AWO kritisiert Gesundheitsreform

Mosbach. (jg) Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mosbach ehrte jetzt bei der Jahreshauptversammlung seine langjährigen Mitglieder. Vorsitzender Cornelius Kotulla überreichte die Urkunden. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurde Emma Drauz, für 25-jährige Treue Martina Peschke und für 20-jährige Mitgliedschaft  Herbert Höppler geehrt. Viel Lob und Geschenke gab es für Hildegard Weber. Sie schied freiwillig nach mehr als 24 Jahren vom Amt der Kassiererin aus. Zum Nachfolger wurde Hartmut Landhäußer gewählt.

Zuvor hob Cornelius Kotulla die zahlreichen Aktivitäten der AWO Mosbach hervor. So findet jeden zweiten Mittwoch im Monat der AWO-Treff statt. Grillfeste und regelmäßige Vorstandssitzungen runden das Jahresprogramm ab. Besonders am Herzen liegt der AWO Mosbach die Unterstützung der AWO-Einrichtungen. So wurden beispielsweise die Tagesstätte für seelisch Kranke und die AWO-Sozialstation mit 2100 Euro bedacht.

Hierfür bedankte sich der AWO-Kreisgeschäftsführer Peter Maurus ganz besonders. Maurus berichtete über den Wandel der AWO und hob hervor, dass man ein Augenmerk auf die Nachwuchsgewinnung setzen möchte. Die AWO habe sich ein Spielmobil angeschafft, dass sich großer Beliebtheit erfreue.  Am 7. Mai wird das AWO Spielmobil vor der AWO-Begegnungsstätte in Diedesheim  sein. Insgesamt hat die AWO Mosbach 75 Mitglieder, darunter gab es jüngst neun Beitritte.

Mit großer Sorge beobachtet die AWO auch die Entwicklungen im Gesundheitssystem. AWO-Kreisvorsitzende Gabriele Teichmann kritisierte insbesondere die Gesundheitsreform. Teichmann warnte vor dem Modell der Vorkasse. Das bisherige Sachleistungsprinzip, bei dem Ärzte und Kliniken mit den Krankenkassen abrechnen, werde durch ein Vorkasse-Modell abgelöst. Der Patient erhalte vom Arzt eine Rechnung, die er gleich bezahlen müsse. Es könne jedoch passieren, dass die Krankenkasse nicht alles erstatte, sodass ein Versicherter auf den Restkosten sitzenbleibe. Dies fände auch bei Medikamenten Anwendung. Insgesamt betrachtet führe das Vorkasse-Modell für Versicherte in die Schuldenfalle, da zwischen dem Rechnungs- und dem Erstattungsbetrag Hunderte von Euro Differenz liegen können, die ein Versicherter neben seiner Erkrankung entweder einklagen oder eben aus eigener Tasche finanzieren müsse. In konkreten Zahlenbeispielen belegte die gelernte Betriebswirtin die Nachteile des Vorkassenmodells. Die AWO setze sich deshalb für die solidarische Krankenversicherung ein, die sich seit über 125 Jahren bewährt habe.
 
 
 Das Bild zeigt die Geehrten von links: Herbert Höppler, Cornelius Kotulla, Peter Maurus, Hildegard Weber, Ingrid Landhäußer, Gabriele Teichmann, Hartmut Landhäußer, Wiebke Kotulla und Günter Heim. (Foto: privat)

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