Große Resonanz beim Schnittkurs

von Liane Merkle

Mudau. Auf große Resonanz stieß auch der jüngste Kurs über Ziersträucherschnitt und Veredlung, den die Verbandgruppe Buchen-Wertheim zusammen mit den Siedler- und Gartenfreunden im Verband Wohneigentum unter Leitung von Kreisgartenfachwart Josef Püchner und Gartenfachwart Norbert Rippberger angeboten hatten.
Ein lehrreicher Nachmittag erwartete die zahlreich erschienenen Teilnehmer, die der Mudauer Gemeinschaftsleiter Günter Neumann aufs herzlichste begrüßt hatte.

Im Theorieteil wurde schnell deutlich, dass Ziersträucher gleich nach der Blüte geschnitten und verjüngt werden müssen, wenn sich Auge und Herz auch im Jahr darauf an den blühenden Naturkunstwerken erfreuen wollen. Denn die meisten Ziersträucher blühen nun mal am einjährigen Trieb. Und dennoch bedarf es einiger Übung, den Sträuchern den richtigen Schnitt zu verpassen.

Doch neben dem reinen Augenschmaus spielt für die Gartenfreunde vor allem Pflege und Erhalt der Obstgehölze eine große und wichtige Rolle. Josef Püchner und Norbert Rippberger demonstrierten mit Hilfe von Musterzweigen die wichtigsten Veredlungsverfahren. Sie betonten dabei, wie wichtig es ist, dass die Veredlungspartner in einem gewissen Verwandtschaftsverhältnis stehen. D. h. Apfel auf Apfel, Kirsche auf Kirsche bzw. Birne auf Birne. Aus gutem Grund werden die verschiedenen Veredlungsverfahren heute tausendfach in Baumschulen angewandt. Hier wie bei vielen Gartenliebhabern hat das durchaus praktische und materielle Gründe. So besteht z. B. die Möglichkeit, auf jeden Ast eine andere Apfelsorte zu Veredeln. Das heißt für den Praktiker, dass er z. b. von Juli bis März Äpfel verzehren kann, die auf einem einzigen Baum gewachsen sind.

Josef Püchner erläuterte die Praxis: Das Gelingen der Veredlung hängt ganz besonders von der Einhaltung optimaler Termine ab. Diese sind gegeben, wenn sich die Rinde vom Holzkörper löst. Also wetterabhängig von Mitte April bis Mitte Mai. Ganz wichtig ist die Reisergewinnung, die im Januar/Februar von gewünschten gesunden Obstgehölzen erfolgen kann. Bis zur Verwendung müssen diese Reiser kühl und schattig gelagert werden. Sie dürfen während der Lagerung weder schrumpfen noch austreiben. In der Praxis demonstrierten die beiden Fachmänner die Veredlung im Obstgarten von Siegfried Vogel in Langenelz. Hier wurden einem Apfelbaum drei verschiedene Apfelsorten aufgesetzt. Die Reiser benötigen etwa drei bis vier Wochen bis sie kräftig austreiben. Bereits drei Jahre nach der erfolgreich verlaufenen Umpfropfung sind die Bäume normalerweise in vollem Ertrag.

Mit einem Dank an alle Teilnehmer für ihr großes Interesse schloss Josef Püchner den lehrreichen Nachmittag und wünschte allen Gutes Gelingen beim Veredeln und Schneiden.

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