In 24 Stunden aufs Podium

Innerhalb von zwei Wochen fährt Michael Kochendörfer (re.) zum zweiten Mal aufs Podium. (Foto: privat)


Waldbrunn/Billigheim. Nach seinem starken Auftritt bei der 12-Stunden-Weltmeisterschaft mit dem Gewinn der Bronzemedaille, stand für den Extrembiker Michael Kochendörfer vom VfR Waldkatzenbach am  Wochenende der eigentliche Saisonstart auf dem Programm.

Gemeinsam mit 2.500 Mountainbikern ging der Billigheimer auf dem Olympiagelände in München als Einzelstarter die 24-Stunden-Herausforderung an. Als Solostarter musste er sich mit den Spitzenfahrern der Szene messen. Darunter die drei WM-Medaillenträgern sowie der österreichische Extrembiker Gerald Bauer.

Unter der Woche gingen mehrere Gewitter über dem Renngelände nieder. Solche Regengüsse waren auch für das Rennwochenende gemeldet. Dann blieb es aber trocken und schwülwarm mit Temperaturen bis 28° C, weshalb den Bikern auch klimatisch alles abverlangt wurde.

Die Strecke war für das Rennen 2011 wieder etwas umgebaut worden, sodass der Rundkurs 11 km lang war und je Runde 100 Höhenmeter bewältigt werden musste. Als Untergrund waren mit Wiesen, Schotter, Kopfsteinpflaster und Waldboden alles geboten. Am Olympiaberg mit dem Aufstieg zur Schwimmhalle war die Fahrt durchs Olympia-Stadion der Höhepunkt.

Von Beginn an setzte sich Michael Kochendörfer als Fünfter vorne fest. Die beiden führenden Biker drückten mächtig aufs Tempo, was der Billigheimer jedoch ignorierte. Vielmehr blieb er seiner Linie treu fuhr sein hohes Tempo ohne zu überziehen. Dies gelang sehr gut und fuhr so fuhr der Winterhauchbiker ohne größere Probleme.
„Ich wusste, dass das Rennen sehr eng wird und so legte ich mit meinem Betreuerteam – meine Frau und meine Tochter – schon die geeignete Taktik fest“, berichtete der erfahrene Mountainbiker.

Uns so wechselte Michael Kochendörfer vor Einbruch der Dunkelheit für zwei Runden auf sein Wechselrad und gab somit den Betreuer die Gelegenheit, in Ruhe die Lampen zu montieren und das Storck-Bike zu „checken“ und so möglichen Pannen vorzubeugen.

Da es auch nachts nicht zu kalt wurde, verzichtete der Ausdauerbiker auf zusätzliche Kleidung und ging gut präpariert in die Nacht. Zwischenzeitlich hatte sich der Biker vom Katzenbuckel auf den vierten Platz nach vorne gearbeitet. Dabei war nach hinten aber nur ein geringer Vorsprung, sodass Kochendörfer ständig auf der Hut sein musste.
Dennoch überstand er die kurze Nacht – bereits gegen 5 Uhr wurde es wieder hell – ohne größere Probleme. Seine Betreuerinnen konnten im unterdessen mitteilen, dass er zwischenzeitlich auf den dritten Platz gefahren war. Weiter nach vorne zu kommen sollte aber schwer werden, da die beiden besser platzierten Athleten gute Rundenzeiten fuhren. Darüber hinaus galt sich nach hinten abzusichern, sodass es mit voller Konzentration in die letzten Rennstunden ging.

Nur zwei Wochen nach der Bronzemedaille bei der WM fuhr Michael Kochendörfer nun auch beim 24-Stunden-Rennen im Münchner Olympia-Stadion einen 3. Platz nach Hause. Sieger wurde der amtierende Weltmeister Thomas Kozak aus Tschechien vor dem Österreicher Gerald Bauer.

„Ich war mit Platz 3 immerhin bester deutscher Starter und daher mit meiner Leistung sehr zufrieden,“ zog Michael Kochendörfer ein erstes Fazit. „Ich hatte keine technischen Problem mit meinem neuen Storck-Bike, habe taktisch alles richtig gemacht und wurde hervorragend betreut.“
Außer einer kurzen „Pinkelpause“ saß der Billigheimer nahezu ununterbrochen auf seinem Rad. Dabei absolvierte er 560km und über 5.000 Höhenmeter, nahm ca 17. Liter Flüssigkeit zu sich (Isodrink, Wasser, Grapefruitsaft, Cola), und verpflegte sich mit Reiswaffeln, Bananen, Getreideriegeln, Gels, Obst, Pfannenkuchen und Nudeln.

Nachdem es nun Klarheit über das Leistungsvermögen gibt, wird der Extrembiker Michael Kochendörfer den weiteren Saisonaufbau angehen.

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