Junge Skandalforscher aus Mosbach

Landesergebnisse beim Geschichtswettbewerb stehen fest

Bundespräsident Christian Wulff wird die Sieger im November auszeichnen. (Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Jesco Denzel)

Berlin/Mosbach. Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten stehen die Landesergebnisse fest. An der Ausschreibung »Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte« haben sich bundesweit 3.631 Kinder und Jugendliche mit 1.152 Beiträgen beteiligt. 231 Arbeiten werden mit einem Preis für den Landessieg (je 250 Euro), 246 Beiträge mit einem Förderpreis (je 100 Euro) ausgezeichnet. Auf den Landespreisverleihungen von Juni bis Oktober 2011 werden die Landessieger aller Bundesländer ausgezeichnet. Ausrichter des Geschichtswettbewerbs ist die Körber-Stiftung, die Preise im Gesamtwert von 250.000 Euro auslobt.

Von lokalen Umweltskandalen über umstrittene Bauvorhaben bis zu antisemitischen Rufmordkampagnen reichen die historischen Skandalfälle, die die Jugendlichen erforschten. Sie zeigten auf, wie die Öffentlichkeit mit Tabubrüchen umging, und hinterfragten kritisch die Motive der Skandalierer. »Mit wachsamen Augen durchleuchteten die Jugendlichen die Rolle von Politik, Medien und Publikum«, sagt Sven Tetzlaff, Leiter der Bildungsprojekte der Körber-Stiftung. »Eine kritische Öffentlichkeit, so die Forderung der Jugendlichen, muss heute bei Skandalen besonders genau hinschauen anstatt vorschnell zu urteilen«.

Zu den Preisträgern gehören auch Cynthia Hering, Sophia Hackel und Selena Ockert der 8. Klasse das Nicolaus-Kistner-Gymnasiums in Mosbach, die betreut von ihrer Tutorin Christine Fischer mit ihrem Beitrag zum Abriss des Bahnhofs in Mosbach mit dem Titel „Mir brauche de Blatz vor de Stadt de Bohof den mache mer blatt“ Landessieger wurden.

Auch zwei Förderpreise gingen an das Nicolaus-Kistner-Gymnasium. So beschäftigte sich eine Gruppe aus der 7. Klasse unter dem Titel „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass …“ mit der T4-Aktion, also der Ermordung von Bewohner der Johannes-Anstalten im Dritten Reich. Vorgelegt wurde diese Arbeit von Johanna Hornbach, Theresa Baur und Alexa Kern.

Die Neunklässler Madeleine Wahl, Anna-Lena Hannes und Anna Pia Throm gewannen mit „Flamme empor – Synagogenbrand in Mosbach 1938“. Beide Schülerinnengruppen wurden von Christine Fischer betreut.

Alle Landessieger haben auf der Bundesebene noch die Chancen auf einen von 50 Bundespreisen. Die fünf ersten Preise im Geschichtswettbewerb werden auf der Bundespreisverleihung am 18. November 2011 in Schloss Bellevue durch Bundespräsident Christian Wulff persönlich ausgezeichnet.

Hintergrund:

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland.

Alle zwei Jahre rufen der Bundespräsident und die Hamburger Körber-Stiftung alle Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren zur historischen Spurensuche auf. Zu Rahmenthemen wie »Alltag im Nationalsozialismus«, »Umwelt hat Geschichte« oder »Helden: verehrt – verkannt – vergessen« erforschen die Teilnehmer ein halbes Jahr Geschichte, die an ihrem Wohnort oder in ihrer Region stattgefunden hat.

Der Geschichtswettbewerb will das Interesse junger Menschen für die eigene Geschichte wecken, ihre Selbstständigkeit fördern und ihr Verantwortungsbewusstsein stärken. Wettbewerbsprinzip ist das »Forschende Lernen«. Die Teilnehmer recherchieren in Archiven,
befragen Zeitzeugen und Experten. Anstöße für die historische Spurensuche können Familienfotos, Straßennamen, Gedenksteine oder historische Gebäude sein. Der eigene Wohnort, die Nachbarn, die Eltern und Großeltern werden so zu einem Teil der Geschichte, wie sie nicht im Geschichtsbuch steht. Auf diese Weise machen sich die Wettbewerbsteilnehmer ihr eigenes Bild von der Vergangenheit.

Ausgelobt sind Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 250.000 Euro. Die Erstpreisträger, die drei besten Tutoren und die Vertreter der erfolgreichsten Schulen auf Landes- und Bundesebene werden vom Bundespräsidenten in Schloss Bellevue empfangen.

Bundessieger können sich für die Teilnahme an Seminaren der Körber-Akademien Junge Talente bewerben und in ein Sonderauswahlverfahren der Studienstiftung des deutschen Volkes einbezogen werden.

Seit Wettbewerbsgründung 1973 durch Bundespräsident Gustav Heinemann und den Hamburger Stifter Kurt A. Körber haben sich über 120.000 junge Menschen mit rund 25.000 Projekten am Geschichtswettbewerb beteiligt.

Infos im Internet:
www.geschichtswettbewerb.de

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