Männerkochkurs auf neuen Wegen

Beerfeldener stachen in See

(Foto: Klaus Johe)

Beerfelden. (kj) Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. In aller Herrgotts frühe brachen 14 Männer vom Beerfeldener Männerkochkurs – angeführt von Pfarrer Roger Frohmuth, Adrian Butterman, Helmut Bessler, Werner Weber, Ortwin Maurer, Willi Maurer, Marc Beysel, Andreas Schmitt, Alexander Bogulawski, Roland Theimer, Uwe Breitinger, Fred Gutjahr, Peter Müller und Klaus Johe – auf um Holland zu erobern – mit zwei Bussen ging man an den Start.

Nach einer knapp fünfstündigen Fahrt kam man „frohgemuth“ in Heerenveen an, wo die beiden Jachten schon auf warteten. Dann ging man an Bord. Mit der nur Männern eigenen praktischen Gründlichkeit wurden die Jachten geentert und man stach in See. Die Ruhe an Bord war überwältigend und schon machte sich Urlaubsstimmung breit.

Eine herrliche sonnenbeschiene Fahrt durch Kanäle und über Seen auf das Sneekermeer und dann zum erstes Etappenziel, den Jachthafen von Sneek. Nachdem die Boote vertäut waren und die Mannschaft sich erfrischt hatte, sollte der Weg zum gemütlichen Teil beschritten werden. Das von den Galgenvögeln an Fastnacht besungene Kochlied wurde kurz einstudiert und mit den, von einer Ehefrau heimlich beigelegten Kochmützen, vor den Jachten dargeboten. Das gemeinsame Abendessen im Hafenrestaurant „De Kajuet“ und ein erster gemeinsamer Testlauf an Deck der beiden nebeneinander vertäuten Jachten stimmte die Mannen für die kommenden Tage ein.

Auch am zweiten Tag war die Sonne den Odenwäldern treu. Die Fahrt von Sneek durch die Kanäle, über das Koeverdermeer bis zum Tjeukemeer und hier zum Jachthafen nach Echtenbrug war Urlaub pur. Kam zu Beginn der Fahrt der Wind noch etwas auf, so beruhigte sich das Wetter bald und man konnte in aller Ruhe die vorbeiziehende Landschaft und Eindrücke aufnehmen. In Echtenbrug wurde dann dem Ortszentrum ein kurzer Besuch abgestattet. Anschließend ging es an die Küchenherde, denn an dem Abend war die eigene Kochkunst gefragt. Die Crews labten sich an Rouladen bzw. Rinderbraten, mit Reis, Nudeln und Salat. Diniert wurde gemeinsam an der mit Rasen bewachsen Kaimauer. Da am Morgen die Andacht entfallen musste, da die halbe Gemeinde bereits vom Land abgelegt hatte, fand am Abend eine kurze, besinnliche Predigt statt, die den Einstieg für einen musikalischen Tagesabschluss bildete.

wpid-468Maennerkochkurs-auf-neuen-Wegen-2011-05-17-21-41.jpg
Der Männerkochkurs aus Beerfelden. (Foto: Klaus Johe)

Am dritten Tag war es leicht bewölkt. Wenige Regentropfen fielen kurz vom Himmel, aber auch das tat der Stimmung auf den Booten keinen Abbruch. Nach dem Frühstück – mittlerweile hatte jeder seine Aufgaben zugeteilt bekommen und nahm diese auch gewissenhaft wahr – und dem Auffüllen der Vorräte ging es dann wieder auf Fahrt in Richtung Ijsselmeer. Durch die Kanäle mit einigen Schleusen führte der Weg in das Naturschutzgebiet De Werribben. Nachmittags begann es leider richtig zu regnen und so war nach der Reinigung des Schiffes nur noch der Zielhafen und das Abendessen in den Köpfen der Mannschaft. Nach dem das Zwarte Meer mit seinem Vogeleiland passiert war, wurde in Zwartsluis festgemacht. Danach ging es zum Einkauf und erneut an die Kochtöpfe – ein individuelles Menü wartete auf die Männer auf jedem Schiff. Der Abend klang bei einer Flasche Rotwein aus und wurde mit einem herrlichen Sonnenuntergang abgerundet.

Am vierten Tag war es leicht dunstig und etwas frischer. Nach dem Frühstück und dem Auffüllen der geschwundenen Getränkevorräte ging es dann wieder zurück zum Zwarte Meer. Hier wurden die beiden Schiffe zum Verband verzurrt und einträchtig ging die Fahrt nebeneinander weiter. Die Mannschaften vermischten sich und es waren einige gemütliche Skatrunden angesagt. Je näher man dem Jisselmeer entgegen kam, des so besser wurde das Wetter. Die Jacken verschwanden in den Kajüten und die kurzen Hosen kamen zum Vorschein. Im Zielhafen Urk wurde dann angelegt und auf verschiedenen Wegen der kleine, aber schöne Hafen erkundet. Der Abend wurde in einem Fischrestaurant gemeinsam abgeschlossen.

Nach einem kurzen aber heftigen Gewitter in der Nacht führte die Reise am fünften Tag bei wieder herrlichen Wetter von Urk über das Ijsselmeer nach Lemmer, wo man die Mittagszeit verbrachte. Anschließend führte die Fahrt durch das Grutte Brekken und die Kanäle wieder ins Koevordermeer zum Jachthafen von Heeg. An diesem Abend waren wieder die Kochkünste gefragt und die Schiffe booten ihren Mannschaften Gulaschsuppe bzw. Rinderbraten mit Nudeln. Der Abend klang mit einigen gesanglichen Einlagen aus.

Am sechsten Tag war es zunächst leicht bewölkt, aber die Sonne zeigte sich schon und es versprach wieder ein schöner Tag zu werden. Von Heeg ging es nach Sneek und später durch das Sneekermeer nach Akkum wo die Schiffe zur letzten Übernachtung anlegten. Damit die Jachten rechtzeitig wieder im Heimathafen übergeben werden konnten, ging es am siebten Tag bei Zeiten wieder los. Der Weg von Akkum zurück nach Heerenveen war kurz, aber noch mit reichlich Arbeit verbunden, denn die Seesäcke mussten gepackt und die Kajüten aufgeräumt werden. Die Vorräte waren soweit aufgebraucht, was für eine gute Planung der Reise spricht.

In Heerenveen angekommen wurden die Jachten getankt und anschließend an ihren Anlegeplätzen vertäut. Die Schiffe wurden entladen und die Fahrzeuge für die Heimreise wieder beladen. Die gut harmonierenden Crews freuten sich auf die Heimreise, auch wenn Ihnen der Abschied nicht ganz leicht fiel. Nach einer etwa siebenstündigen Fahrt begrüßte der Beerfelder Kirchturm die heimkehrenden wieder.
Ein gemeinsames Abschlussessen im „Hessischen Hoff“ beendete diese Reise. Ein neuer Kochkurs soll folgen, vielleicht auch eine neue Schiffsreise.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de



Artikel empfehlen: