Centenusi – Das Fest zum 100.

von Martin Hammer

(Foto: Michael Pohl)

Osterburken. Als man im Programmausschuss der Kulturkommode Osterburken bei der Planung des aktuellen Jahresprogramms erstaunt feststellte, dass bereits die 100. Veranstaltung seit der Gründung des Kleinkunst- und Kulturvereins bevorstand, war man sich einig, dass dies ein außergewöhnlicher Abend werden sollte. Dabei entstand die Idee, diesen Anlass als Rückblick auf die vergangenen Konzertreihen mit Festcharakter zu begehen und diesen mit Musikern aus der Region sowie Darbietungen von Vereinsmitgliedern und befreundeten Künstlern zu gestalten. Um das Besondere der Veranstaltung zu unterstreichen, wurde als Location die Taverne „Spießbürger“ im Mittelalterpark Adventon vor den Toren Osterburkens gewählt, was dem Publikum ermöglichte, sich während der gesamten Veranstaltung mit Speisen und Getränken zu versorgen. Für die gelungene Kooperation bedankte sich der erste Vorsitzende der Kulturkommode, Michael Pohl, stellvertretend für alle Adventon-Mitarbeiter bei Elvira Becker, die für die Organisation von Seiten der Histotainment GmbH verantwortlich zeichnete.

In seiner Ansprache zu Beginn des Abends lieferte Pohl einen kurzweiligen Rückblick auf Konzerte und Künstler, die seit der Vereinsgründung im Oktober 1997 besonders in Erinnerung geblieben sind und spickte diesen mit kleinen Musikeinspielungen. Interessant war es dabei zu hören, wie sich das Repertoire der Kulturkommode im Laufe der Jahre von Folk und Liedermachern über A-cappella-Gruppen bis hin zu Kabarett und Filmvorführungen stetig weiterentwickelt hat und welche namhaften Künstler bereits der Einladung nach Osterburken gefolgt sind. Auch wenn das Engagement der Programmverantwortlichen aufgrund privater Verpflichtung zuletzt etwas zurückgeschraubt werden musste, so Michael Pohl am Ende seiner Ausführungen, habe man doch noch viele Pläne, die man hoffe, mithilfe von möglichst vielen aktiven Mitgliedern und einem weiterhin aufgeschlossenen Publikum verwirklichen zu können.

Den kulturellen Teil des Abends eröffnete danach der irische Sänger und Gitarrist Saoirse Mhór. Vor 25 Jahren kam er nach Deutschland und wohnt mittlerweile in Strümpfelbrunn. Mit seiner Band „Fleadh“ erreichte er beim „Deutschen Rock- und Pop-Preis 2010“ auf Anhieb den ersten Preis in der Kategorie „Beste deutsche Folkrockband“. Zwei seiner Bandmitglieder, Anna Hachulla (Gesang) und Tommy Gorny (Gitarre), sowie der befreundete Andy Horn (Keyboard) begleiteten Saoirse Mhór und sorgten für musikalische Farbtupfer. Eigene Songs und Lieder anderer Komponisten von der grünen Insel hatte er in seinem Programm, das ihn als einfühlsamen Interpreten irischer Folkmusik zeigte und Lust darauf machte, ihn einmal in einem abendfüllenden Konzert zu erleben.

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(Foto: Michael Pohl)

Den Reigen der Auftritte von Kulturkommode-Mitgliedern eröffneten die in Osterburken bestens bekannten Musiker István Koppányi und Klaus Winkelhöfer. Es war eine Premiere der beiden als gemeinsames Duo an zwei Klavieren, was man kaum glauben konnte ob der Synchronität, mit der sie bei der anspruchsvollen „Brazileira“ von Darius Milhaud und einem Stück des Jazz-Komponisten Manfred Schmitz virtuos und mitreißend glänzten. Ebenso für Begeisterung sorgte Joachim Brümmer mit seinem Vortrag der Geschichten „Der kleine Satellit“ und „Gartenarbeit“ des im Jahre 2009 in Osterburken aufgetretenen Kabarettisten Horst Evers. Auf unvergleichliche Art gelang es ihm, den Texten den typischen Evertschen Humor zu entlocken. Ein toller Beitrag aus dem Kulturkommode-Genre Kabarett. Auch der erweiterte Kulturkommode-Vorstand beteiligte sich aktiv am Programm und präsentierte gemeinsam mit den Adventon-Räubern, die man auch bei Räuberabenden im Histotainment-Park erleben kann, zwei Lieder, welche vom Halunkenleben vergangener Zeiten erzählen. Insbesondere die Entertainer-Qualitäten des Räuberhauptmanns Sepp Stengel sorgten dabei für Erheiterung.

Nach einer Pause ließ dann die Gruppe „Dudelquetsch“ traditionelle Musik aus Europa wieder aufleben. Das Ensemble um seinen musikalischen Kopf Albrecht Hellmuth war schon des Öfteren ein gern gehörter Begleiter von Kulturkommode-Veranstaltungen, welche die Musiker in einem umgedichteten Lied zu Beginn Revue passieren ließen. Danach durfte auf der Bühne das Tanzbein geschwungen werden, denn „Dudelquetsch“ spielte auf allerlei Zupf-, Blas- und Schlaginstrumenten Tanzweisen aus verschiedenen Jahrhunderten, vom „Tourdion“ bis zum „Fröhlichen Kreis“. Ein gelungener Schlusspunkt für eine unterhaltsame Veranstaltung in besonderem Ambiente, die einmal mehr zeigte, wie abwechslungsreich das Programm der Kulturkommode Osterburken ist. Man darf auf die nächsten hundert Veranstaltungen gespannt sein!

Infos im Internet:
www.kulturkommode.de

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