Jugendliche „Testkäufer“ erneut unterwegs

Zahl der Verstöße deutlich geringer als bei der ersten Aktion

(Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. „Besser, viel besser“, lautete das Fazit der Verantwortlichen, die im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention – ein gemeinsames Projekt des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis und der Polizeidirektion Mosbach – erneut sogenannte „Testkäufe“ initiiert hatten. Mehrere noch nicht volljährige Auszubildende aus dem Landratsamt waren, begleitet von Mitarbeitern der Polizei und des Landratsamtes, quasi verdeckt unterwegs, um Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz beim Verkauf von alkoholischen Getränken an Minderjährige festzustellen.

Die Bilanz der ersten Versuchsreihe im Herbst 2010 war niederschmetternd gewesen: Damals gelangten die Jugendlichen rein rechnerisch bei jedem zweiten Versuch problemlos an Alkohol. Erfreulicherweise war das Ergebnis der zweiten Runde deutlich besser. 44 Verkaufsstellen, darunter 13 Tankstellen, 9 Getränkehandlungen und 22 Discounter wurden an zwei Tagen kontrolliert und bei „nur“ acht Verkaufsstellen mussten Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt werden. Die Beanstandungsquote liegt damit bei 18 Prozent. Während sich die Initiatoren in der ersten Runde auf ernsthafte Ermahnungen beschränkten, wurden dieses Mal vorab angekündigte Strafen verhängt: Den Verkäuferinnen und Verkäufer, die widerrechtlich Alkohol verkauften, wurden Bußgelder bis zu 300 Euro auferlegt. Positiv vermerkt wurde, dass es bei der zweiten Aktion nur einen „Wiederholungstäter“ gab – alle anderen, sofern sie auch beim zweiten Testkauf im Dienst waren, hatten ihre Lektion aus der ersten Runde gelernt.

Eine gewisse Fassungslosigkeit herrschte dennoch bei den Verantwortlichen der Polizei und des Landratsamtes über das Zustandekommen der – geringer gewordenen – Verstöße: Bei der Hälfte erfolgte ordnungsgemäß zwar eine Passkontrolle, aber die Verkäuferin oder der Verkäufer errechneten prompt ein falsches Alter. Oder aber sie schauten nur sehr flüchtig auf den Ausweis und gaben dann, praktisch ohne Nachrechnen, bereitwillig den Alkohol heraus.
Handlungsbedarf besteht also nach wie vor, darüber war man sich einig. Denn noch immer gelangen Jugendliche zu schnell und zu einfach an Alkohol. „Unser Ziel ist, dass Testkäufe überflüssig sind“, erklärte Peter Fieger vom Landratsamt Neckar-Odenwald.

Unterm Strich zeigt sich die Kommunale Kriminalprävention allerdings zufrieden mit dem Erfolg der Aktion. „Es hat sich gezeigt, dass der präventive Ansatz im Herbst ernst genommen wurde“, so Werner Broßmann von der Polizeidirektion Mosbach: „Viele Verkaufsstellenleiter haben die Aktion zum Anlass genommen, um ihr Personal nochmals eindringlich zu schulen. Und das hat was gebracht.“ Weiter Testkäufe sind geplant.

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