Verkehrsminister bei der IHK

Verkehrsexperte Thiel im Ruhestand – Nachfolge tritt Artin Adjemian an

Mannheim. (ihk) Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar strebt eine konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung an. Dies erklärte IHK-Präsident Dr. Gerhard Vogel im Rahmen eines verkehrspolitischen Dialogs mit Winfried Hermann, dem neuen Minister für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württemberg, und rund 200 Vertretern der regionalen Wirtschaft.

„Allerdings sehen wir auch nach der Fertigstellung der laufenden Maßnahmen im Gegensatz zur neuen Landesregierung weiteren Ausbaubedarf. Hier hätten wir gerne erfahren, wie wir die Aussage im Koalitionsvertrag verstehen müssen, dass nur noch in begründeten Einzelfällen Straßenneubauten realisiert werden sollen“, so Vogel.

Der IHK-Präsident wies in seiner Begrüßungsrede auf die besondere logistische Bedeutung der Region Rhein-Neckar hin: „Die Lage an bedeutenden Verkehrswegen wie den Binnenwasserstraßen Rhein und Neckar, den Schienenwegen, die sich hier im Knoten Mannheim treffen, oder dem ausgebauten Autobahnnetz an den Achsen A5 und A6 machen diese Region zu einem hervorragenden Drehkreuz für Mobilität von Menschen und Gütern in Deutschland. Die Wirtschaft in der Region ist besonders darauf angewiesen, dass alle diese Verkehrsträger leistungsfähig erhalten und bedarfsgerecht ausgebaut werden.“

Im Rahmen der Veranstaltung zum verkehrspolitischen Dialog zwischen der Industrie und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar und dem Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Winfried Hermann, wurde der langjährige Geschäftsführer der IHK, Carl-E. Thiel, in den Ruhestand verabschiedet. Thiel hatte seit über 17 Jahren die Verantwortung für den Geschäftsbereich „Handel, Verkehr und Dienstleistungsgewerbe“ und verantwortete als Geschäftsführer auch die Federführung Verkehr der baden-württembergischen IHKs. Nachfolger von Thiel wird Artin Adjemian, der zuletzt für die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH tätig war.

Besondere Herausforderungen lagen bei der Arbeit von Thiel nicht nur in regionalen und landesweiten Verkehrsthemen, sondern es galt auch, den neuen Bereich Dienstleistungsgewerbe aufzubauen, dem die Mehrheit der IHK-Mitgliedsunternehmen angehört. IHK-Präsident Dr. Gerhard Vogel würdigte Thiel als einen ausgewiesenen Fachmann, der in seiner Arbeit bei der IHK nicht nur ein „gefragter Verkehrsexperte war, sondern gemäß des Aufgabenbereichs seines Ressorts unermüdlich Handel und Dienstleistungen in unserer Region gefördert hat“. Vogel hob in seiner Rede auch die Arbeitsweise Thiels hervor: „Man hörte auf Sie, denn Gründlichkeit und Sorgfalt bis ins Detail hinein prägten Ihre Arbeit. Eine schnelle und oberflächliche Bearbeitung der Angelegenheiten war mit Ihnen nicht zu machen“.

Neben der Integration zahlreicher neuer hoheitlicher Aufgaben wie beispielsweise im Versicherungs- und Bewachungsgewerbe war Thiel als ausgewiesener Verkehrsexperte in vielen regionalen Projekten, aber auch auf Landesebene stark gefordert. Zu den Themen zählten neben dem Regionalflughafen und der Straßeninfrastruktur auch die Schnellverbindungen der Bahn nach Paris, die S-Bahn der Region, der Ausbau der Neckarschleusen und neue Konzepte im intermodalen Verkehr. Eines der letzten großen Projekte war eine Studie, mit der sich die beiden IHKs Pfalz und Rhein-Neckar gemeinsam für eine wirtschaftlich sinnvolle dritte Rheinquerung eingesetzt hatten.

Beim Themenfeld Handel und Stadtentwicklung ging es Thiel immer um die Attraktivität und Lebendigkeit der Innenstädte der Region. Hier galt es des Öfteren zwischen der Erhaltung innenstadtnahen Handels und neuen großflächigen Handelszentren auf der grünen Wiese eine zukunftsfähige Balance zu finden.

Thiel war darüber hinaus Mitglied in nationalen und internationalen Gremien der IHK-Organisation und gehörte seit 1994 dem Verkehrsausschuss des DIHK an. Er ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft.

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