Integrationsangeboten.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: