Seckach gestalten – Zukunft verbindet

Modellprojekt ging zu Ende – Nachhaltigkeitsprozess enorm vorangebracht – Lokale Agenda wird fortgeführt – Zukunft des Seckacher Bahnhofs im Blick

Das ehemalige Empfangsgebäude am Seckacher Bahnhof bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, über welche sich auch das Projektteam in seiner letzten Sitzung intensiv Gedanken machte. (Foto: GVS)

Seckach. Mit Ablauf des Monats Februar 2011 endete nach über dreijähriger Dauer das Modellprojekt „Kommunen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Entwicklung“ des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg. Vor diesem Hintergrund traf sich dieser Tage das aus den Moderatoren und Schriftführern der Arbeitskreise sowie Vertretern des Gemeinderates und der Verwaltung bestehende Projektteam der Gemeinde Seckach zu seiner turnusmäßigen Sitzung, um eine Zwischenbilanz über den bisherigen Verlauf des Lokale-Agenda-Prozesses zu ziehen.

Allgemeiner Tenor hierbei war, dass es der Gemeinde Seckach als einer von ursprünglich sechs Modellkommunen im Rahmen dieses Modellprojekts hervorragend gelungen ist, neue Strukturen bürgerschaftlichen Engagements aufzubauen, die viele segensreiche Entwicklungen angestoßen haben und in großen Teilen auch verstetigt werden konnten. Als Erfolgsgaranten erwiesen sich vor allem die frühzeitige Gründung des Projektteams, die Durchführung der großen Bürgerumfrage und in deren Folge die Einrichtung von vier Arbeitskreisen samt Untergliederungen. „Leuchttürme“ des Prozesses sind unbestritten der seit August 2009 bestens funktionierende und von einer stetigen Nachfragesteigerung geprägte Fahrdienst für ältere und mobilitätseingeschränkte Mitbürger sowie die im Sommer 2010 erfolgte Gründung des Vereins „Zeitbank 55+“. Aber auch die Aktivitäten im Bereich Wirtschaft, wo der zuständige Arbeitskreis u.a. die Verbesserung der Breitbandversorgung in den Ortsteilen Großeicholzheim und Zimmern maßgeblich unterstützt hat, sowie des Arbeitskreises „Natur, Umwelt, Energie“, welcher sich nicht zuletzt bei der Aufstellung der Biotopvernetzungskonzeption für die Gesamtgemeinde stark eingebracht hat und zwischenzeitlich auch schon die Umsetzung einzelner Maßnahmen in Angriff nahm, stellen wertvolle Beiträge dar. Daneben gibt es zwar auch Entwicklungen, die nicht so geradlinig verlaufen (z.B. beim Arbeitskreis „Kultur, Freizeit, Bildung“), aber auch diese stellen keinen Beinbruch dar, weil sich eben auch hierin die Interessenlage der Bevölkerung widerspiegelt.

In Bezug auf das Modellprojekt wurde vor allem lobend hervorgehoben, dass es den ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger wichtige Methodenkompetenzen für das Organisieren und Moderieren der Arbeitskreise, aber auch zum Thema Öffentlichkeitsarbeit, vermittelt habe. Der Projektcheck, Tagungen zum Thema Klimaschutz, die regelmäßigen Treffen aller Modellkommunen und nicht zuletzt der im Aufbau befindliche Nachhaltigkeitsbericht waren und sind darüber hinaus wichtige Bausteine, mit deren Hilfe die dauerhafte Verankerung des Lokale-Agenda-Prozesses in der Gemeinde Seckach befördert wurde. Beim diesjährigen Treffen aller Arbeitskreismitglieder am 25. Mai wird Gelegenheit sein, das bisher Geleistete ausführlich zu würdigen.

Aber natürlich bedeutet der Abschluss des Modellprojekts nicht das Ende des Lokale-Agenda-Prozesses, ganz im Gegenteil. Die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg hat der Seckacher Bürgerschaft, dem Gemeinderat und der Verwaltung vielmehr das nötige Rüstzeug vermittelt, um den Prozess nunmehr „auf eigenen Füßen“ fortzuführen. Hierzu stellte sich das Projektteam in seiner Sitzung vor allem die Frage, welche weiteren Themen der Seckacher Bevölkerung wohl „unter den Nägeln brennen“ würden. Neben anderen Anliegen brachten die ehrenamtlich tätigen Bürger das Gespräch hierbei recht rasch auf das derzeit leer stehende ehem. Empfangsgebäude am Seckacher Bahnhof. Bekanntlich sucht die Gemeinde Seckach im Rahmen der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte Seckach II“ schon seit geraumer Zeit einen Investor, welcher dieses über 1.000 qm Nutzfläche bietende Objekt wieder einer Nutzung zuführt. Gewerbe, Dienstleistung, Einzelhandel, Wohnen – alles ist denkbar. Mitglieder des Projektteams entwickelten nunmehr aber die Idee, dass sich auch alle Bürger, und hier vor allem die vielen Auspendler, einmal Gedanken machen sollten, inwieweit sie selbst Kontakte zu vermeintlichen Interessenten knüpfen könnten, ja vielleicht wäre sogar einer ihrer Arbeitgeber bereit, Arbeitsplätze nach Seckach zu verlagern oder hier neu zu schaffen. Denkbare Ausgestaltungsformen gibt es viele, hier ein paar Beispiele: Büro, Handel, Künstler, Archiv, Postdigitalisierung, Telearbeit, Forschungsabteilung, Stiftungssitz, Schulungszentrum, Pressestelle, Verbandssitz, Vereinssitz, Bankfiliale, Servicestelle, Reisebüro, Café, Backshop, Steuerberater, Werksvertretung, Beratungsstelle, Werbefirma, Sozialforschung, Softwareentwicklung, Ingenieurbüro, Planungsbüro, Architektur, Kunstsammlung, Auktionshaus, Betreuende Werkstätten, Arztpraxis, Krankenkasse, Rehabedarf, Gesundheits- und Wellnessangebote, Rechtsanwalt, Agenturen, Objektschutz, Energieberater, Gutachter, Landwirtschaftskammer, usw.. Die Devise könnte also lauten: „Holen Sie sich Ihren Arbeitsplatz nach Seckach und machen Sie Ihre Fahrtzeiten zu Ihrer Freizeit.“

Anzumerken ist noch, dass die Umnutzung des Bahnhofs in ein repräsentatives Gewerbe- und Dienstleistungszentrum umfangreich durch öffentliche Mittel gefördert wird. Für weitere Informationen steht die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Thomas Ludwig an der Spitze jederzeit gerne zur Verfügung und selbstverständlich werden Anfragen auf Wunsch auch streng vertraulich behandelt.

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