Wohnungsbau für bedrohte Tiere

Schefflenz. Am Samstag trafen sich Mitglieder des NABU Seckach und Schefflenztal und Helfer aus der Bevölkerung in Unterschefflenz um für Schleiereulen, Mehlschwalben und Fledermäuse künstliche Nisthilfen und Wohnstätten zu bauen.

Dazu begrüßte Vorsitzender Christian Thumfart eine stattliche Anzahl Helfer und ein Aufnahmeteam des SWR, das über die Arbeit der Gruppe einen Beitrag drehen wollte. Thumfart freute sich besonders, 4 Holzfachleute dabei zu haben, die mit ihrem Fachwissen die Laien der Gruppe anleiten konnten. Volker Banschbach vom „Holzbau Banschbach Schefflenz“ war nicht nur dabei, sondern stellte auch seine komplette Werkstatt und seine Maschinen zu Verfügung. „Spezialholz Banschbach“ lieferte das benötigte Baumaterial und Gerd Banschbach stand ebenfalls den ganzen Tag zur Verfügung. Auch Zimmermeister Richard Hombach aus Oberschefflenz brachte sich ein und stellte Spezialmaschinen zur Verfügung. NABU-Mitglied Lutz Ohl, Schreiner und Restaurator steuerte gleichfalls sein Fachwissen bei. Für das leibliche Wohl der Helfer sorgte in bewährter Weise Silvia Dorsch.

Zuerst erläuterte Thumfart den Sinn und Zweck der Aktion und die Baupläne für die jeweiligen Nisthilfen. Mit Freude und Elan gingen Kinder wie Erwachsene kräftig ans Werk und am Nachmittag konnten stolz auf einen fertigen Schleiereulenkasten und fünf montagefertige Bausätze, zwei Fledermaus-Außenkästen und einen Bausatz sowie auf sechs „Giebelbrett-Konstruktionen“ für Mehlschwalbennester vorgezeigt werden.

Die Nisthilfen sollen mit Weiteren beim Richtfest fürs Wohnungsbauprojekt: „Artenschutzschwerpunkt Alte Dreschhalle Oberschefflenz“ am 02.Juli 2011 an der Außenfassade und im Dachgebälk des Gebäudes angebracht werden. Dabei wird es am Nachmittag auch Erläuterungen zu den einzelnen Maßnahmen geben, wozu die Bevölkerung schon jetzt herzlich eingeladen ist.

Auf die Frage, warum solche Hilfen für wildlebende Tierarten notwendig sind, ging Thumfart am Beispiel der Mehlschwalbe ein. Die Mehlschwalben haben, wie Schleiereulen und einige Fledermausarten, als sogenannte Kulturfolger die Häuser der Menschen für ihre Nester erobert und sie baut diese mit Lehm, Straßenschmutz und Halmen unter die Traufen der Dächer. Wer heute durch unsere Dörfer und Städte geht, findet kaum noch Pfützen mit Lehm oder klebrigen Straßenschutz wie er früher auf Schotterwegen und Pflasterstraßen zu finden war. Folglich können die Schwalben auch kaum mehr gutes Baumaterial finden und ihre Nester sind dann nicht optimal fest. Durch Schwerverkehr in den Straßen kommt es dazu, dass Erschütterungen die Hausfassaden erreichen und die Nester meist kurz vor dem Ausfliegen der Jungen herunter brechen. Auch wird der Schmutz, den die Schwalben machen von den Hauseigentümern oft nicht mehr toleriert und die Nester werden mutwillig zerstört. Dabei könnten einfache „Kotbretter“ unter den Nestern für Abhilfe sorgen. Mit den künstlichen Nisthilfen und den „Giebelbrettern“ kann der Standort für die Nester von Menschen bestimmt werden um z.B. diesem Problem aus dem Wege zu gehen.

Die Giebelbretter sind so konstruiert, dass auch von Schwalben selbst gebaute Nester besser haften und nicht so schnell abfallen können. Es werden also nicht nur „Schwalben-Fertighauswohnungen“ angeboten.
Mit dem SWR-Fernsehteam war Thumfart dann noch unterwegs, weitere Projekte der NABU Arbeit in Schefflenz vorzustellen. Der Beitrag wird voraussichtlich am Montag in der SWR –Landesschau, ab 18:45 Uhr, gesendet.

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Ein Fernsehteam des SWR beobachtet die Naturschützer bei der Arbeit. (Foto: privat)

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