100 Jahre Odenwaldklub Waldbrunn

Waldbrunn. Mit dem Eintreffen der Teilnehmer an der Bezirks- bzw. Sternwanderung an der Freya-Hütte auf dem Katzenbuckel begann heute die Feier zum Jahrhundert-Jubiläum des Odenwaldklubs Waldbrunn (OWK).

Hierzu konnte die 1. Vorsitzende Helgard König Wanderer der Ortsvereine aus Amorbach, Buchen, Kleinheubach, Laudenbach, Mosbach und Walldürn. Als Ehrengäste waren darüber hinaus Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister-Stellvertreter Heinz-Dieter Ihrig sowie Gisbert Winterroth und Adolf Trunk als Vertreter des Gesamtvereins bzw. des OWK-Bezirks 7 auf den höchsten Gipfel des Odenwalds gekommen, um gemeinsam mit den Wanderfreunden vom Winterhauch zu feiern.

In ihrer Ansprache gab Helgard König einen kurzen Abriss über den Odenwaldklub, der als Gebietswanderverein aus 115 Ortsvereinen besteht, denen 16.000 Mitglieder angehören. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Frankfurt im Norden, Wachenheim im Westen, Bruchsal im Süden bis Wertheim im Osten. Ein Baustein dieser großen Organisation ist der Ortsverein Waldbrunn, der wie die anderen Vereine auch neben dem Wandern im Natur- und Landschaftsschutz aktiv ist, sich der Pflege von Kultur und regionalem Brauchtum und dem lebendigen Erhalt der Heimatgeschichte verschrieben hat.

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Wanderfreunde aus dem gesamten Odenwald waren auf den Katzenbuckel gekommen, um mit dem OWK Waldbrunn zu feiern. (Foto: Hofherr)

Der OWK Waldbrunn wurde vor 100 Jahren als Odenwaldklub Winterhauch gegründet. Insgesamt lenkten 16 verschiedene Vorsitzende die Geschicke des Vereins auf dem Dach des Odenwalds. Nach einer wechselvollen Geschichte, mit zwei Kriegen und der Wiedergründung nach der Nazizeit, in der man wie andere Vereine auch gleichgeschaltet war, gründete man 1981 eine Kindertrachtengruppe, für die zu Beginn Ruth Mayer verantwortlich war. Danach leitete Edith Cellarius die Gruppe. Nachdem Mitte der 90-er Jahre der Vereinsvorsitz vakant war, entschloss sich Helgard König in die Bresche zu springen. „Aus der Not heraus übernahm ich den Vorsitz, da ich mich mit meiner Heimatgemeinde sehr verbunden fühlte,“ berichtete Helgard König weiter. Bis heute erfülle sie ihr Amt sehr, in das sie sich erst einarbeiten musste. Die Arbeit sei ihr aber nur dank eines engagierten und zuverlässigen Teams mit Otto Pfrang, Annette Hagendorn (Kasse), Gudrun Haas (2. Vorsitzende) und Herbert Herold (Wanderführer und Wegemarkierer) sowie Edith Cellarius (Trachtengruppe/Kindertanzgruppe) möglich gewesen.
Im Jahr des 100-jährigen Bestehens gehören 52 Mitglieder zum Odenwaldklub Waldbrunn. Allerdings sei zu beklagen, dass es an jungen Mitgliedern fehle, zeigte die Vorsitzende auch Schattenseiten auf. Die meisten Menschen fänden erst mit ihrer Neuorientierung nach dem Renteneintritt zum OWK.

Auch 100 Jahre nach der Gründung wolle man sich in Zukunft dem sozialen Miteinander, der Pflege des Brauchtums, dem Schutz der schönen Natur sowie der Pflege der markierten Wanderwege widmen. Mit dem typischen Gruß „Frisch auf“ dankte Helgard König den Gästen für die Aufmerksamkeit.

Landrat Dr. Achim Brötel überbrachte die Glückwünsche des Neckar-Odenwald-Kreises und bekannte, selbst seit vielen Jahren überzeugtes Mitglied des Odenwaldklubs zu sein.
In seiner Ansprache lobte Brötel die Arbeit des Odenwaldklubs, der mit der Einführung der Wanderwegemarkierung dafür verantwortlich war, die Mittelgebirgslandschaft touristisch zu erschließen. Demnach gebe es ohne die Mitglieder des OWK und deren Schaffung des Streckennetzes keine Urlauber in der Region.
Dem Trend hin zum Wandern Rechnung zu tragen, werde man in diesem Jahr eine Idee des prominenten Waldbrunner Triathleten Timo Bracht aufgreifen und mit dem sogenannten „Neckarsteig“ einen Qualitätswanderweg von Heidelberg bis Bad Wimpfen realisieren und zertifizieren lassen. Bei der Realisierung dieses Projekts ist der Odenwaldklub verlässlicher Partner bei der Ausweisung und Zertifizierung dieses Premiumwanderwegs, von dem man sich in dieser Ecke des Odenwalds unter touristischen Aspekten viele neue Impulse erhofft, berichtete Brötel weiter.

Alle genannten Aufgaben, Funktionen und Aktivitäten tragen dazu bei, so Brötel abschließend, den Odenwaldklub unverzichtbar zu machen, weshalb den Mitgliedern für ihr großes Engagement gedankt werden müsse. Diesen Dank des Neckar-Odenwald-Kreises brachte Landrat Dr. Brötel mit einem Präsent zum Ausdruck.

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Landrat Dr. Achim Brötel überbringt der Vorsitzenden des Odenwaldklubs Waldbrunn, Helgard König, die Glückwünsche des Neckar-Odenwald-Kreises. (Foto: Hofherr)

Auch Bürgermeister-Stellvertreter Heinz-Dieter Ihrig dankte dem Odenwaldklub und überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Waldbrunn.
In seiner Ansprache hob Ihrig hervor, dass er in Anbetracht des 100-jährigen Jubiläums weniger zurück, als vielmehr auf die Verpflichtungen der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft blicken möchte. Heimat, Landschaft, Natur und Brauchtum kennen und lieben lernen sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je, seien doch der Schutz von Umwelt und Natur zentrale politische und gesellschaftliche Themen geworden. Allerdings würde nach wie vor mehr geredet als gehandelt. Das Motto: „ Ich weiß am besten, was andere tun sollten!“ zeige, dass es noch immer nicht genügend Menschen gebe, die sich dem Naturschutz engagiert widmen. Mit seinen Veranstaltungen, zu denen auch geführte Wanderungen gehören, öffneten den Teilnehmern die Augen für die Schönheit der Landschaft, für Pflanzen und Tier, so Ihrig weiter. Wer etwas über den Lebensraum „Wiese“ erfahre, die Vielfalt der dort blühenden Pflanzen und der dort lebenden Tiere kennen lerne, rufe sicher nicht gleich nach dem Rasenmäher, wenn das Gras beim Nachbarn mal etwas höher steht, brachte Bürgermeister-Stellvertreter Ihrig die Bedeutung des Odenwaldklubs auf den Punkt.
Mit seinen Veranstaltungen führe der OWK Menschen zusammen, beziehe Familien mit ein und gebe dabei Erfahrungen von Generation zu Generation weiter. Für die kommenden Jahre wünschte Heinz-Dieter Ihrig dem Jubiläumsverein alles Gute für die anstehenden Aufgaben.

Bevor es unter der Leitung von Michael Hahl auf eine Geo-Tour rund um den Katzenbuckel ging, überbrachten Adolf Trunk, Gisbert Winterroth und Agnes Sans die Glückwünsche der verschiedenen Gliederungen des Odenwaldklubs.

Am Nachmittag rundeten eine Wanderung hinauf zum Katzenbuckel-Turm der einen fantastischen Rundblick über die Hügel des Odenwalds bot und einen Abriss über die Geschichte des OWK Waldbrunn die Jubiläumsfeier ab.

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