Kulinarische Weinprobe in Mudau

von Liane Merkle

Wolfgang Radauscher (re.) und die Küchencrew.

Mudau. „Was um Himmels Willen ist Chutney?“ Diese Frage wurde zusammen mit vielen anderen kulinarischen Raritäten – zumindest geschmacklich – eindeutig im Rahmen der beliebten kulinarischen Weinprobe des Gesangvereins „Frohsinn 1842“ Mudau geklärt.

Wieder einmal wurde mit diesem leckeren Highlight die Sängerlauben-Saison der Odenwaldgemeinde eröffnet und der Fanclub des Gesangvereins noch einmal deutlich erweitert. Erneut war es dem Küchenteam Freddy und Hildegard Plattek mit Renate Schäfer und Ulrike Heckler gelungen, perfekte Speisenkreationen zu zaubern. Im Zusammenspiel mit den Spitzenweinen, die Claudia Wölpper-Murphy von den Becksteiner Winzern gekonnt präsentierte, erfuhren nicht nur Gourmets und Gourmands, sondern auch „Normalsterbliche“, welche Geschmacksexplosionen die richtige Kombination hervorrufen kann. Und das alles in einem unvergleichlich gemütlichen Ambiente und bei einem Service, der seinesgleichen sucht.
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200 Gäste waren zur kulinarischen Weinprobe gekommen. (Foto: Liane Merkle)

In Vertretung des erkrankten Stefan Schäfer konnte 2. Vorsitzender Wolfgang Radauscher ein „volles Haus“ willkommen heißen, darunter neben der Weinfachfrau aus Beckstein auch den Ehrenvorsitzenden Gerhard Kistner, Dirigent Reinhard Scheible und Ortsvorsteher a.D. Kurt Müller, und er versprach sehr zuversichtlich: „Ihr Gaumen wird bei dieser Weinprobe der besonderen Art auf eine Erlebnisreise geschickt“.

Und zwar angefangen beim trockenen Badischen Sekt von 2009 aus Schwarzriesling Rosé-Trauben, dessen Aroma sich in den Spießchen mit Mango, Ananas und Erdbeeren hundertprozentig spiegelte, bis hin zu den verschiedenen Käsesorten mit dem schon erwähnten Erdbeer-Chutney, die die Millenium-Müller-Thurgau Trockenbeerenauslese „Marbach Frankenberg“ zum „Strahlen“ brachte.
Dazwischen waren neun trockene Weine, von denen jeder für sich und in Verbindung mit der passenden Gaumenfreude als Erlebnis zu bezeichnen war.

Als wunderbare Neuerung des Abends waren die kulinarischen Erläuterungen von Uwe Lenz zu betrachten, auch wenn dieser zeitweise etwas resigniert klang. Denn als er die Köche gefragt hatte, was in dem Essen alles drin sei, habe er zur Antwort bekommen: „Haja was mer halt so neitut“.
So gab es beispielsweise zum Becksteiner Schwarzriesling Rosé halbtrocken eine Sauerrahm-Chilicreme mit Erdbeeren und geeister Champagner-Holunderblütensuppe.

Und „was mer halt so neitut war Holunderblütensirup, Champagner, Orangen und Zitronensaft – und „noch so a paar annere Sache…. is doch alles ganz normal“ – als gebe es dies täglich dienstags zur Frühstückspause.
Und schließlich kam er zu dem Ergebnis „Kann uns alles egal sein. Solange es bei Ihnen lecker auf dem Teller landet“, was eindeutig der Fall war.

Ob nun mediterrane Gemüseterrine mit Parmesan, Kalbs-Involtini mit Dip, Rahmsüppchen vom Blattspinat mit Kokos-Chips oder Paprika-Aprikosen-Kompott auf Schinkenbett im Kartoffelkörbchen, zusammen mit Müller-Thurgau, Blanc de Noir, Silvaner oder weißem Burgunder wurden diese Gaumenfreuden ebenso wie Scampi mit Mango, Kabeljau im Parmaschinken mit dreierlei Melonenkaltschale, Röllchen vom Roastbeef, gefüllt mit Spargel sowie Spargelsalat mit Zuckerschoten und Mandeln ein unvergessliches Erlebnis.

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Die singenden Garçons. (Foto: Liane Merkle)

Unterbrochen und bereichert wurde das kulinarische Vergnügen durch die „Singenden Garçons“ mit fröhlichen Weinliedern, deren „Stimmenvolumen“ ebenso wenig zu verachten war wie das Geschmacksvolumen von Speis und Trank.

Außerdem kredenzte Harald Grimm auf seine unvergleichlich mitreißende Art humorvolle Literatur-Schmankerl vom „Rambo“ und seinem Herrchen, über die verlegten Theaterkarten und die Erkenntnis „Wenn’d amol fort bisch, dann gfällt der joo faschd alles“ sowie den norddeutschen „Jens Schönemann“ im dialektreichen Nordbaden. Dass die rund 200 Gäste in der voll besetzten Sängerlaube jeden einzeln Gang dieses kulinarisch-literarisch-kulturellen Menüs in vollen Zügen genossen war nicht nur sicht-, sondern auch hörbar: „Mmm, ist das ein Gedicht“, „Hast du das schon mal probiert?“, „Lecker!!!“, „Der ist ja einmalig!“

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