Forschungskooperation „Rohholzsicherung 2030“

Bioenergie-Region H-O-T und DHBW Mosbach – zwei starke Partner

(Foto: privat)

Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber. (as) Ist Holz das neue Öl? Fest steht schon jetzt: Seine Bedeutung wird in Zeiten steigender Energiepreise und der Frage nach alternativer Energiegewinnung immer stärker zunehmen. Davon ist Prof. Dr. Hubert Speth überzeugt, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach den Studiengang Holz-Betriebswirtschaftslehre leitet. Gemeinsam mit der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) will er jetzt erforschen, welche Potenziale zur zusätzlichen Erzeugung von Holz auf forst- und landwirtschaftlichen Flächen in der Region bestehen. Beide Forschungspartner unterzeichneten am Dienstag eine Absichtserklärung.

Prof. Dr. Dirk Saller, Rektor der DHBW Mosbach, freut sich über die geplante Forschungskooperation: „Von dieser Energiepotenzialanalyse profitieren nicht nur die Forschenden selbst, sondern es handelt sich um eine wertschöpfende Fragestellung für die Partner, das heißt sowohl für die Unternehmen als auch für die Region“. Zugleich rief er die Anwesenden dazu auf, das Projekt aktiv zu unterstützen: „Wir sind auf maximale Synergien angewiesen, um dieses Forschungsvorhaben realisieren zu können.“

Projektinitiator und -leiter Prof. Dr. Hubert Speth beschäftigt sich als studierter und promovierter Forst- und Holzwissenschaftler und gebürtiger Schlossauer schon seit Jahren mit der Rolle von Holz in der Energiewirtschaft. Nachdem eine Studie der Universität Hamburg offen legte, dass bereits in fünf Jahren mehr Holz für energetische als für konstruktive oder dekorative Zwecke verwendet werden wird, entstand die Idee, eine Potenzialanalyse für die Region durchzuführen. Bis 2030 wird laut Studie in Europa eine Lücke zwischen Holzangebot und -nachfrage von 300 Mio. Kubikmetern Holz entstehen, in Deutschland allein eine Lücke von 70 Mio. Kubikmetern Holz. Wie sich dieser steigende Bedarf für die Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber auf ökologische und nachhaltige Weise abdecken ließe, das möchten die Forschungspartner nun ermitteln. Die geplante Potenzialanalyse soll verschiedene Möglichkeiten der bislang ungenutzten Holzgewinnung auf deren Wirtschaftlichkeit prüfen, wie beispielsweise die Anpflanzung schnellwachsender Bäume in Kurzumtriebsplantagen, die Niederwaldwirtschaft oder ungenutzte Vorräte in Kleinprivatwäldern, an Waldrändern oder am Rande von Gewässern.

Für die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) ist die Kooperation mit der DHBW Mosbach von entscheidender Bedeutung. „Wir stehen heute wieder einer steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Holz gegenüber“ weiß H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm „für uns ist es daher von großem Nutzen, die Potenziale und gleichzeitig die Grenzen unserer waldreichen Region zu kennen“. Eine naturverträgliche und nachhaltige Nutzung der Wälder steht im Vordergrund der Studie.
Das betonte auch Peter Hauk, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden- Württemberg, früherer Minister für Ernährung und ländlichen Raum von Baden-Württemberg und Mitinitator des Forschungsvorhabens: „Mit diesem Projekt wollen wir frühzeitig zusätzliche Energiepotenziale der Region offen legen bei gleichzeitiger Erhaltung der Biodiversität.“ Gemeinsam wollen die DHBW Mosbach und die Bioenergie-Region H-O-T das Gleichgewicht zwischen Klima und Naturschutz auf der einen, sowie Ökonomie und Ökologie auf der anderen Seite erforschen.
Dr. Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald Kreises und Aufsichtsratsvorsitzender der Bioenergie-Region H-O-T sieht in dem Forschungsprojekt die Chance, konkrete Ansätze für die nachhaltige Sicherung des Rohstoffes Holz zu ermitteln. „Für den forstwirtschaftlich geprägten Neckar-Odenwald-Kreis bedeutet dieses Projekt zudem einen Ansatz, Wertschöpfung in der Region und für die Region zu betreiben.“

Für die Bioenergie-Region H-O-T ergibt sich aus dem Forschungsvorhaben eine ideale Ergänzung zu den Netzwerkgremien Naturschutz und Forst, die sich unter anderem mit Fragestellungen wie die Privatwaldbesitzer in die energetische Weiterentwicklung der Region H-O-T eingebunden werden können beschäftigen. „Die Studie soll vor allem auch eine Antwort auf die Frage nach einer nachhaltigen Sicherung des Rohstoffs Holz liefern“ unterstreicht Sebastian Damm. Dazu gehört auch, dass der Stellenwert des Wirtschaftssektors Holz zur regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung deutlich gemacht wird. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen, sollen am Ende Empfehlungen für Kommunen, Unternehmen und die Landwirtschaft stehen, um den Wald und den Rohstoff Holz nachhaltig zu schützen und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu erhalten.

Alois Gerig, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Odenwald-Tauber und Mitinitiator des Forschungsvorhabens, dankte allen Beteiligten, sich für diese Initiative und das Forschungsvorhaben einzusetzen. Er ist sich sicher, dass die Ergebnisse auf große Akzeptanz bei den unterschiedlichen Interessengruppen stoßen werden. Die auf den Forschungsergebnissen basierenden Handlungsempfehlungen sollen darüber hinaus auch in die politische Diskussion eingespeist und deren Umsetzung geprüft werden.

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