Der Zoll – Produktpiraterie im Visier

Karlsruhe. (pm) Heute am Tag des geistigen Eigentums, steht auch die Arbeit der Zöllnerinnen und Zöllner zum Schutz der deutschen Unternehmen vor Produktpiraterie und der Verbraucher vor gefährlichen gefälschten Waren im Mittelpunkt.

Von den Zollämtern im Bezirk des Hauptzollamts Karlsruhe wurden im vergangenen Jahr in 270 Fällen gefälschte Waren mit einem Gesamtwert von 1,9 Mio. Euro sichergestellt. An erster Stelle der Markenfälschungen im Postverkehr standen dabei Bekleidung und Handtaschen, gefolgt von Schuhen, elektronischem Spielzeug sowie Schmuck und Uhren, so Matthias Götz, Pressesprecher des Hauptzollamts Karlsruhe. „Bei Kontrollen auf der Straße wurden 18.000 Spielekonsolen aus dem Verkehr gezogen“, berichtete Götz weiter.

Ernste Bedrohung für Unternehmen und Bürger
Nach wie vor ist Marken- und Produktpiraterie für deutsche Unternehmen, aber auch für Bürger, eine ernste Bedrohung. So stellte der Zoll z. B. schon gefälschte Bremsscheiben für Kraftfahrzeuge, Kettensägen oder Medikamente sicher. Im vergangenen Jahr hat der Zoll mehr als 2,4 Millionen gefälschte Waren im Wert von annähernd 96 Mio. Euro an den Grenzen gestoppt. Die Volksrepublik China bzw. Hongkong waren dabei mit über 80 Prozent der angehaltenen Warenmenge wieder Hauptquelle gefälschter Waren.

Vorsicht im Urlaub und im Internet
Von der Markenuhr über die Designerhandtasche bis hin zur Luxussonnenbrille: Urlauber in Einkaufslaune bekommen gerade im Ausland oft angebliche Markenprodukte zu verdächtig niedrigen Preisen angeboten. Aber Vorsicht! Viele Schnäppchen entpuppen sich schnell als billige Fälschung. Aus dem scheinbar günstigen Urlaubssouvenir wird dann eine enttäuschende Nachbildung, die ihr Geld nicht wert ist oder sogar die eigene Gesundheit gefährdet.

Auch außerhalb des Urlaubs können dank des riesigen Warenangebots im Internet gefälschte Produkte schnell per Post nach Hause gelangen. Die virtuellen Märkte bieten günstige Ware aus aller Welt, die rund um die Uhr nur einen kurzen Klick entfernt ist. Doch es gibt auch im Internethandel schwarze Schafe. Deshalb rät der Zoll gerade auf virtuellen Marktplätzen zu gesundem Misstrauen. Klicken Sie im Zweifel lieber einmal mehr, um einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden.

Der Zoll – Strategischer Partner für Wirtschaft und Industrie
Rechte geistigen Eigentums (z. B. Marken, Geschmacksmuster, Patente) sind heute ein entscheidender Bestandteil des immateriellen Vermögens eines Unternehmens, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Rechten geistigen Eigentums liegen Ideen zugrunde. Nur wer gute Ideen hat und in Forschung und Entwicklung investiert, kann sich von der breiten Masse abheben und das Interesse von Kunden wecken. Gute Ideen rufen aber auch eine Vielzahl von Nachahmern und Trittbrettfahrern hervor, die ebenfalls vom wirtschaftlichen Erfolg profitieren wollen. Die OECD schätzt den weltweit jährlich durch Plagiate verursachten Schaden auf über 250 Mrd. US-Dollar.

Der Zoll steht den Unternehmen im Kampf gegen die illegalen Nachahmer als starker Partner zur Seite. Inhaber von gewerblichen Schutzrechten können bei der Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz in München das Tätigwerden der Zollbehörden beantragen. Sämtliche Zollstellen in Deutschland können elektronisch auf diese Informationen zugreifen und Originalwaren von Mogelpackungen unterscheiden.

Im Jahr 2010 arbeiteten 584 Inhaber gewerblicher Schutzrechte mit der Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz zusammen. Die in diesem Jahr aufgegriffenen Waren haben die Schutzrechte von 297 Rechtsinhabern verletzt.

Infos im Internet:
www.zoll.de

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