Deutsch-französische Kontakte vertieft

Reservisten besuchten historische Kriegsschauplätze und gedachten der Gefallenen

Auf dem deutsch-französischen Soldatenfriedhof von Haguenau legte beide Delegationen zum Gedenken an die Gefallenen beider Völker einen Kranz nieder und sprachen die inzwischen gewachsene freundschaftliche Partnerschaft beider Reservistenverbände an. Das Foto zeigt die Kranzniederlegung vor dem deutschen ehrenmal; im Hintergrund die französische Flagge. (Foto: rt)

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Auch die 12. Begegnung deutscher und französischer Reservisten im elsässischen Haguenau stellte unter Beweis, dass diese seit 1999 gewachsenen partnerschaftlichen Verbindungen zwischen zwei verschiedenen Armeen inzwischen zu Freundschaften und regelmäßigen gegenseitigen Besuchen eine Verbindung geworden ist,
die sich ganz im Geiste des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle entwickeln konnte. Der einstige Initiator dieser Partnerschaft, Oberstleutnant d.R. Gerd Teßmer stellte bei der Vorbereitung und Durchführung des diesjährigen Treffens in und um Haguenau genau diese Gedanken des Freundschaftsvertrages in den Mittelpunkt. „Welche Generation deutscher und französischer Soldaten und Reservisten hatte denn früher die Chance, im Nachbarland in Uniform in militärischen Einrichtungen zu verbringen und dabei erwünschter Freund und nicht Besatzer zu sein wie wir heute ?“ Gerd Teßmer, auch Kreisbeauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wirkt damit auch im Sinne des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“.

Neben dem militärischen Wettbewerben besuchten die deutschen und französischen Reservisten deshalb in diesem Jahr die Zitadelle von Bitche im Departement Moselle. Diese besonders im 1870/71err Krieg von französischer Seite sechs Monate lang heldenhaft und verlustreich verteidigte Festung ist heute mittels geführtem Rundgang mit filmischer Aufbereitung des Krieges und der Verteidigung vor 140 Jahren ein Beispiel dafür, was sich damals Deutsche und Franzosen gegenseitig an Grausamkeiten antaten, im Namen ihres „jeweiligen Vaterlands.“. 230 Tage lang, als der Zusammenbruch der französischen Armee schon sicher war, widersetzten sich Kommandant Teyssier und seine Garnison den Bayrischen Truppen. Den Kriegsausgang entschied dieses tapfere Durchhalten in keinster Weise. Eine preußische Garnison nahm dann von 1871 bis 1918 die Zitadelle für Deutschland in ihren Besitz. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Bitche und seine Festigung wieder französisch.
Was in der Führung durch die langen Gewölbe im Innern der Festung eindrucksvoll mit Filmen und einer Art „Spielhandlung“ gezeigt wird, ist aber auch das Massensterben von Verteidigern und Angreifern und Tausenden von Zivilisten in der Hauptstadt des Mosel-Departements.

Nach dieser Besichtigung war der deutsch-französische Soldatenfriedhof von Haguenau nächster Anlaufpunkt, wo deutsche und französische Reservisten gemeinsam einen Ehrenkranz nieder- und eine Zeit des Gedenkens einlegten.

Der weitere Tag stand dann im Zeichen von friedlichem Wettkampf, einmal mit einem auch in deutsch-französischen Gruppen durchgeführten Orientierungslauf im Gelände und einem Schießwettbewerb. Der Kameradschaftsabend und der festliche Abend mit Ehrungen und Verkündung der Wettbewerbsergebnisse diente in vollem Umfang der Partnerschaftspflege. Die Verantwortlichen, auf deutscher Seite Oberstleutnant d.R. Gerd Teßmer und Oberfeldwebel d.R. Markus Gessler, beides stellvertretende Kreisvorsitzende der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald, und auf französischer Seite Hauptmann d.R. Fabrice Zerringer und Oberleutnant d.R.Pierre Merkling, Chefs der 5. (Reservisten-)Kompanie des 2. französischen Husaren-Regiments Haguenau, gestalteten gemeinsam diesen festlichen Abend deutscher und französischer Uniformträger. Dabei gab es auf deutscher Seite einige französisch sprechende Reservisten und von den Franzosen konnten die mehrheitlich aus dem Elsaß stammenden Reservisten beide Sprachen.

Dass im Gesamtergebnis in diesem Jahr die Franzosen den begehrten Wanderpokal holten und auch die drei ersten Plätze belegten, tat der freundschaftlichen Stimmung der Begegnung keinerlei Abbruch. In der Gesamtwertung stellte die RK Obrigheim mit Gerhard Ehrmann, Peter Kappel, Ronny Lorenz und Alexander Möhler den 4. Platz. Im Gewehrschießen schaffte die Mannschaft der RK Kleiner Odenwald ebenfalls den 4. Rang hinter drei französischen Teams. In der Einzelwertung holte sich Adjudant-Chef Serge Selva den Einzelsieg vor Andreas Wachter (RK Kurpfalz ) und Thorsten Tomalla (RK Schwetzingen).

Mit einem Dank für die herzliche Gastfreundschaft ging man am dritten Tag auseinander und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass es schon Anfang September im Standort Walldürn zu einem erneuten Wiedersehen kommen wird..

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Die Zitadelle von Bitche, die vor 140 Jahren noch Schauplatz blutigster Kämpfe zwischen Deutschen und Franzosen war, trafen sich zu gemeinsamer Besichtigung und geschichtlicher Aufarbeitung Reservisten der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald und der französischen Husaren aus Haguenau Versöhnung über den Gräbern und gemeinsame Friedensarbeit stehen für die beiden Reservistenverbände seit 12 Jahren bei regelmäßigen Treffen in Deutschland und Frankreich im Mittelpunkt. Das Foto zeigt die Deutschen und Franzosen einträchtig miteinander vor dem Hauptportal der Zitadelle von Bitche. (Foto: rt)

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