Im Einzelfall zwei Fragebögen beantworten

Neckar-Odenwald-Kreis. Seit dem 9. Mai sind sie unterwegs. Mehr als 13 000 Interviewer erheben bis Ende Juli in ganz Baden-Württemberg im Auftrag des Statistischen Landesamtes Daten über die Bevölkerung. Die Volksbefragung ist Teil des EU-weiten «Zensus 2011».

Erstmals wird ein registergestütztes Verfahren eingesetzt, bei dem soweit wie möglich auf bereits vorhandene Daten zurückgegriffen wird. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, alle Bürger zu befragen.

Mit den Interviewern kommen nur rund zehn Prozent der Baden-Württemberger, etwa 1,1 Millionen Menschen oder 500 000 Haushalte, in Berührung. Im Neckar-Odenwald-Kreis betrifft das rund 15.000 Menschen. Die zu befragenden Personen wurden nach einem Zufallsverfahren ausgewählt und haben in den meisten Fällen bereits eine schriftliche Terminankündigung erhalten. Die Interviewer überreichen den Fragebogen und bieten an, die Fragen, die gesetzlich vorgegeben sind und bis auf die Frage nach dem Religionsbekenntnis beantwortet werden müssen, gemeinsam durch zu gehen.

Zusätzlich erhalten drei Millionen Gebäude- und Wohnungseigentümer seit der ersten Maiwoche Fragebögen, in denen sie Auskunft etwa über Baujahr des Gebäudes, Zahl der Bewohner, Eigentumsverhältnisse und Heizungsart geben müssen. Hier kommt es oft zu Missverständnissen: Immer wieder kommt es vor, dass Interviewern der Zutritt verwehrt wird mit dem Hinweis, „den Fragebogen doch schon per Post bekommen zu haben“. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei völlig unterschiedliche Fragebögen, die im Einzelfall beide beantwortet werden müssen!

Versichert wird immer wieder, dass die Angaben streng vertraulich behandelt werden: «Einzelangaben oder entsprechende Informationen werden nicht an Polizei, Finanzamt, Meldebehörden oder andere Stellen weitergegeben», erklärt Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes. Widerstand aus der Bevölkerung gebe es kaum: «Wir gehen nach unseren derzeitigen Erfahrungen von einer hohen Akzeptanz für den Zensus in der Bevölkerung aus.» Die Befragungen sollen bis zum Beginn der Sommerferien abgeschlossen sein. Mit ersten Ergebnissen werde im November 2012 gerechnet.

Inzwischen formiert sich immer stärkerer Widerstand gegen die neue Form der Volkszählung. Zwar sind die Gegner von ihrer Anzahl, aber auch von der Heftigkeit der Ablehnung dieser Form der Datenerhebung weit weg von Zuständen wie in den 80-er Jahren, dennoch wollen wir unseren Lesern weiterführende Infos zu den Kritikpunkten nicht vorenthalten. So gibt es inzwischen Anzeichen, dass die Daten nicht vor Hackerangriffen sicher sind.

Eine umfassende Darstellung der Problematik findet sich unter:

www.zensus11.de
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de

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