Buchener Rentner erhält Landesverdienstorden

Ludwig Knörzer ist „Held des Alltags“ – Auch Premierminister Jean-Claude Juncker unter den Empfängern

Ministerpräsident Stefan Mappus (l.) überreicht Ludwig Knörzer aus Buchen-Hainstadt den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Mannheim. (pm) Nach der Eröffnung des Maimarks in Mannheim übergab der scheidende Ministerpräsident Stefan Mappus heute 22 Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg an verdiente Persönlichkeiten. In seiner Laudatio würdigte er die Ordensträger, die durch ihr Wirken, ihren Einsatz und ihre Selbstlosigkeit anderen Menschen zu Vorbildern geworden seien.

Unter den neuen Ordensträger ist auch der 82-jährige Rentner Ludwig Knörzer aus dem Buchener Ortsteil Hainstadt, der von Mappus als „Held des Alltags“ mit dem Verdienstorden ausgezeichnet wurde.
Ludwig Knörzer pflegt seit über 12 Jahren, seit dem Tod seiner Frau, seine von Geburt an schwerstbehinderte Tochter Beatrix ohne fremde Hilfe. Er ist Tag und Nacht für sie da. Seinem Einsatz ist zu verdanken, dass Beatrix auch nach dem Tod der Mutter in ihrer gewohnten Umgebung leben kann. Schon immer galt es, für eine große Familie mit sechs Kindern da zu sein. Und auch mit fast 82 Jahren erledigt Ludwig Knörzer heute noch alleine den Haushalt, kümmert sich um den Garten und die kleine Landwirtschaft. Zudem nimmt er sich die Zeit, aktiv am kirchlichen Leben teilzunehmen.

Neben Ludwig Knörzer gehören der Luxemburger Premierminister Jean-Claude Junker, der Schriftsteller Peter Härtling und Erzbischof Robert Zollitsch zu den prominentesten Empfängern des Verdienstordens.

„Die mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichneten Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich durch besondere Leistungen hervorgetan: Leistungen in den Bereichen Religion und Soziales, Kunst und Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Verwaltung oder durch vorbildliches Verhalten in Alltag und Beruf“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus anlässlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg am heute, in Mannheim. „Mit ihrem Wirken, ihrem Einsatz und ihrer Selbstlosigkeit sind die Geehrten anderen Menschen zu Vorbildern geworden“, betonte Mappus. Der Orden solle ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung, Dankbarkeit und Anerkennung für diese Leistungen sein.

Baden-Württemberg sei arm an Rohstoffen, aber reich an fleißigen und begabten Menschen. „Entscheidend ist für mich die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und das Bestmögliche daraus zu machen. Wohlstand und Fortschritt in unserem Land verdanken wir in erster Linie dem freien und verantwortungsvollen Wirken unserer Bürgerinnen und Bürger“, unterstrich Ministerpräsident Mappus. Sein Dank gelte daher nicht nur den Ordensträgern, sondern allen, die bereit seien, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen.

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Ministerpräsident Stefan Mappus mit den Ordensträgern. (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)

In Mannheim empfingen heute folgende Personen den Landesverdienstorden:

  • Willi Burger – Inspekteur der Polizei, Böblingen
  • Jérôme   Clément – ehemaliger Präsident des deutsch-französischen Fernsehsenders ARTE, Clamart/Frankreich
  • Silvius Dornier – Unternehmer, Friedrichshafen/Bodenseekreis
  • Wolfgang Fuhl – Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Lörrach,
  • Gabriele Geib – stv. Geschäftsführerin der Deutschen Kinderkrebsstiftung Spechbach/Rhein-Neckar-Kreis
  • Prof. Peter Härtling, Schriftsteller, Mörfelden/Hessen
  • Thomas Hengelbrock – Dirigent, Freiburg
  • Helmut Himmelsbach – Oberbürgermeister, Heilbronn
  • Claus-Wilhelm Hoffmann – Oberbürgermeister a. D. und Vorsitzender der Stiftung Literaturarchiv Oberschwaben, Mittelbiberach/Biberach,
  • Jean-Claude Juncker – Premierminister des Großherzogtums Luxemburg
  • Schwester Inge Kimmerle – Diakonissenschwester, Berlin
  • Ludwig Knörzer – Rentner, „Held des Alltags“, Buchen-Hainstadt/Neckar-Odenwald-Kreis
  • Schwester Regina Lehmann – Provinzoberin i. R., Allensbach-Hegne/Konstanz
  • Willi Rudolf – Vorsitzender des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Baden-Württemberg, Mössingen-Öschingen/Tübingen
  • Margarete Schrempp – soziales und kirchliches Engagement, Mitglied des Vorstands der „Kinderhilfe Bethlehem“, Hausach/Ortenaukreis
  • Prof. Dr. h. c. Wolfgang Schürer – Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lindauer Nobelpreisträger-Treffen am Bodensee, St. Gallen/Schweiz
  • Tilman Todenhöfer – Unternehmer, Madrid/Spanien
  • Prof. Dr. Hans Wolff – Rektor der Universität Ulm a. D., Mitbegründer der German University Cairo und Gründungspräsident der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, Ichenhausen/Bayern
  • I. K. H. Diane Herzogin von Württemberg – Künstlerin, Altshausen/Ravensburg
  • Dr. Dr. h. c. Robert Zollitsch – Erzbischof, Freiburg
  • Birgit Zorniger – Hotelmanagerin, Mumbai/Indien

Hintergrund:
Der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg – bis Juni 2009 die „Verdienstmedaille“ – wird vom Ministerpräsidenten verliehen für herausragende
Verdienste um das Land Baden-Württemberg, insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Die Verleihung des
Verdienstordens erfolgt in der Regel einmal jährlich im Rahmen eines Festakts.
Die Zahl der Ordensträger ist auf insgesamt 1.000 lebende Personen begrenzt. Seit 1975 wurde der Landesorden insgesamt 1.753 Mal verliehen. Eine
Auszeichnung kann bei Bürgermeisterämtern und Landratsämtern oder unmittelbar beim Ministerpräsidenten angeregt werden. Vorschlagsberechtigt sind die
Regierungsmitglieder im Rahmen ihres Geschäftsbereiches sowie der Landtagspräsident für die Mitglieder und Bediensteten des Landtags. Alle
Gruppen der Bevölkerung und alle Gebiete des Landes sollen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden. Auf der Vorderseite des Verdienstordens des
Landes ist das Große Landeswappen mit dem Schriftzug „Baden-Württemberg“ abgebildet. Ein stilisierter Lorbeerzweig und die Aufschrift „Für Verdienste”
zieren die Rückseite. Getragen wird der Orden an einem längsgestreiften Band in den Landesfarben. Anstelle des Ordens kann eine schwarz-gelbe Rosette (für
Männer) oder eine Schleife (für Frauen), die ebenfalls überreicht wird, getragen werden. Neben den Ordensinsignien erhalten die Ordensprätendenten auch
eine vom Ministerpräsidenten unterzeichnete Verleihungsurkunde.

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