Städtebauliche Missstände beseitigen

von Liane Merkle

Mudau. Baumaßnahmen größeren Ausmaßes beschäftigten den Mudauer Ortschaftsrat unter Leitung von Ortsvorsteher Klaus Erich Schork in seiner jüngsten Sitzung im Bürgersaal des Rathauses.

In Anwesenheit zahlreicher Bürger sowie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Hauptamtsleiter Herbert Knapp, Bauamtsleiter Harald Grimm sowie H. Gerhardt und Fr. Ganter vom Karlsruher Planungsbüro Ganter, machte der Ortsvorsteher den Vorschlag, den Bürgern außerhalb der Bürgerfragestunde zu den jeweiligen Punkten Rederecht zu erteilen. Dem stimmte das Gremium ebenso zu wie dem Sachstandsbericht von Fr. Ganter zu den abgeschlossenen Voruntersuchungen zum neuen Sanierungsgebiet „Vorstadt/Amorbacher Straße“.

Ziel der Sanierung – so H. Gerhardt – sei es, bei dem Bestand städtebauliche Missstände aufzudecken und zu beseitigen, was der sanierungserfahrenen Gemeinde Mudau bisher hervorragend gelungen sei. Weiter erläuterte der Planer, dass fast zwei Drittel der betroffenen Haushalte befragt werden konnten über ihre Wohnungssituation. 94% der betroffenen Bevölkerung fände die Ausweisung dieses Sanierungsgebietes gut, und rd. 43% der Befragten sind schon jetzt sicher, dass sie die Chance nutzen werden. Baulücken und Leerstände sowie bauliche Mängel beheben, die Aufwertung von Plätzen und Straßen, aber auch der erhalt Ortsbild prägender Gebäude, waren das Ziel des Planungsbüros bei seinen ersten, nicht bindenden Vorschlägen, die Fr. Ganther dem Gremium erläuterte.

Hauptamtsleiter Knapp ergänzte den Vortrag mit Erläuterungen zum weiteren Procedere sowie den Fördermöglichkeiten, die bereits ab Herbst vertraglich festgelegt werden können. Als Zwischenlösung für die Verkehrsberuhigung in der Neuhofstraße soll nach dem Willen des Gremiums mit Unterstützung des Bürgermeisters zunächst die Fahrbahnmarkierung mit der Geschwindigkeitsbegrenzung erneuert, zusätzlich Schilder aufgestellt und die Polizei bezüglich Geschwindigkeitsmessungen aufmerksam gemacht werden.

Die umstrittenen Pflanzkübel werden zunächst nicht wieder aufgestellt, weil die Anwohner zwar zur Pflege „verdonnert“ gewesen waren, die aber nach Aussage von Karl-Josef Schäfer von Anfang an abgelehnt hatten, weil man die Mehrarbeit zu den Mehrbelastungen durch das neue Brückengut nicht eingesehen habe. Außerdem war es aufgrund der Kübel wohl zu Unfällen gekommen, die ebenfalls vermieden werden sollten.

Das Gremium hörte sich die Vorschläge der Bürger, wie z. B. Ausweisung einer teilweisen Einbahnstraße zur automatischen Drosselung des Verkehrs, Gehweg und regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen an und meinte, dass diese bei der Planung des Sanierungsgebietes Berücksichtigung finden.

Da die Sanierungsmaßnahmen in der Langenelzer Straße am 19. Juli beginnen, wird die „Endfassung“ des Parkplatzes bei der evangelischen Kirche nun dringlich. Wie Ortsvorsteher Schork betonte, ist es dem Ortschaftsrat wichtig, dass im Bereich des Kindergartens so viele Parkplätze wie nur möglich zur Verfügung stehen können. Der vorgeschlagenen Dienstbarkeitsbewilligung der Gemeinde fügte Pfarrerin Seraphin-Hohmann einen vom Oberkirchenrat der Landeskirche ausgearbeiteten Gestattungsvertrag hinzu. Kirchenältester Harald Stephan erläuterte den Beschluss des sehr kurzfristigen Kirchengemeinderatsbeschluss, in dem dieser den sehr hohen Platzbedarf, die große Versiegelungsfläche sowie die unnötig hohen Baukosten für den neuen Parkplatz bemängelt, nur weil Rangieren in die schon verkehrsberuhigte Straße nicht mehr möglich sein soll.

Dennoch zeigten sich Ortschaftsgremium, Kirchengemeinde und Bürgermeister optimistisch, dass man eine für alle verträgliche Lösung finden werde. Dies gelte auch für die zu pflanzende Baumart, die nach den Wünschen der Anlieger langsam wachsend, pflegeleicht und nicht zu groß werdend sein sollte.

In Sachen Beleuchtung habe man ein Angebot von 49.500 Euro für die neuen stromsparenden LED-Leuchten, von denen 20 Stück notwendig wären, und 36.000 Euro für ausreichende 15 NAV-Leuchten. Wobei sich die Amortisationskosten für die Mehrkosten auf über 88 Jahre belaufen würden. Entsprechend entschied sich das Gremium für die günstigere Variante.

Als weiteren Punkt in Sachen Baumaßnahmen Langenelzer Straße sprach Harald Grimm den gewünschten Gehweg entlang der Bahnhofsallee für die Sicherheit der Schulkinder an. Um den schönen Baumbestand nicht zu gefährden, könne man lediglich prüfen, ob ein Fußpfad mit Wasser gebundener Fläche möglich wäre.

Als brisantes Thema der Gemeinde wurde eine mögliche Satzung, die regelt, wo Weihnachtsbaumkulturen gepflanzt werden dürfen und wo nicht, durch Herbert Knapp vorgestellt. Diese Satzung ist aber nur unter schwierigen Voraussetzungen aufzustellen, die auf Gemarkung Mudau nur unzulänglich treffen. Aus diesem Grund entschied das Ortsgremium einstimmig, dass man für den Ortsteil Mudau die Kosten sparen könne.

Die Diskussion über zahlreiche Bauanträge beendete die Mudauer Ortschaftsratssitzung.

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